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Cerrense kämpft sich zurück - 2:2 gegen Alto Peru nach wilder Aufholjagd

Wer geglaubt hatte, der Saisonauftakt der 1. Liga Uruguay würde gemächlich anlaufen, wurde im Estadio de Cerrense eines Besseren belehrt. 30.406 Zuschauer sahen ein 2:2 zwischen CD Cerrense und CA Alto Peru, das alles bot, was ein Fußballherz begehrt: frühe Chancen, hitzige Diskussionen, gelbe Karten - und eine zweite Halbzeit, die Trainer Herztabletten bestellen ließ.

Schon nach zwei Minuten prüfte Sergio Morais den Heimkeeper Mendes mit einem saftigen Schuss - als wollte er sagen: "Wir sind hier nicht zum Kaffeetrinken!" Cerrense antwortete prompt, Gerd Vilhelmsen scheiterte in der vierten Minute knapp. Doch wer von einem offenen Schlagabtausch sprach, hatte Recht: Alto Peru spielte mit offensiver Grundordnung, Cerrense hielt mit Ballbesitz dagegen (am Ende 56 Prozent).

In der 29. Minute kam der erste Stich: Pol Bauza, der flinke Linksaußen von Alto Peru, nahm einen Abpraller aus 18 Metern volley und traf zum 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Bauza später, "manchmal muss man den Ball gar nicht so sehr lieben, einfach treten." Trainer Daniel Düsentrieb - nomen est omen - nickte zufrieden und kritzelte eifrig in sein Notizbuch, vermutlich eine neue Erfindung für die Kabine.

Cerrense dagegen wirkte bis zur Pause bemüht, aber uninspiriert. Viele Pässe, wenig Ertrag. Trainer Leahcim Gnipeur schrie seine Jungs mehrfach nach vorne, ein Mikrofon am Spielfeldrand fing ein herrlich verzweifeltes "Spielt doch mal Fußball!" ein.

Nach dem Seitenwechsel wurde es turbulenter. Alto Peru blieb gefährlich, und in der 49. Minute war erneut Jubel angesagt: Miguel Izquierdo, gerade 20 Jahre jung, verwertete eine feine Vorlage von Alexander Clancy zum 0:2. "Ich hab meinen Augen kaum getraut", erzählte Cerrense-Verteidiger Xuarez später, "wir standen da wie Touristen vor dem Sonnenuntergang."

Doch Cerrense wäre nicht Cerrense, wenn man sich so einfach abschießen ließe. In der 72. Minute schlug Nael Marques zurück. Nach einer Flanke von - ausgerechnet - dem zuvor gescholtenen Xuarez drückte der Rechtsaußen den Ball über die Linie. Das Stadion explodierte förmlich, und Marques rannte jubelnd auf die Fantribüne zu. "Ich wollte’s den Kritikern zeigen", rief er später in die Kameras, "und vielleicht auch meinem Schwiegervater, der für Alto Peru hält."

Keine zwei Minuten später drehte sich das Spiel komplett: Ryan Skene, der bullige Stürmer mit der Ruhe eines Scharfschützen, traf nach Vorarbeit von Duarte Galindo zum 2:2. Trainer Gnipeur ballte die Faust, und die Cerrense-Fans stimmten ein unüberhörbares "Jetzt holen wir sie!" an.

In der Folge drückte Cerrense weiter - 13 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache -, doch der Lucky Punch blieb aus. Galindo traf in Minute 88 nur das Außennetz, und in der Nachspielzeit parierte Alto-Peru-Keeper Harrison Jean-Pierre spektakulär gegen Sean MacPhee.

Auf der anderen Seite wurde es ruppig: In der 80. Minute sah Jose Ferrer Gelb nach einem rustikalen Einsteigen, das eher an eine Rugby-Einlage erinnerte. Schiedsrichterin Mariela Soto blieb jedoch gelassen - sie hatte schon Schlimmeres gesehen.

Nach dem Spiel klang es aus beiden Lagern versöhnlich. "Ein Punkt hier ist kein Beinbruch", meinte Alto-Peru-Coach Düsentrieb, "aber wir müssen lernen, zwei Tore Vorsprung auch mal zu verwalten. Vielleicht erfinde ich dafür ein Gerät." Sein Cerrense-Kollege Gnipeur lachte nur trocken: "Wenn er eins findet, soll er’s mir schicken."

Statistisch gesehen war das Remis fast gerecht: 13:10 Torschüsse, 56 zu 44 Prozent Ballbesitz - Cerrense leicht überlegen, aber Alto Peru stets gefährlich. Beide Teams boten, was man zum Saisonstart sehen will: Einsatz, Emotion und ein bisschen Chaos.

Auf der Tribüne philosophierte ein älterer Fan beim Hinausgehen: "Das war kein Fußballspiel - das war ein Abenteuer." Recht hat er. Und wenn die restliche Saison ähnlich verläuft, sollte man sich schon jetzt um ein Abo bemühen.

Denn eines ist sicher: In Uruguay wird wieder richtig Fußball gelebt - mit Herz, Humor und einem Hauch Wahnsinn.

30.05.643990 02:30
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Sprücheklopfer
Ich habe früher auch die großen Philosophen gelesen. Doch dann habe ich gemerkt, dass die von meinem normalen Denken absolut abweichen. Jetzt lese ich nur noch Fußballfachbücher.
Peter Neururer
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