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Es war ein lauer Sommerabend im Estadio Municipal, 35.488 Zuschauer hatten sich eingefunden, als am 34. Spieltag der uruguayischen 1. Liga CD Cerrense und CA Alto Peru aufeinandertrafen. Wer nach den ersten Minuten dachte, die Gastgeber würden Alto Peru überrollen, durfte sich spätestens nach 90 Minuten verwundert die Augen reiben: 1:3 hieß es am Ende - ein Ergebnis, das Cerrense-Trainer Leahcim Gnipeur mit einem bitteren Lächeln quittierte: "Wir haben früh Feuer gefangen - und dann sind wir selbst verbrannt." Dabei begann alles nach Maß für die Gastgeber. Gerade einmal fünf Minuten waren gespielt, als Joao Gomes eine butterweiche Flanke von Nael Marques volley nahm und sehenswert ins rechte Eck drosch. Ein Traumstart, das Stadion tobte, und Gnipeur ballte die Faust. Cerrense dominierte in dieser Phase, hatte mehr vom Ball (am Ende 54 Prozent Ballbesitz) und ließ die Gäste kaum zur Entfaltung kommen. Doch Alto Peru, von Tüftler Daniel Düsentrieb an der Seitenlinie betreut, blieb stoisch. Der Coach, stets mit Notizblock bewaffnet, schien in jeder Spielsituation eine Formel parat zu haben. "Wir wussten, dass Cerrense stark anfängt. Also haben wir einfach gewartet, bis sie müde vom Jubeln sind", grinste Düsentrieb später. In der 8. Minute sah sein Innenverteidiger Manuel Godinez noch Gelb, nachdem er Gomes unsanft gebremst hatte - ein Zeichen, dass Alto Peru durchaus bereit war, sich körperlich zu wehren. Dann jedoch kam der Bruch im Cerrense-Spiel. Die Gäste steigerten sich, Lucas Roades prüfte Cerrense-Keeper Jose Yago zweimal aus kurzer Distanz, und kurz vor der Pause belohnten sie sich. In der 41. Minute war es Rhys Broderick, der nach einem Eckball von Jose Cunha am schnellsten schaltete und aus dem Gewühl heraus den Ausgleich erzielte. Zwei Minuten später folgte der Doppelschlag: Miguel Izquierdo zog von rechts in die Mitte, bekam den Ball von Manuel Collantes mustergültig serviert und schlenzte ihn unhaltbar ins lange Eck - 1:2. Das Stadion verstummte, und man hörte nur noch Düsentriebs Freudenschrei: "Endlich rechnen sich meine Gleichungen!" Leahcim Gnipeur reagierte mit wildem Gestikulieren, aber nicht mit Wechseln - möglicherweise ein Fehler. Zwar kam Cerrense im zweiten Durchgang mit viel Einsatz zurück, schoss insgesamt 13-mal aufs Tor, doch fehlte die Präzision. Ruben Benitez verzog mehrfach knapp, und Nael Marques scheiterte in der 58. Minute freistehend an Alto-Peru-Keeper Inigo Mendes, der über sich hinauswuchs. Dann der endgültige Genickschlag: In der 53. Minute traf der 19-jährige Nevio Butragueno nach einer Vorlage von Abwehrrecke Sergi Dominguez zum 3:1. Ein Stürmerbaby mit Killerinstinkt - und das mit gerade mal drei Ballkontakten in der zweiten Halbzeit. "Ich hab einfach geschossen, weil der Ball so schön lag", meinte Butragueno bescheiden. Cerrense versuchte danach alles. Gnipeur warf in den letzten Minuten seine Taktik über Bord, setzte auf volles Pressing - das verraten auch die Daten: von "BALANCED" zu "YES" beim Pressing in der 90. Minute. Doch außer Gelb für Hans Jakobsen (64.) sprang nichts Zählbares mehr heraus. Als der Schlusspfiff kam, war der Frust greifbar. Christian Petrizzi sank auf die Knie, während Düsentrieb mit seinen Spielern abklatschte, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. "Wir haben einfach ruhig weitergespielt", erklärte Broderick, "und ein bisschen Glück gehört immer dazu." Die Statistiken erzählten eine fast ausgeglichene Geschichte: 13:15 Torschüsse, 50 zu 50 in der Zweikampfquote, leicht mehr Ballbesitz für Cerrense. Doch die Effizienz sprach klar für Alto Peru - drei Tore aus fünfzehn Versuchen, das nennt man klinisch. Ein kleines Drama am Rande: In der 20. Minute verletzte sich Emil Musiala bei einem Zweikampf, musste raus, wurde von Broderick ersetzt - und der traf prompt. "Vielleicht sollte ich öfter mal früher gehen", witzelte Musiala später mit bandagiertem Knöchel. So bleibt von diesem Abend die Erinnerung an ein Spiel, das furios begann und mit kalter Effizienz endete. Cerrense spielte schön, Alto Peru spielte klüger. Und Trainer Leahcim Gnipeur? Der fasste es mit typisch trockenem Humor zusammen: "Wir hatten mehr Ballbesitz. Aber die Tore zählen anscheinend immer noch." Ein Spielbericht, der zeigt: Fußball ist und bleibt ein einfaches Spiel - 22 Männer rennen 90 Minuten lang hinter einem Ball her, und am Ende… gewinnt diesmal eben Alto Peru. 04.02.644006 00:59 |
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Uli Hoeneß