Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Cittadella zerlegt Spezia - Perez und Johannessen tanzen zum 4:0

Ein Freitagabend in Cittadella, Flutlicht, 70.059 Zuschauer - und ein Spektakel, das für die Gäste aus La Spezia eher zur Horrorvorstellung geriet. US Cittadella überrollte die harmlose Truppe von Trainer Helly Steiner mit 4:0 (2:0) und hätte, ehrlich gesagt, auch zweistellig gewinnen können. 27 Torschüsse auf das Tor des armen Jorge Castro sprechen eine deutliche Sprache. La Spezia dagegen? Kein einziger Schuss auf das Tor. Nicht einer. Man könnte sagen: Sie waren körperlich anwesend, geistig aber im Bus geblieben.

Schon nach vier Minuten begann das Unheil. Jose Perez, Cittadellas quirliger Linksaußen, setzte zum ersten Mal an, bekam den Ball mustergültig von Igor Buterin in die Gasse - und wuchtete ihn trocken unter die Latte. 1:0, und im Stadion brandete ein Raunen auf, das mehr nach "Das wird heute bitter" klang als nach Überraschung. Perez grinste später: "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du so früh triffst, weißt du: Heute läuft’s."

Spezia reagierte - oder versuchte es zumindest. Der Ballbesitz lag mit 55 Prozent auf ihrer Seite, aber was nützt das, wenn man damit nichts anfangen kann? "Wir hatten viele Pässe", seufzte Steiner nach Abpfiff, "aber leider alle horizontal."

Cittadella dagegen spielte schnörkellos, direkt, mit einer Lust am Risiko, die ansteckend wirkte. In der 36. Minute legte der junge Agemar Mendo von links quer, Morten Johannessen rauschte heran und versenkte eiskalt - 2:0. Der Däne jubelte mit beiden Armen in der Luft, während Trainer Michael Schuller am Spielfeldrand nur kurz die Faust ballte. "Wir haben im Training genau diese Bälle geübt", sagte er später, "nur dass Morten sonst eher das Tornetz trifft."

Noch vor der Pause holte sich Michele Belcastro eine Gelbe Karte ab - eine Art "Erinnerung", dass man trotz klarer Führung konzentriert bleiben sollte. Schuller nahm’s mit Humor: "Er wollte wohl zeigen, dass er auch mal im Spielbericht vorkommt."

Nach dem Seitenwechsel ging’s munter weiter. In der 54. Minute war es wieder Perez, diesmal nach Vorlage des mutig aufrückenden Rechtsverteidigers Frederic Baptiste. Perez traf erneut, diesmal flach ins lange Eck - 3:0. Zwei Minuten später, kaum hatten sich die Gäste neu sortiert, schlug Johannessen erneut zu. Vincent Ludvigsen, normalerweise linker Verteidiger, zog nach innen und legte uneigennützig quer - der Norweger bedankte sich mit seinem zweiten Treffer. 4:0, und noch waren über 30 Minuten zu spielen.

"Ich hab kurz überlegt, ob wir das Spiel abbrechen sollten", witzelte Schuller auf der Pressekonferenz, "es war ja eigentlich alles gesagt."

La Spezia wechselte zur Pause dreifach, aber das brachte eher frische Ratlosigkeit als frische Ideen. Samuel Kelly kam für Philippidis, Terranova für Valente, und der junge Bartosz Wojcicki durfte auf links ran. Doch Cittadella blieb weiter Herr im Haus, auch wenn der Ballbesitz leicht zugunsten der Gäste ausfiel. Hinter den Kulissen tuschelten einige Fans: "Vielleicht lassen sie sie ein bisschen spielen, aus Mitleid."

In der Schlussphase wurde es noch einmal kurz unruhig: Michele Belcastro verletzte sich in der 79. Minute und wurde durch Gyula Lorant ersetzt, der prompt Gelb sah - vermutlich, um im Teamprotokoll nicht hinter seinem Vorgänger zurückzustehen.

Tim Goosens, Cittadellas Dauerläufer auf rechts, vergab in der Nachspielzeit noch zwei Großchancen. "Ich wollte den Jungs aus Spezia wenigstens ein kleines ’Danke fürs Kommen’ schicken", grinste er, "aber dann dachte ich, vier sind genug."

Am Ende stand ein 4:0, das in seiner Deutlichkeit sogar schmeichelhaft war. Die Gäste verließen den Platz mit gesenkten Köpfen, während Cittadella ausgelassen feierte. Trainer Schuller gab sich dennoch nüchtern: "Drei Punkte, zu null, und keiner verletzt - na gut, fast keiner. Mehr kann man nicht verlangen."

Und was sagte Helly Steiner? "Wir haben viel gelernt. Zum Beispiel, dass man auch mit 55 Prozent Ballbesitz verlieren kann."

Cittadella kann mit diesem Sieg weiter nach oben schielen, Spezia dagegen sollte schleunigst die Baustellen in der Defensive schließen. Wenn man 27 Schüsse zulässt, reichen auch keine 100 Prozent Ballbesitz.

Ein Abend, an dem die Statistik lügt - außer beim Ergebnis. 4:0, klare Sache. Und irgendwo im Dunkel der Kabine summte Perez leise vor sich hin: "Heute lief’s einfach."

09.12.643987 05:02
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Spielerfrau.
Mehmet Scholl auf die Frage nach seinem Lieblingsberuf
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager