Northern Ireland Football
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Cliftonville Reds feiern Torfestival gegen Banbridge Town

Ein kalter Januarabend in Belfast, Flutlicht, 15.592 Zuschauer - und eine Heimmannschaft, die offensichtlich beschlossen hatte, den Gegner gleich mit in die warme Kabine zu schicken. Die Cliftonville Reds besiegten Banbridge Town am 6. Spieltag der 1. Liga Nordirland klar mit 3:0 (2:0) und zeigten dabei eine Mischung aus Spielfreude, Präzision und - man darf es ruhig sagen - höflicher Rücksichtslosigkeit gegenüber den Gästen.

Schon in der zweiten Minute ließ Luke Whelan mit einem ersten satten Distanzschuss die Richtung erkennen: Heute würde Banbridge viel laufen müssen. Nur 13 Minuten später dann die erste und einzige ernsthafte Torannäherung der Gäste - ein Versuch von Theo Whelan (ob Verwandtschaft mit Luke besteht, ist unklar, aber der Familienfrieden dürfte nach diesem Abend angeknackst sein). Danach begann das, was man in Belfast wohl "einseitigen Verkehr" nennt.

In der 15. Minute brachte Marcos Vazques die Reds in Führung. Nach einer butterweichen Flanke von Linksverteidiger Rene Hogen stieg der junge Mittelstürmer am höchsten und köpfte aus kurzer Distanz ein. "Ich hab’ einfach nur den Kopf hingehalten", grinste Vazques später. "Rene hat den Ball so schön reingeschlagen, dass ich eher Angst hatte, ihn zu ruinieren." Trainer Hubert Wetzel nickte am Spielfeldrand zufrieden - das sah nach einstudiert aus.

Vier Minuten später klingelte es erneut: William Henderson, der laufstärkste Mann auf dem Platz, schlenzte den Ball nach Vorlage des erst 18-jährigen Benjamin Fryer ins lange Eck. Ein Tor, das so elegant aussah, dass selbst die Banbridge-Fans kurz klatschten - vermutlich aus Versehen. Henderson erklärte danach mit trockenem Humor: "Ich wollte eigentlich flanken, aber wenn’s so reingeht, beschwert sich ja keiner."

Banbridge Town hingegen wirkte, als hätten sie das Memo über den Anpfiff zu spät bekommen. Mit nur einem Torschuss im ganzen Spiel und knapp 48 Prozent Ballbesitz blieb die Truppe von Trainer Hubert Wetzel (der doppelt Wetzel, wie die Zuschauer witzelten - Heimtrainer und Gasttrainer heißen gleich) über 90 Minuten harmlos. "Wir haben den Gegner zu gut studiert", sagte er nach Abpfiff und lächelte schief. "Leider haben wir vergessen, selbst mitzuspielen."

Die Reds hingegen ließen nicht locker. 23 Torschüsse, davon 14 allein in der zweiten Halbzeit, zeigten, dass sie Lust auf mehr hatten. Xavier de Galvez - der zur Pause schon einmal ausgewechselt worden war, aber in der 46. wieder auf dem Feld stand - krönte seine Leistung in der 60. Minute mit dem 3:0. Wieder war es Benjamin Fryer, der vorbereitete. Der Teenager spielte eine so präzise flache Hereingabe, dass Galvez nur noch den Fuß hinhalten musste. "Das war wie im Training - nur dass diesmal Leute zugeschaut haben", lachte der Spanier.

Ab da wurde es zum Schaulaufen. Israel Begin und erneut Henderson prüften Banbridge-Keeper Ellis Kirwan in schöner Regelmäßigkeit, der trotz der drei Gegentore bester Mann seines Teams war. "Wenn ich 20 Bälle halte und trotzdem 3:0 verliere, weiß ich, was los war", meinte er hinterher und zuckte mit den Schultern.

In den letzten Minuten hatten die Reds sichtlich Spaß. Innenverteidiger Max Kilbane versuchte sich in der 79. Minute sogar an einem Fallrückzieher - das Publikum jauchzte, der Ball landete auf der Tribüne. Trainer Wetzel kommentierte trocken: "Wenn er so weiterübt, darf er das nächste Woche wieder probieren - im Training."

Taktisch blieb Cliftonville bis zum Schluss offensiv, aggressiv, spielfreudig. Ihr Pressing wurde gegen Ende noch intensiver, als wollten sie mit Gewalt das vierte Tor erzwingen. Banbridge hingegen blieb bis zum Schlusspfiff in der gleichen "balanced"-Ausrichtung - was in diesem Fall so viel bedeutete wie: Sie hielten sich tapfer an der Mittellinie fest.

Als Schiedsrichter Mullen endlich abpfiff, atmete Banbridge erleichtert aus, während die Reds jubelten. Der junge Fryer wurde vom Publikum gefeiert, als hätte er persönlich den Ballon d’Or gewonnen. "Ich hab’ einfach Spaß da draußen", sagte er schüchtern ins Mikrofon. "Die Älteren lassen mich machen - und heute hat’s halt funktioniert."

Das Fazit: Ein souveräner, hochverdienter Sieg für die Cliftonville Reds, die mit 3:0 nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Spiel bestimmten. 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 51,7 Prozent Ballbesitz und eine Offensive, die wie geschmiert lief - das war eine Demonstration. Banbridge Town dagegen muss dringend über den eigenen Angriffsplan nachdenken. Oder überhaupt einen haben.

Und während sich die Zuschauer in der kalten Nacht auf den Heimweg machten, murmelte ein älterer Fan der Reds noch in seinen Schal: "Wenn sie so weitermachen, kauf’ ich mir wieder eine Dauerkarte - aber nur, wenn Vazques sein Lächeln behält."

Ein Abend, wie ihn Fußballromantiker lieben - mit Toren, Witz und einer klaren Botschaft: Die Reds sind heiß. Und Banbridge hat jetzt eine Woche Zeit, sich abzukühlen.

17.03.643987 23:05
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