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Primera Division | 19. Spieltag | 06.10.26 | Colegio Merida - CF Maracaibo 1:1 Dabei begann Merida schwungvoll. Nelio Bergantinos prüfte in der 7. Minute erstmals Maracaibos Torwart Manuel Semprun, Finn Buch legte drei Minuten später nach. Merida hatte die Spielkontrolle, bewegte den Ball ordentlich und kam am Ende auf 58,85 Prozent Ballbesitz. Trainer Jupp Tenhagen hatte seine Mannschaft ausgewogen eingestellt: kein wildes Pressing, keine taktische Brechstange, sondern geduldiges Aufbauen. Geduldig war allerdings auch Maracaibo - zumindest beim Warten auf die eine Gelegenheit. Die kam in der 27. Minute. Tomasz Lesniak, Maracaibos Mittelstürmer, nutzte sie und brachte die Gäste mit 1:0 in Führung. Ein Treffer gegen den Spielverlauf, aber Fußball ist bekanntlich keine demokratische Veranstaltung. Wer mehr Ball hat, bekommt nicht automatisch auch mehr Tore. "Wir hatten den Ball, Maracaibo hatte den Moment", sagte Tenhagen später. "Das ist eine ziemlich unfaire Arbeitsteilung." Merida blieb dran. Aki Ylönen schoss in der 20. Minute, Jorge Garces und Ghalib Melchior versuchten es kurz vor der Pause. Doch Semprun und seine Vorderleute brachten die knappe Führung in die Kabine. Maracaibo war offensiv ausgerichtet und spielte mit hoher Aggressivität. Marc Celine sah bereits in der 4. Minute Gelb - ein früher Hinweis darauf, dass die Gäste das Regelbuch eher als grobe Empfehlung betrachteten. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Colegio Merida den Druck. Die Angriffe rollten nun häufiger über die Flügel, Buch und Garces tauchten immer wieder in gefährlichen Zonen auf. In der 58. Minute sah auch Ylönen Gelb, bevor Maracaibo zwei Minuten später seinen eigenen Problemfall verlor: Celine erhielt Gelb-Rot und musste vom Platz. Samuel Douglas kam für Ricardo Quevedo, Maracaibo musste die Schlussphase in Unterzahl bestreiten. Und dann fiel der Ausgleich. In der 63. Minute schlug Merida zu: Finn Buch traf zum 1:1, Jorge Garces lieferte die Vorarbeit. Buch hatte kurz zuvor bereits auf das Tor geschossen und legte nach seinem Treffer gleich noch einen weiteren Versuch nach. "Ich dachte, irgendwann muss einer davon hineingehen", sagte der Torschütze. "Zum Glück war der Ball derselben Meinung." Die Gastgeber drängten nun auf den Sieg. Domingo Juanez, Ognjen Ergic, Riley Stanton und erneut Bergantinos suchten den Abschluss. Insgesamt gab Merida 14 Torschüsse ab, Maracaibo immerhin 11. Die Gäste blieben trotz Unterzahl gefährlich, Duarte Mendes und Marcel Bak beschäftigten die Merida-Abwehr bis in die Schlussphase. Bak allein kam mehrfach zum Abschluss - offenbar mit dem festen Vorsatz, die Torhüter nicht einschlafen zu lassen. Maracaibos Trainer Sprego Boss nahm das Ergebnis mit der Gelassenheit eines Mannes, dessen Mannschaft gerade einen Punkt erkämpft hatte: "Wir haben gelitten, aber wir haben nicht aufgegeben." Tenhagen sah es ähnlich, klang aber weniger zufrieden: "Wir hätten dieses Spiel gewinnen können. Aber dafür muss man das Tor eben nicht nur anschauen." So blieb es beim 1:1. Merida war überlegen, Maracaibo effizienter und am Ende zäh genug. Die Zuschauer gingen mit Applaus nach Hause - einige freiwillig, andere vermutlich, weil das Stadion irgendwann geschlossen werden musste. 06.10.2026 21:03 |
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