Northern Ireland Football
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Coleraine Town zerlegt Coagh United - ein 5:1 mit Ansage

Ein lauer Donnerstagabend im März, 22.562 Zuschauer im Coleraine-Stadion - und wer nur wegen der Stadionwurst gekommen war, bekam als Beilage ein Torfestival serviert. Coleraine Town fegte Coagh United mit 5:1 vom Platz, als wolle Trainer Bert Legat persönlich zeigen, dass "OFFENSIVE" nicht nur ein Menüpunkt in der Taktiksoftware ist, sondern eine Lebenseinstellung.

Gleich zu Beginn legte der 17-jährige Liam Yeates los, als hätte er nie etwas anderes getan als Erstligaverteidigungen zu schwindelig zu spielen. In der 5. Minute stand er goldrichtig, nachdem Laszlo Csernai den Ball gefühlvoll durch die Schnittstelle gespielt hatte - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Yeates später, "aber dann war der Ball halt drin. Passiert."

Kaum hatten die Gäste sich gesammelt, kam auch schon der nächste Schlag: Mariusz Matusiak, der zentrale Mittelfeldmotor, hämmerte den Ball in der 15. Minute unhaltbar unter die Latte. Vorlage von Luke Graves, der anschließend mit ausgestrecktem Zeigefinger Richtung Trainerbank deutete - offenbar ein kleines Dankeschön für Legats Vertrauen. "Ich hab’ ihm gesagt, er soll einfach mal schießen, statt immer den Ball zu streicheln", erzählte Legat lachend. "Scheint geholfen zu haben."

Coagh United wirkte in dieser Phase wie ein Tourist, der in der falschen Stadt gelandet ist: höflich bemüht, aber völlig überfordert. Trotzdem gelang in der 44. Minute der Anschlusstreffer. Michel Osterhoudt schickte Alexander O’Brien steil, der mit einem flachen Schuss ins rechte Eck das 2:1 markierte. Es war das, was man im Trainerjargon "ein Lebenszeichen" nennt.

Nach der Pause wechselte Coleraine munter durch. Torwart Alexandru Mihali durfte nach 46 Minuten Feierabend machen, der 17-jährige Lucas Houghton bekam seine Feuertaufe. "Ich hab’ mir vorgenommen, wenigstens einmal den Ball zu berühren", witzelte der Nachwuchskeeper nach dem Spiel - und tatsächlich musste er kaum eingreifen, denn das Geschehen verlagerte sich fast ausschließlich in die Hälfte der Gäste.

In der 60. Minute war es dann wieder soweit: Laszlo Csernai, der erfahrene Mittelstürmer, verwandelte nach Vorlage von Oscar Heinemann zum 3:1. Das Duo wirkte wie ein eingespieltes Jazzduo - einer spielt den Ton, der andere setzt die Pointe. "Wir verstehen uns blind", meinte Csernai, "manchmal sogar besser als mit meiner Frau."

Von Coagh United kam nun gar nichts mehr. Zwar wiesen die Statistiker später einen hauchdünnen Ballbesitzvorteil von 50,5 Prozent für die Gäste aus, aber das war eher kosmetischer Natur. Coleraine schoss 22-mal aufs Tor, Coagh sechs Mal - und das sagt alles.

In der 73. Minute setzte Malkolm Steinsson, eigentlich linker Verteidiger, zu einem seiner berüchtigten Ausflüge nach vorne an. Nach einem Pass von Tomas Sestak zog er einfach ab - 4:1. Der Jubel war entsprechend ekstatisch. "Ich wusste, dass der reingeht", sagte Steinsson hinterher mit todernstem Gesicht. "Ich hab’ nämlich die Augen zugehabt."

Vier Minuten später erhöhte Csernai mit seinem zweiten Treffer auf 5:1, wieder nach Vorlage von Sestak, der an diesem Abend gefühlt auf jeder Position außer im Tor zu finden war. Von der Bank aus sah Trainer Legat zufrieden aus, als er sich das Notizbuch vor die Brust drückte - vermutlich, um zu verhindern, dass jemand die Worte "Mission erfüllt" lesen konnte, die er hineingekritzelt hatte.

Coagh-Trainer war nach dem Spiel nicht zu beneiden. "Wir wollten eigentlich kompakt stehen", murmelte er in die Mikrofone, "aber Coleraine war heute einfach… breiter." Eine treffende Analyse, wenn man bedenkt, dass seine Mannschaft vor allem darin glänzte, den Raum zwischen den Linien großzügig zu interpretieren.

Am Ende blieb Coleraine Town mit 5:1 der klare Sieger eines Spiels, das in seiner Einseitigkeit fast schon wieder unterhaltsam war. Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen - und einer Welle, die so synchron war, dass selbst die Ersatzspieler kurz aufhörten, Selfies zu machen.

"Wenn wir so weitermachen, braucht uns keiner mehr zu erklären, was Offensive heißt", meinte Trainer Legat augenzwinkernd beim Abgang. Und Yeates, der junge Held des Abends, fügte hinzu: "Ich hab’ gehört, man wird erst richtig Profi, wenn man in der Zeitung steht. Dann bin ich wohl ab morgen einer."

Fazit: Coagh United war bemüht, Coleraine Town war brillant - und die Fans hatten ihren Spaß. Fußball kann manchmal so einfach sein.

16.12.643993 11:00
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