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Colombo tanzt Kohfidisch schwindlig - Vöcklabruck siegt 2:0

Es war ein frostiger Januarabend in Vöcklabruck, aber auf dem Platz dampfte es - zumindest aus Sicht der Gastgeber. 15.276 Zuschauer sahen ein Spiel, das früh entschieden wurde und danach den Charakter einer gepflegten Trainingsübung annahm. Der SC Vöcklabruck besiegte Kohfidisch mit 2:0 (2:0) und hatte dabei über weite Strecken alles im Griff, auch wenn man sich nach der Pause auf das Verwalten des Ergebnisses beschränkte.

Held des Abends: Valentino Colombo. Der 33-jährige Rechtsaußen, mit einer Mischung aus Routine, Frechheit und der Ballbehandlung eines Italieners, der zu viel Espresso hatte, schoss beide Tore (15., 21. Minute). Einmal nach Flanke des rechts aufgerückten Mihai Bodola, einmal nach Zuspiel von Manfred Ackermann über links - zwei Angriffe wie aus dem Lehrbuch, präzise und schnörkellos. "Ich hab einfach gemacht, was wir im Training nie hinbekommen", grinste Colombo nach dem Spiel und zwinkerte Richtung Trainerbank.

Die Zuschauer, noch mit dem Glühwein in der Hand, mussten kaum blinzeln, um das 1:0 zu verpassen. Nach gerade mal einer Viertelstunde rauschte Colombo in die Hereingabe von Bodola und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Sechs Minuten später der nächste Streich: Ackermann zog über links, legte quer, Colombo ließ den Ball einmal aufspringen und knallte ihn trocken in die lange Ecke. "Da war kurz Stille in meinem Kopf - und dann Jubel im Ohr", erzählte der Doppeltorschütze später, als er schon mit Wollmütze in der Mixed Zone stand.

Kohfidisch hingegen hatte an diesem Abend weder das Glück noch das Selbstvertrauen, um Vöcklabruck ernsthaft zu gefährden. Nur fünf Schüsse aufs Tor, kein Treffer. Trainer Micha Roost wirkte nach Abpfiff wie ein Mann, der zu viele Taktiktafeln gesehen hatte: "Wir wollten über die Flügel kommen, aber irgendwie waren da immer elf Vöcklabrucker im Weg." Tatsächlich: Die Gastgeber kontrollierten mit 55 Prozent Ballbesitz und einer souveränen Zweikampfquote (ebenfalls 55 Prozent) das Geschehen.

Torhüter Nils Weber, meist beschäftigungslos, unterhielt sich in der zweiten Halbzeit phasenweise mit den Balljungen - so ruhig war es in seinem Strafraum. Nur einmal, in der 59. Minute, musste er nach einem Schuss von Kohfidischs Stürmer Michael Reichert die Handschuhe wirklich benutzen. "Ich dachte schon, ich frier hier ein", scherzte Weber später.

Vöcklabruck schoss insgesamt 18 Mal aufs Tor - ein Wert, der die Überlegenheit unterstreicht, aber auch die Effizienzfrage aufwirft. "Wenn wir 18 Mal schießen und nur zweimal treffen, ist das ausbaufähig", knurrte Assistenzcoach Huber. Trainername für Vöcklabruck war zwar nicht angegeben, aber wer an der Seitenlinie stand, hatte offenbar Humor: Er klatschte nach Colossos zweitem Tor so heftig, dass sein Notizblock in den Matsch fiel.

Ab der 70. Minute schaltete Vöcklabruck in den Verwaltungsmodus. Kai Scholz durfte noch ein paar Weitschüsse ausprobieren, Leandro Argusto ließ an der Eckfahne die Zeit verrinnen. Gelb kassierten in der Schlussphase Bodola (85.) und Ackermann (88.) - beide eher aus Langeweile denn aus Bösartigkeit. "Ich wollte nur zeigen, dass ich noch da bin", lachte Ackermann.

Kohfidisch mühte sich redlich, doch ihre Angriffe wirkten wie mit angezogener Handbremse. Der junge Keeper Kay Brinkmann (19) verhinderte mit einigen Paraden Schlimmeres und war am Ende der einzige Kohfidischer, der wirklich Applaus bekam. "Das war Lehrgeld", sagte er tapfer.

Taktisch blieb das Spiel unspektakulär: Beide Teams setzten auf eine ausgewogene Ausrichtung, kein wildes Pressing, keine Hauruck-Offensive. Nur Vöcklabruck verstand es, diese Balance in klare Aktionen umzusetzen. Das Ergebnis: ein ungefährdeter, aber keineswegs glanzloser Heimsieg, der die Fans zufrieden nach Hause schickte.

"Wir wollten einfach ruhig bleiben", meinte Colombo mit einem Grinsen, das verriet, dass er alles andere als ruhig gewesen war. Und als er mit dem Spielball in der Hand in den Kabinentrakt verschwand, rief ihm ein Fan hinterher: "Valentino, bleib ewig 33!" - worauf der Stürmer nur lachte: "Ich geb mir Mühe!"

Am Ende blieb der Eindruck eines souveränen Vöcklabrucks, das reifer und abgeklärter wirkte als der Gegner. Kohfidisch dagegen hat Hausaufgaben - nicht in der Taktik, sondern im Glauben an sich selbst.

Und falls jemand fragt, wie man bei minus zwei Grad zwei Tore schießt: Einfach Colombo anrufen. Der weiß offenbar, wie’s geht.

18.03.643987 01:50
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