Tuttosport
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Como zerlegt Empoli - ein Halbzeit-Feuerwerk am Comer See

Wenn 32.024 Zuschauer an einem lauen Aprilabend ins Stadio Giuseppe Sinigaglia pilgern, dann hoffen sie auf Spektakel - und Como lieferte. Mit einem furiosen 3:0 (3:0) fertigten die Norditaliener den AC Empoli am 4. Spieltag der 2. Liga Italien ab und machten schon vor der Pause alles klar. Danach war’s eher gemütliches Ballstreicheln mit Aussicht auf den See.

Trainer Peter Hess, sonst ein Mann der leisen Worte, grinste nach dem Abpfiff beinahe verschmitzt: "Wir wollten offensiv beginnen - und ehrlich gesagt, wir wollten auch mal zur Halbzeit durchatmen können." Sein Plan ging auf: drei Tore in 23 Minuten, das nennt man wohl frühe Erledigung der Pflichten.

Der Abend gehörte vor allem Gianfranco Fuscaldo. Der 21-jährige Linksaußen spielte, als hätte er den Espresso intravenös bekommen. Schon in der 17. Minute eröffnete er den Torreigen nach Pass von Karel Plisek. Ein trockener Schuss ins lange Eck - Empolis Keeper Riccardo Bruno streckte sich vergeblich. "Ich hab’ einfach draufgehalten", sagte Fuscaldo später mit einem Grinsen, "und gehofft, dass keiner merkt, dass das eigentlich mit dem schwachen Fuß war."

Nur 15 Minuten später war Nevio Meireles dran. Der flinke Rechtsaußen schloss einen mustergültigen Angriff über Esteban Ibano ab - 2:0 in der 32. Minute, das Stadion kochte. Empolis Verteidigung? Eher ein Kartenhaus im Wind. Und als Fuscaldo in der 40. Minute nach Vorarbeit von Fabio Oliveira erneut traf, war Peter Hess’ Plan endgültig aufgegangen.

"Wir haben uns selbst geschlagen", knurrte Empoli-Trainer Alessandro Conti nach dem Spiel (er verzichtete auf den sonst üblichen Händedruck). "Drei Chancen, drei Tore - das darf nicht passieren." Nun ja, Chancen hatte Como deren 15, Empoli kam auf 6 - und das bei 52 Prozent Ballbesitz. Schön, wenn man viel vom Ball hat, aber wenig damit anzufangen weiß.

Die zweite Hälfte verlief, als hätte jemand den Lautstärkeregler heruntergedreht. Como verwaltete, Empoli versuchte, wenigstens den Ehrentreffer zu erzwingen. Doch Torwart Daniel Brady hielt seinen Kasten sauber, auch weil Isaac Marshal und Georges Hannigan ihre Möglichkeiten eher in Richtung Lago di Como zielten als aufs Tor.

Bei Como gab’s noch etwas Farbe: Julian Ruy sah in der 50. Minute Gelb, ebenso Filippo Cerutti (63.), Jörn Bendtsen (85.) und Tibor Albert (86.). Bei Empoli traf es den jungen Hjalmar Mattson (78.) - immerhin Gleichstand in der Disziplin "Verwarnt, aber nicht verloren".

In der 60. Minute wechselte Hess doppelt: Tibor Albert kam für Julian Ruy, und der junge Lorenzo Pinna ersetzte den fleißigen Ibano im Mittelfeld. Pinna, 20 Jahre jung, durfte später noch einen beherzten Distanzschuss abfeuern (89.), der das Netz allerdings nur von außen streichelte. Danach passierte: nichts. Und das war für Como völlig in Ordnung.

Statistisch gesehen war Empoli sogar leicht überlegen - zumindest im Ballbesitz. Doch Comos Effizienz war gnadenlos: 15 Schüsse aufs Tor, drei Treffer, null Gegentore. Tacklingquote? 54 zu 46 Prozent für die Gastgeber. So gewinnt man Spiele, nicht Schönheitswettbewerbe.

Nach dem Spiel scherzte Hess mit einem Journalisten: "Wir haben uns vorgenommen, diesmal nicht in der Nachspielzeit zu zittern. Das hat ja geklappt." Gianfranco Fuscaldo wurde zum Mann des Abends gewählt. "Zwei Tore, das ist schon besonders", meinte er, "aber ehrlich: Ich wollte eigentlich ein drittes machen, nur hat mir der Trainer in der Kabine den Espresso verboten."

Empolis Kapitän Enrico Mendicino hingegen wirkte ratlos: "Wir hatten den Ball, sie hatten das Spiel. Das ist das Bitterste." Dass Empoli mit seiner ausgeglichenen, aber zahmen Taktik (kein Pressing, keine Überraschung) kaum Druck aufbauen konnte, war offensichtlich.

So blieb der Abend ein Lehrstück dafür, wie man mit weniger Ballbesitz, aber mehr Mut ein Spiel dominiert. Für Como war’s der zweite Sieg in Folge - und möglicherweise der Moment, in dem die Fans anfingen zu träumen.

Ein älterer Zuschauer auf der Tribüne fasste es vielleicht am besten zusammen: "Wenn sie so weiterspielen, brauchen wir bald ein größeres Stadion." Und er hatte recht - zumindest an diesem Abend war Como zu groß für Empoli und zu schön für jede Statistik.

Schlusswort: Wer die Sonne über dem Comer See untergehen sah, verstand, warum Fußball manchmal Kunst ist - und manchmal einfach nur drei Tore in 40 Minuten.

26.04.643997 00:44
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