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Europaliga Qualifikation | 1. Runde - Hinspiel | 11.08.26 | Conquense - Viking FK 5:0 47.297 Zuschauer waren gekommen, um ein enges Duell in der ersten Runde der Europaliga-Qualifikation zu sehen. Sie bekamen stattdessen eine Vorführung. Conquense besiegte Viking FK im Hinspiel am Dienstagabend mit 5:0 (2:0) und verwandelte den Weg in die nächste Runde schon einmal in eine ziemlich kurze Wanderung. Dabei begann Viking zunächst keineswegs schüchtern. Bruno Frechaut, Marcio Henrique und Sigfrid Bloch prüften in den ersten fünf Minuten die Aufmerksamkeit der Conquense-Abwehr. Es war ein munterer Start der Gäste - allerdings einer, der sich im Nachhinein ungefähr so gefährlich ausnahm wie ein höfliches Klopfen an einer verschlossenen Tür. Conquense antwortete mit zunehmender Wucht. Jacob Bridges tauchte mehrfach gefährlich auf, Xabier Poncela und Lorenzo Figline schalteten sich ein, Jacinto Mendivil kurbelte im Zentrum. Die Gastgeber spielten offensiv, suchten aber nicht blind den Abschluss. Ihr Rezept war klar: geduldig kombinieren, gute Chancen herausspielen und Viking möglichst lange hinterherlaufen lassen. In der 38. Minute zahlte sich das aus. Mendivil bediente Adam Zuraw, der von rechts kommend vollendete. 1:0 - und der Abend nahm jene Richtung, die Viking-Trainer Markus Frey vermutlich nicht auf seiner Taktiktafel vorgesehen hatte. "Wir wollten kompakt stehen und auf unsere Chance warten", sagte Frey später. "Leider hat Conquense beschlossen, uns diese Wartezeit sehr unangenehm zu machen." Kurz vor der Pause legte Zuraw nach. In der 45. Minute kam die Vorlage von Christiano Morais, Zuraw blieb cool und stellte auf 2:0. Ein Doppelschlag mit Ansage, auch wenn die Ansage offenbar nur Zuraw gehört hatte. In der Kabine soll Conquense-Trainer Andreas Sch seine Mannschaft dennoch gewarnt haben: "Wir führen, aber ein Europapokalspiel ist kein Grund, plötzlich höflich zu werden." Die Warnung verhallte nicht. Conquense blieb offensiv und erhöhte den Druck, obwohl Viking nach dem Seitenwechsel stärker über Konter und lange Bälle kommen wollte. In der 54. Minute traf Mendivil selbst, vorbereitet von Alex Berenguer. Das 3:0 war die logische Belohnung für einen Mittelfeldspieler, der bis dahin überall dort auftauchte, wo Viking ihn am wenigsten gebrauchen konnte. Berenguer revanchierte sich in der 81. Minute. Mendivil lieferte die Vorlage, Berenguer vollendete - Fußball kann manchmal erstaunlich ordentlich organisiert sein. In der 89. Minute setzte Aitor Penas den Schlusspunkt. Lorenzo Figline bereitete vor, Penas traf zum 5:0 und ließ die letzten Hoffnungen der Gäste endgültig im Flutlicht verschwinden. Viking hatte zwar mit 55,3 Prozent etwas mehr Ballbesitz, doch Ballbesitz allein ist bekanntlich kein Tor - sonst würden manche Mannschaften ihre Statistikabteilung aufstellen und den Mittelstürmer abmelden. Conquense gab 21 Torschüsse ab, Viking kam auf acht. Auch in den Zweikämpfen waren die Gastgeber entschlossener: Ihre Erfolgsquote lag bei 54,4 Prozent. "Wir haben nicht mehr Ball gebraucht, sondern mehr Mut", erklärte Sch nach dem Spiel. "Und heute hatten wir davon reichlich." Viking versuchte in der Schlussphase mit aktivem Pressing und Kurzpassspiel noch einmal gegenzuhalten, doch da war die Partie längst entschieden. Für das Rückspiel hat Conquense nun einen komfortablen Vorsprung. Viking müsste fünf Tore aufholen - eine Aufgabe, bei der selbst der optimistischste Fan kurz nach dem Taschenrechner greifen dürfte. Der Europapokal bleibt offen. Dieses Duell allerdings fühlt sich bereits erstaunlich abgeschlossen an. 11.08.2026 20:02 |
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