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Premier League | 19. Spieltag | 24.07.26 | Kafr Kanna Greens - Tirat Carmel FC 0:4 Eugenio Conte, 32 Jahre alt und beruflich eigentlich mit dem Verhindern von Toren beschäftigt, eröffnete in der zweiten Minute den Torreigen. Rafael Gelmirez hatte vorbereitet, Conte vollendet. Die Greens waren zu diesem Zeitpunkt gedanklich offenbar noch bei der Platzwahl. "Ich habe nur gesehen, dass da plötzlich sehr viel Raum war", sagte Conte später mit einem Grinsen. "Als Verteidiger wird man bei so einer Einladung natürlich misstrauisch. Aber ich bin trotzdem hingegangen." Vier Minuten später war das Misstrauen endgültig verflogen. Ansgar Henriksson setzte Mittelstürmer Isidoro Oliveira in Szene, der in der sechsten Minute das 2:0 erzielte. Kafr Kanna wirkte wie eine Mannschaft, die gerade bemerkte, dass der gemütliche Abendspaziergang versehentlich als Ligaspiel angesetzt worden war. Tirat Carmel trat offensiv an, suchte konsequent die Flügel und schoss aus nahezu jeder brauchbaren Lage. Der Plan von Trainerin Babsi Klemm war ebenso schlicht wie wirkungsvoll: Breite schaffen, Tempo aufnehmen, abschließen. "Wir wollten sofort da sein", erklärte Klemm. "Dass wir nach sechs Minuten zweimal da waren, war selbst mir fast ein bisschen unheimlich." In der 15. Minute folgte bereits der nächste Treffer. Ivar Munk bereitete vor, Rechtsverteidiger Jelle Brill traf zum 3:0. Damit hatten bei Tirat Carmel innerhalb einer Viertelstunde ein Innenverteidiger, ein Mittelstürmer und ein Rechtsverteidiger getroffen. Nur Torhüter Georg Danielsen durfte sich vermutlich kurz fragen, ob auch für ihn noch eine Offensivrolle vorgesehen war. Die Greens kamen erst danach zu eigenen Abschlüssen. Harrison Caroll prüfte in der 22. Minute den Gästetorwart, vier Minuten später versuchte es der erst 19-jährige Rechawam Ben-Shushan. Gefährlich genug, um Hoffnung zu verbreiten, war das allerdings nicht. Tirat Carmel blieb aktiver und ging mit einem komfortablen 3:0 in die Pause. "In der Kabine war es sehr ruhig", berichtete Kafr Kannas Joseph Eliot. "Jemand hat eine Trinkflasche zugeschraubt. Das war wahrscheinlich unser lautester Moment in der ersten Halbzeit." Eliot selbst setzte kurz nach Wiederbeginn einen der insgesamt sechs Kafr-Kanna-Torschüsse ab. Auch Yanik Will, später erneut Eliot und Andre Mofaz versuchten ihr Glück. Danielsen und seine Defensive ließen sich jedoch nicht überwinden. Die Zahlen erzählten dieselbe Geschichte wie der Rasen: Tirat Carmel kam auf 14 Torschüsse, Kafr Kanna auf sechs. Der Ballbesitz war mit 52,88 zu 47,12 Prozent für die Gäste keineswegs erdrückend. Doch während die Greens ihren Anteil häufig verwalteten, machten die Gäste aus dem Ball ein Arbeitsgerät. Auch bei der Zweikampfquote lag Tirat Carmel mit 53,92 Prozent vor Kafr Kanna, das auf 46,08 Prozent kam. In der 70. Minute setzte Conte den Schlusspunkt. Wieder kam die Vorarbeit von Munk, wieder stand der Innenverteidiger dort, wo ihn niemand erwartet hatte - am wenigsten offenbar die Heimabwehr. Mit seinem zweiten Treffer erhöhte Conte auf 4:0. "Zwei Tore sind schön", sagte der Matchwinner. "Aber morgen muss ich trotzdem wieder verteidigen. Die Kollegen sind da erstaunlich streng." Sigurd Carlsen hätte das Ergebnis noch deutlicher gestalten können. Der Rechtsaußen gab allein fünf Torschüsse ab, blieb aber ohne Treffer. Sein persönlicher Dauerbeschuss war gewissermaßen die sportliche Version eines hartnäckigen Klopfens an einer längst geöffneten Tür. Zum Schluss verlor Kafr Kanna neben dem Spiel auch noch Patrick Bouchard. Nach Gelb in der 75. Minute sah der Mittelfeldspieler in der 90. Minute Gelb-Rot. Marcos Ruiz holte sich in der Nachspielzeit ebenfalls noch eine Verwarnung ab. Leandro Djalo hatte aufseiten der Gäste in der 82. Minute Gelb gesehen. Dann war Schluss. Tirat Carmel feierte einen souveränen Auswärtssieg, Babsi Klemm eine nahezu perfekte Vorstellung und Eugenio Conte einen Doppelpack, den man eher von Oliveira oder Carlsen erwartet hätte. Kafr Kanna blieb dagegen nur die bittere Erkenntnis: Wenn schon die gegnerischen Innenverteidiger zweimal treffen, ist der Abend vermutlich wirklich gelaufen. 24.07.2026 21:20 |
Sprücheklopfer
Es wird nicht ganz zur Routine, weil ich ja mittlerweile auch die Mütter gewechselt habe.
Felix Magath auf die Frage, ob Geburten ab dem fünften Kind schon zur Routine werden