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Cremas FC dreht die Partie - späte Erlösung im heißen Hauptstadtduell

Es war ein Abend, wie ihn die 12.500 Zuschauer im Estadio Nacional so schnell nicht vergessen werden: Cremas FC gewann am 8. Spieltag der 1. Liga Guatemala mit 2:1 gegen Atletico Jalapa - dank eines späten Doppelschlags, der die Nerven aller Beteiligten auf eine harte Probe stellte. "Ich dachte schon, das wird einer dieser Abende, an denen der Ball einfach nicht reinwill", schnaufte Matchwinner Gabri Canalejas nach der Partie - und grinste dabei, als hätte er gerade die Lottozahlen gezogen.

Dabei hatte die Partie für die Gastgeber alles andere als verheißungsvoll begonnen. Atletico Jalapa, von Trainerin Pia Castell mutig offensiv eingestellt, übernahm von Beginn an die Initiative. Schon in der 2. Minute prüfte David Barros den Cremas-Keeper Iker Frechaut mit einem satten Schuss - der erste von insgesamt zwölf Torschüssen der Gäste. Cremas dagegen wirkte anfangs träge, fast schon höflich-zurückhaltend, als wolle man den Gästen erst einmal zeigen, wo das Tor steht.

In der 37. Minute war es dann so weit: Yannick Felix, der umtriebige Mittelfeldmotor Jalapas, traf nach schönem Zuspiel von Joaquin Bosingwa zur 1:0-Führung. "Das war ein Tor aus dem Lehrbuch - zumindest aus unserem", meinte Castell später trocken. Ihr Team spielte bis zur Pause clever, aggressiv, aber nie überhart. Zwei gelbe Karten in der zweiten Halbzeit sollten später zeigen, dass der Grat zwischen Leidenschaft und Übermut allerdings schmal sein kann.

Cremas FC, taktisch wie immer ausgewogen, suchte in der Halbzeit offenbar weniger nach neuen Ideen als nach wachrüttelnden Worten. Und offenbar fand jemand die richtigen. Denn nach dem Wiederanpfiff präsentierten sich die Hausherren wie verwandelt. Die Pässe kamen an, die Flügelspieler liefen heiß, und das Publikum erinnerte sich wieder daran, warum es Fußball liebt.

In der 59. Minute platzte der Knoten: Esteban Simao tankte sich über links durch und legte mustergültig für Pau Ferrer auf, der aus halblinker Position eiskalt vollendete. 1:1 - und plötzlich bebte das Stadion. Ferrer rannte jubelnd zur Eckfahne, Simao kam hinterher, und irgendwo dazwischen verlor ein Balljunge vor Begeisterung seinen Hut. "Wir wussten, dass wir Geduld brauchen", erklärte Ferrer. "Aber nach dem Ausgleich war klar: Jetzt holen wir das Ding."

Und tatsächlich - Cremas drückte. Jalapa konterte zwar gefährlich, vor allem über Eric Bernheim, doch das Spiel kippte. Die Gastgeber hatten nun 53 Prozent Ballbesitz, ließen den Ball laufen und die Gäste laufen. In der 83. Minute fiel dann die Entscheidung: Wieder Simao über links, diesmal eine butterweiche Flanke - und Gabri Canalejas, der Linksverteidiger mit Offensivdrang, stieg am höchsten und köpfte den Ball unhaltbar ins lange Eck. 2:1, das Stadion explodierte.

Trainerin Pia Castell warf danach alles nach vorn, wechselte die 17-jährige Nachwuchshoffnung Dimas Allegri ein - und in der 90. Minute sogar den Torwart. "Julian sollte Erfahrung sammeln", sagte sie später, "und wenn man schon verliert, dann wenigstens mit Stil." Ein Satz, der so viel über ihre Haltung aussagte wie das Spiel über die Moral der Cremas.

Denn die Gastgeber verteidigten den Vorsprung mit allem, was sie hatten - und ein wenig Glück. Ein letzter Distanzschuss von Yannick Felix in der 91. Minute strich haarscharf über die Latte. Danach war Schluss, und die Erleichterung im Stadion war greifbar. "Das war ein Sieg des Glaubens, nicht des Glanzes", sagte ein sichtlich erschöpfter Esteban Simao. Und fügte lachend hinzu: "Aber wenn Glauben so schön belohnt wird, sollten wir öfter an Wunder glauben."

Die Statistik sprach am Ende eine paradoxe Sprache: Jalapa mit mehr Torschüssen (12 zu 7) und besserer Zweikampfquote, Cremas aber mit dem längeren Atem und der effizienteren Offensive. Vielleicht war genau das der Unterschied - und vielleicht auch der Heimvorteil, der in Guatemala-Stadt eben nicht nur in Dezibel gemessen wird.

So bleibt ein Spiel, das alles bot: Spannung, Dramatik, Emotion - und ein Trainerzitat fürs Poesiealbum. "Fußball ist manchmal unfair", seufzte Castell beim Abgang. "Heute war er charmant unfair."

Und wer weiß: Vielleicht hatte sie da sogar recht.

10.04.643987 04:33
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