Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Crno Belgrad schießt sich spät frei - 2:0 gegen hartnäckiges Smederevo

Es war einer dieser Abende in Belgrad, an denen 59.000 Zuschauer zwar fröstelten, aber sich am Ende doch die Hände warm klatschten. Crno Belgrad gewann am 7. Spieltag der 1. Liga Serbien mit 2:0 (0:0) gegen FK Smederevo - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber ein Spiel krönte, in dem Geduld, Pech und ein bisschen Sturheit die Hauptrollen spielten.

Trainer Cevo Icvic hatte vor dem Anpfiff betont, seine Mannschaft werde "ruhig bleiben, bis der Ball endlich das Richtige tut". 66 Minuten lang tat er es nicht. Crno Belgrad kombinierte gefällig über die Flügel - das war offensichtlich Teil des Plans -, suchte immer wieder Albert Zigic, der mit dem Eifer eines Mannes spielte, der offenbar eine Wette auf seinen ersten Treffer abgeschlossen hatte. Acht Torschüsse allein von ihm, keiner drin. "Ich schwöre, der Ball ist verflucht", knurrte Zigic nach dem Spiel mit einem Grinsen.

In der ersten Halbzeit passierte - objektiv betrachtet - nicht viel. 20 zu 8 Torschüsse am Ende sprechen zwar für Belgrad, aber in den ersten 45 Minuten schien Smederevos Torhüter Enrique Mendivil eine persönliche Challenge ausgerufen zu haben: "Wie viele Flanken kann ein Mann fangen, bevor er sich langweilt?" Antwort: viele. Nur einmal wurde es brenzlig, als Ivica Duljaj in der 37. Minute aus 25 Metern abzog - der Ball zischte knapp vorbei.

Smederevo seinerseits hielt dagegen, spielte sogar mit einer offensiven Ausrichtung, wie es die Statistiker nennen würden, aber ohne rechte Durchschlagskraft. Bojan Ergic prüfte in der ersten Minute Belgrads Keeper Dusko Lomic - danach blieb es meist beim Versuch. In Minute 33 sah Benjamin Keersmaekers Gelb, nachdem er Zigic einen Tritt verpasst hatte, den man auch als "freundliche Erinnerung an alte Rivalität" hätte bezeichnen können.

Nach der Pause wurde Crno Belgrad druckvoller, als hätte jemand in der Kabine die Sicherung gewechselt. Miroslav Milosevic wirbelte auf links, Alberman zog die Fäden, und schließlich fiel das, was fallen musste: das 1:0. In der 66. Minute traf Ami Alberman nach Vorarbeit des jungen Mladen Jankovic. Ein flacher Schuss, präzise wie ein Uhrwerk, das endlich wieder läuft. "Ich habe nur den Fuß hingehalten", sagte Alberman bescheiden - und grinste dabei so breit, dass man ihm nicht glaubte.

Kurz darauf musste Milosevic verletzt raus, für ihn kam Aristidis Triantafyllou. Trainer Icvic winkte ab: "Nichts Ernstes. Er hat einfach zu viel gelaufen für einen Dienstagabend."

Smederevo versuchte, noch einmal zurückzukommen. Zoran Filipovic hatte in der 69. Minute die große Chance zum Ausgleich, doch Lomic parierte spektakulär - oder, wie er selbst sagte: "Ich hab einfach gehofft, dass mich der Ball trifft. Hat er."

In der 79. Minute fiel dann die Entscheidung. Miroslav Kolarov, normalerweise als linker Verteidiger eher für das Grobe zuständig, flankte butterweich auf Jewgeni Groschew, der per Kopf zum 2:0 traf. "Er hat gesagt, er wollte eigentlich schießen", flachste Kolarov danach.

Die letzten Minuten gehörten den Fans - und Zigic, der weiter versuchte, sein Glück zu erzwingen. In der 83. Minute drosch er den Ball erneut knapp übers Tor, woraufhin ein Zuschauer rief: "Albert, versuch’s doch mit dem Kopf!" Zigic drehte sich um, lachte und rief zurück: "Wenn ich wüsste, wo das Ding ist!"

Trainer Icvic zeigte sich nach Abpfiff zufrieden, aber nicht übermäßig euphorisch: "Wir haben 20 Torschüsse gebraucht, um zwei zu machen - das ist Effizienz nach serbischem Maß. Aber die Jungs haben Herz gezeigt."

Kollege Osteroder FC - ja, so steht’s wirklich auf seiner Lizenz - wirkte gefasst: "Wir wollten mitspielen, nicht nur verteidigen. Das haben wir geschafft. Leider auch das mit dem Verlieren."

Statistisch gesehen war es ein Spiel auf Augenhöhe: 51,6 Prozent Ballbesitz für Belgrad, 48,4 für Smederevo. Doch in den entscheidenden Momenten zeigten die Hausherren mehr Zielstrebigkeit - und vielleicht auch den längeren Atem.

Als die Flutlichter erloschen, sangen die Fans noch auf den Rängen, und Zigic klopfte sich selbst auf die Brust. "Nächstes Mal", rief er in Richtung Presseblock, "nächstes Mal treffe ich das Stadiondach!" Wenn er das schafft, wird Cevo Icvic wohl wieder ruhig bleiben - bis der Ball endlich das Richtige tut.

29.03.643987 17:20
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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