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Liga MX | 19. Spieltag | 30.08.26 | CD Cruz Azul - Leones Negros 2:3 Schon nach wenigen Sekunden war klar, dass beide Mannschaften ihre taktischen Hausaufgaben gemacht hatten - und anschließend beschlossen, sie auf dem Spielfeld zu ignorieren. Cruz Azul trat offensiv auf, spielte ausgewogen und wollte sich die Chancen offenbar sorgfältig herausarbeiten. Leones Negros dagegen schaltete ebenfalls auf Angriff, schoss aus allen möglichen Lagen und verzichtete zunächst auf aktives Pressing. Das Ergebnis: Tempo, Räume und ein Ball, der in der ersten Halbzeit kaum wusste, wo er als Nächstes einschlagen würde. Cruz Azul begann mit einem Warnschuss von Jan Andersson in der ersten Minute. Leones Negros antwortete umgehend durch Bram Voores. Christo Hubtschew prüfte in der neunten Minute erneut die Aufmerksamkeit der Gastgeber, bevor Silvestre Veloso für Cruz Azul zurückschoss. Es entwickelte sich ein munteres Hin und Her - ungefähr so, als hätten beide Abwehrreihen verabredet, den Abend lieber den Stürmern zu überlassen. In der 32. Minute schlug Leones Negros erstmals zu. Daniel Hess traf zur Führung für die Gäste. Zwei Minuten später war die Freude jedoch schon wieder vorbei: Liam Yeates glich für Cruz Azul aus. Die Heimfans feierten, als sei die Angelegenheit damit wieder sortiert. Ein optimistischer Irrtum, wie sich herausstellen sollte. Kurz vor der Pause stellte Javier Costinha den alten Abstand wieder her. Nach Vorarbeit von Nüzhet Arat traf der Mittelstürmer in der 42. Minute zum 2:1 für Leones Negros. Der Pausenstand war angesichts der Chancenverteilung keineswegs unlogisch: Die Gäste gaben in der ersten Hälfte deutlich mehr Druck auf das Tor und zeigten sich im Abschluss hemmungsloser. "Wir wollten mutig spielen", soll Gästetrainer Joe Pass in der Kabine gesagt haben. "Dass mutig manchmal auch aussieht wie kontrolliertes Chaos, nehmen wir heute gern mit." Cruz Azul kam mit 55,3 Prozent Ballbesitz aus der Pause, doch Leones Negros besaß die gefährlicheren Momente. Neun Torschüsse standen am Ende bei den Gastgebern zu Buche, zwölf bei den Gästen. Trainer Bronco Capone reagierte in der 55. Minute und brachte Lorenzo Costa für Markus Kuqi sowie William Corey für Eduardo Tiago. Frische Kräfte also - und die Hoffnung, dass Fußball manchmal tatsächlich auf Wechsel reagiert. In der 69. Minute schien diese Rechnung aufzugehen. Jan Andersson, der bereits früh für Gefahr gesorgt hatte, erzielte nach Vorlage von Veloso den Ausgleich zum 2:2. Cruz Azul drängte nun stärker, erhöhte in der Schlussphase sogar das Pressing und warf sichtbar alles nach vorn. "Wir hatten den Ball, wir hatten die Energie, wir hatten eigentlich alles", erklärte Capone später. "Nur das Ergebnis wollte nicht mitmachen." In der 89. Minute kam die bittere Antwort. Bjarni Lundqvist traf nach Zuspiel von Morten Johannessen zum 3:2 für Leones Negros. Cruz Azul blieb keine Zeit mehr für eine weitere Aufholjagd. Die Gäste verteidigten den Vorsprung, während die Heimfans in jene stille Phase verfielen, in der selbst das Popcorn plötzlich taktische Schuld trägt. Leones Negros nehmen drei Punkte mit, Cruz Azul bleibt die Erkenntnis: Ballbesitz ist schön. Tore sind schöner. Drei davon sind meistens am schönsten. 30.08.2026 21:47 |
Sprücheklopfer
Wir wissen alle, dass Mario nicht gesagt hat, was er gesagt hat, was er gesagt haben soll, dass er es gesagt hat.
Berti Vogts