Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Crvena Zvezda siegt mit Geduld und zwei genialen Momenten

Es war ein kalter Januarabend in Celarevo, aber im kleinen Stadion brodelte es wie in einem Kochtopf kurz vorm Überlaufen. 69.020 Zuschauer - ja, man fragt sich, wo die alle Platz fanden - sahen ein Spiel, das weniger ein Fußballfest als vielmehr ein Beweis dafür war, dass Leidenschaft manchmal wichtiger ist als Ballbesitz. Am Ende setzte sich Crvena Zvezda Belgrad mit 2:1 (1:1) gegen Pivara Celarevo durch - verdient, aber nicht ohne Zittern.

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass Trainer Andreas Go mit seiner Pivara-Truppe auf Angriff setzen wollte. "Wir sind hier nicht, um Autogramme zu sammeln", sagte er mit einem Grinsen, während er seine Offensivreihe aufwärmen ließ. Und tatsächlich begann Celarevo mutig: Fabio Antunes prüfte in der 4. Minute Belgrads Torhüter Alberto Santos mit einem satten Linksschuss - das Leder zischte nur Zentimeter am Pfosten vorbei.

Doch der Favorit aus Belgrad ließ sich davon nicht beeindrucken. Mit 58 Prozent Ballbesitz und der bekannten Geduld im Passspiel wartete das Team von Don Dirigente auf die Lücke. In der 29. Minute war sie da: Rene Celine flankte butterweich von links, John MacLaren sprang höher als alle anderen - 0:1! Der Ball zappelte im Netz, und MacLaren riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Ich hab nur gehofft, dass mir keiner den Ball vorher wegnimmt", scherzte der Torschütze später.

Celarevo reagierte wie ein Boxer, der gerade einen Haken kassiert hat: kurz wacklig, dann wütend. Sechs Minuten später schickte Morgan Doyle einen Pass in den Strafraum, den Erland Thomassen mit der Präzision eines Uhrmachers ins lange Eck schob - 1:1! Das Stadion explodierte. Trainer Go jubelte, als wäre er selbst eingewechselt worden. "Das war genau das, was wir trainiert haben", behauptete er später mit einem Augenzwinkern - und vermutlich log er dabei schamlos.

Die zweite Halbzeit begann mit viel Kampf und wenig Glanz. Celarevo rannte, Belgrad wartete - und dann kam die 58. Minute. Dusko Drageljevic, der flinke Linksfuß der Gäste, fasste sich ein Herz, zog von der Strafraumkante ab und traf platziert ins rechte Eck. 1:2, diesmal keine Chance für Keeper Dirk Benz. "Ich dachte zuerst, ich hab den Ball zu weit vorgelegt", grinste Drageljevic später. "Aber dann hat er sich bedankt und ist reingegangen."

Danach wurde’s ruppiger. Pivaras Rechtsaußen Vladan Basa sah früh Gelb (17.), und Goran Kezman tat es ihm in der 88. Minute gleich - ein Zeichen, dass die Kräfte schwanden und der Frust wuchs. Trainer Go versuchte mit jungen Kräften wie Christiano Deco (kam zur Pause für Basa) und Savo Nad (nach 62 Minuten) noch einmal Schwung zu bringen, doch Belgrad verteidigte clever und lauerte auf Konter.

Crvena Zvezda blieb seiner Linie treu: keine Hektik, keine Experimente. Die Statistik sprach zwar für die Gastgeber - 14 Torschüsse gegenüber 12 Belgrader Versuchen - doch am Ende zählte eben nur das Ergebnis. "Wir haben unsere Chancen effizient genutzt", analysierte Belgrads Coach Don Dirigente nüchtern. "Und wenn man gewinnt, sieht Ballbesitz immer gut aus."

In der 79. Minute hatte Celarevo noch einmal die große Gelegenheit: Ediz Sargun tauchte frei vor Santos auf, doch der Belgrader Keeper rettete mit den Fingerspitzen. Danach war das Feuer weitgehend erloschen - und die Fans von Crvena Zvezda stimmten schon die Siegeshymne an, während Go an der Seitenlinie noch immer gestikulierend versuchte, ein Wunder herbeizufuchteln.

Als der Schlusspfiff ertönte, atmete Belgrad auf. Ein Arbeitssieg, kein Galaabend. Aber einer dieser typischen Zvezda-Triumphe, die man in der Hauptstadt liebt: diszipliniert, effizient, unspektakulär - und am Ende mit drei Punkten im Gepäck.

"Wir haben heute gezeigt, dass auch kleine Brauereien großen Durst auf Punkte haben", meinte Pivaras Kapitän Doyle mit einem müden Lächeln nach dem Abpfiff. Und tatsächlich: Hätte Celarevo seine Chancen etwas besser genutzt, wäre vielleicht mehr drin gewesen.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Belgrad bleibt das Maß der Dinge, Celarevo bleibt der sympathische Außenseiter, der selbst beim Verlieren unterhält. Und irgendwo in der Kabine summte Trainer Go angeblich leise: "Ein Tor mehr, und wir hätten Geschichte geschrieben." Vielleicht tut er das nächste Woche - mit etwas weniger Ironie und etwas mehr Zielwasser.

06.03.643987 10:25
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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