Heraldo de Mexico
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Dauerfeuer ohne Einschlag: Mérida trotzt Durango ein 0:0 ab

Liga MX | 21. Spieltag | 26.07.26 | Atletico Merida - Alacranes Durango 0:0

Manchmal erzählt ein 0:0 von gepflegter Langeweile. Und manchmal erzählt es von 26 Torschüssen, einem erstaunlich widerstandsfähigen Tor und Angreifern, die offenbar glaubten, Zielschießen werde nach Lautstärke bewertet. Beim torlosen Remis zwischen Atletico Merida und Alacranes Durango am 21. Spieltag der Liga MX gehörte die zweite Variante zum Programm.

32.000 Zuschauer sahen am Sonntagabend eine Partie, in der Durango beinahe alles tat, um zu gewinnen - mit Ausnahme des lästigen Details, tatsächlich ein Tor zu erzielen. Die Gäste kamen auf 26 Abschlüsse, Mérida auf gerade einmal fünf. Auch beim Ballbesitz lag Alacranes mit 55,7 Prozent vorn. Auf der Anzeigetafel herrschte dennoch bis zum Schluss eine geradezu beleidigende Gleichberechtigung: 0:0.

Schon in der achten Minute eröffnete Emilio Ferreira den Schießstand. Sein Versuch blieb ebenso ungenutzt wie später acht weitere Abschlüsse des rechten Angreifers. "Irgendwann dachte ich, das Tor bewegt sich weg, sobald ich schieße", sagte Ferreira anschließend mit gequältem Lächeln. Es war einer jener Abende, an denen selbst ein Scheunentor vermutlich noch rechtzeitig die Tür geschlossen hätte.

Mérida antwortete zunächst durchaus mutig. Ingo Solana prüfte in der 15. Minute die Gästeabwehr, zwei Minuten später versuchte es Mittelstürmer Diego Espinosa. Danach übernahm Durango jedoch den Ball, das Kommando und fast dauerhaft die Platzhälfte des Gegners. Nelio Conceicao schoss in der 22., 26., 33. und 34. Minute, Eduardo Pauleta in der 24. und 37., Nevio Pauleta in der 30. Minute. Sogar Linksverteidiger Albert Ohlsson beteiligte sich in der 36. Minute am kollektiven Wettbewerb "Wer trifft heute nicht?".

Dass Ohlsson zuvor in der 16. Minute Gelb gesehen hatte, passte zur von Durango gewählten robusten Gangart. Rechtsverteidiger Olgun Balkan folgte in der 27. Minute in das Notizbuch des Schiedsrichters. Die Gäste lagen auch bei der ausgewiesenen Zweikampfquote mit 57,1 Prozent vorn. Trainer Manni Kaltz hatte Aggressivität angeordnet, und seine Mannschaft interpretierte das zunächst nicht als unverbindliche Empfehlung.

Kurz vor der Pause wurde es endgültig ungemütlich für Mérida. Ferreira schoss in der 43. und 44. Minute, Eduardo Pauleta in der 45. Minute. Jose Enrique Velazquez und seine Vorderleute verteidigten das 0:0 mit jener Mischung aus Können, Trotz und vermutlich einigen rasch gesprochenen Stoßgebeten. Beim Pausenpfiff schien die Anzeigetafel selbst überrascht, noch immer zwei Nullen zeigen zu dürfen.

Kaltz stellte Durango offensiver ein und ließ nun aktiv pressen. Zudem ersetzte Veselin Durisic den verwarnten Ohlsson zur Pause; in der 47. Minute kam Giovanni Di Lorenzo für den ebenfalls belasteten Balkan. "Ich wollte das Spiel mit elf Mann beenden", erklärte Kaltz trocken. "Und möglichst mit einem Tor. Eine Hälfte des Plans hat funktioniert."

Nach dem Seitenwechsel ging das Schauspiel weiter. Raul Futre eröffnete in der 49. Minute, Eduardo Pauleta folgte in der 52., Ferreira in der 55. Minute. Mérida meldete sich durch Amaury Ruiz und Espinosa in der 60. und 61. Minute kurz zurück - ein offensives Lebenszeichen, das ungefähr so lange dauerte wie ein Schluck Wasser.

Dann rollte die nächste Welle. Ferreira schoss in der 62. und 64. Minute, Lukas Rieger gleich zweimal in der 65. und 66. Conceicao versuchte es in der 71. Minute erneut. Mérida blieb seiner auf dem Papier offensiven Ausrichtung treu, verzichtete aber über die gesamte Partie auf Pressing. Offensive ohne Pressing wirkte dabei ein wenig wie eine Geburtstagseinladung ohne Adresse: gut gemeint, nur schwer umzusetzen.

In der Schlussphase wurde Durangos Anrennen beinahe grotesk. Ferreira zielte in der 82., 85. und 86. Minute, dazwischen versuchte es Pablo Rodriguez. Conceicao und Nevio Pauleta setzten in der 87. und 88. Minute die letzten vergeblichen Schlusspunkte.

"Wir haben gelitten, aber die Null steht", sagte Méridas Amaury Ruiz. "Morgen fragt niemand mehr, wie oft sie geschossen haben." Ganz sicher war er sich dabei offenbar nicht: 26-mal, Amaury. Und weil keiner davon einschlug, nahm Mérida einen Punkt mit - Durango dagegen vor allem die Erkenntnis, dass Dauerfeuer noch lange kein Treffer ist.

26.07.2026 21:17
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Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich die Aufstellung geändert.
Berti Vogts zu der Feststellung, er hätte mit der Wunschelf von Paul Breitner gespielt
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