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Davonports Blitztor reicht - Velbert siegt knapp in Gera

Es war noch gar nicht richtig kalt geworden an diesem Februarabend im Stadion der Freundschaft, da lag der Ball schon im Netz. Ganze zwei Minuten waren gespielt, als Velberts Mittelstürmer Logan Davonport sich ein Herz fasste und den Ball trocken ins linke Eck setzte - 1:0. Es blieb der einzige Treffer des Abends, aber einer, über den die 4608 Zuschauer noch lange reden dürften.

"Ich war selbst überrascht, dass mir Vitorino den Ball so perfekt in den Lauf spielt", grinste Davonport nach dem Spiel. "Ich hab einfach draufgehalten - und diesmal hat’s gepasst." Trainer Klaus Bock kommentierte das Ganze trocken: "Wir wollten offensiv starten. Dass es gleich so funktioniert, nehme ich natürlich mit."

Für den 1. FC Gera begann das Spiel damit wie ein schlechter Witz. Die Hausherren mussten sich erst einmal sortieren, während Velbert munter weiter anlief. Allein in der ersten halben Stunde notierte man sieben Abschlüsse der Gäste - ein einseitiges Feuerwerk, das allerdings ohne weitere Treffer blieb. Torwart Dani Pizanti wurde zum besten Mann im Geraer Trikot, auch wenn er das wohl nicht allzu gern hört.

"Wenn du 25 Schüsse kriegst und nur einmal hinter dich greifen musst, kannst du dir eigentlich eine Medaille basteln", murmelte der Schlussmann später, während er sich die Handschuhe vom Leib zog. Seine Vorderleute sahen das ähnlich. "Wir standen viel zu tief", gestand Verteidiger Mathias Schrader. "Aber nach dem frühen Gegentor wollten wir einfach nicht nochmal ins offene Messer laufen."

Velbert, das über weite Strecken 57 Prozent Ballbesitz verbuchte, dominierte zwar nach Belieben, verzweifelte aber immer wieder an der Geraer Mauer. Batu Kazim drosch den Ball mehrfach knapp vorbei, David Greenwald prüfte Pizanti mit wuchtigen Schüssen, und Felipe Puerta zirkelte kurz vor der Pause einen Freistoß nur Zentimeter über den Querbalken. Der Geraer Anhang versuchte derweil, mit Galgenhumor gegenzuhalten. "Noch 88 Minuten, Jungs, das schaffen wir!", rief einer aus dem Block D, als das 0:1 auf der Anzeigetafel aufleuchtete.

In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig. Velbert blieb offensiv, aber ineffizient. Gera setzte auf kontrollierte Defensive und gelegentliche Nadelstiche - fünf Torschüsse insgesamt, immerhin. Der gefährlichste kam in der 60. Minute, als Benjamin Hennessy aus 18 Metern abzog, doch Velberts Keeper Dimas Bischoff tauchte blitzschnell ab. "Da hab ich kurz die Augen zugemacht", gab er hinterher lachend zu. "Manchmal hilft Beten eben auch."

Die Gäste ließen sich davon nicht beirren. Kai Kennedy, der rechte Verteidiger, wagte sich in der 87. Minute noch einmal nach vorn und prüfte Pizanti ein letztes Mal. Kurz darauf war Schluss - ein Spiel, das sich anfühlte wie 90 Minuten Dauerdruck mit angezogener Handbremse.

Geras Trainer (dessen Gesichtsausdruck an eine Mischung aus Fassungslosigkeit und Müdigkeit erinnerte) fasste das Geschehen nüchtern zusammen: "Wir haben uns nach dem frühen Gegentor gefangen, aber ohne Mut nach vorn kannst du so ein Spiel nicht drehen. Velbert war einfach konsequenter - zumindest in der ersten Szene."

Velbert hingegen feierte den Arbeitssieg mit verhaltenem Jubel. "Ein dreckiges 1:0 ist manchmal schöner als ein 4:3", meinte Coach Bock, während er die Statistik überflog. "25 Schüsse, 56 Prozent Ballbesitz - das sieht nett aus, aber am Ende zählt eben nur, dass wir die drei Punkte haben."

In den Katakomben des Stadions war der Geräuschpegel entsprechend unterschiedlich: In der einen Kabine lautes Lachen, in der anderen das Klirren von Wasserflaschen. Logan Davonport, Matchwinner wider Willen, wurde noch einmal von einem Journalisten nach seinem Treffer gefragt. "Zweite Minute, Vollspann, Tor - was soll ich da groß erzählen? Ich hab’s halt gemacht."

Und so endete der Abend so, wie er begonnen hatte - mit einem einzigen, aber entscheidenden Moment. Velbert nimmt drei Punkte mit nach Hause, Gera bleibt nur der Trost, dass man wenigstens nicht unterging.

Oder wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wir haben 88 Minuten lang kein Tor kassiert - das ist doch auch was."

Ein Spiel, das beweist, dass Fußball manchmal ganz einfach ist: Einer trifft, der Rest läuft hinterher.

13.04.643990 15:02
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Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.
Berti Vogts
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