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Dinamo Karlovac stolpert zu Hause - Medimurje Cakovec kontert sich zum 3:1

Karlovac - 16.000 Zuschauer sahen an diesem frostigen Samstagabend ein Spiel, das so gar nicht dem Drehbuch des Gastgebers entsprach. Dinamo Karlovac hatte den Ball, die Ideen - und am Ende doch nur den Frust. Medimurje Cakovec hingegen hatte Luke Kinsella, Alexandru Albu und Luke Giles - und damit drei eiskalte Vollstrecker, die ein 3:1-Auswärtsspektakel auf den Rasen zauberten.

Dabei fing alles harmlos an: Karlovac begann mit 55 Prozent Ballbesitz, einem gepflegten Kurzpassspiel und der Überzeugung, das Geschehen jederzeit im Griff zu haben. Trainer Rocky Pet von Cakovec grinste später: "Wir wollten ihnen den Ball einfach schenken. Sie wussten ja eh nicht, was sie damit anfangen sollen." Sarkasmus? Vielleicht. Wahrheit? Auf jeden Fall.

Das Spiel nahm in der 32. Minute Fahrt auf, als Kinsella nach einem perfekten Pass von Miroslav Ivanovic die Abwehr der Hausherren wie eine schlecht sortierte Einkaufstüte auseinanderfädelte und eiskalt einschob. Nur eine Minute später wiederholte Alexandru Albu das Kunststück - diesmal mit fast identischem Drehbuch, gleichem Vorlagengeber und gleichem ratlosen Gesichtsausdruck bei Karlovacs Torhüter Yunus Bilgin. Zwei Tore in 60 Sekunden, das war mehr Schocktherapie als Fußball.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Verteidiger Babür Kurtulus später, der kurz darauf noch Gelb sah, "aber er war offenbar noch sehr lebendig." Es war nicht sein Abend. Auch nicht der von Ante Panadic, der in der Nachspielzeit Gelb kassierte - ein Symbol für den Frust, der sich im Laufe der Partie breit machte.

Karlovac ließ sich nach der Pause jedoch nicht hängen. Schon kurz nach Wiederanpfiff legte Mario Vuk nach: In der 50. Minute traf der 24-Jährige nach schönem Zuspiel von Brent Deroeck zum 1:2, und plötzlich war die Hoffnung zurück. Die Fans standen, die Flutlichter glühten, und selbst der Stadionsprecher klang wieder optimistisch.

Doch wer glaubte, der Gastgeber würde den Druck nun in Tore ummünzen, sah sich getäuscht. Zwar feuerten Simard, Coster und Vuk noch reihenweise Schüsse ab - insgesamt zwölf Torschüsse -, doch entweder zischte der Ball knapp vorbei oder landete in den sicheren Armen von Medimurjes Torhüter Tibor Buzanszky.

Dann kam die 74. Minute: Der erst 17-jährige Milos Kerkez, eben erst eingewechselt, marschierte über links, legte quer, und Luke Giles versenkte den Ball präzise ins Eck. 3:1 - der endgültige Knockout für Karlovac. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Kerkez später zu, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne."

Trainer Pet rieb sich nach Abpfiff lachend die Hände: "Wir trainieren nicht das, was wir spielen - und das ist vielleicht unser größter Vorteil." Auf der anderen Seite schüttelte Karlovacs Coach nur den Kopf. "Man kann Ballbesitz nicht essen", soll er in der Kabine gesagt haben. Ein Satz, der vielleicht auf den nächsten Mannschaftspulli gedruckt werden sollte.

Die Statistik erzählt eine bittere Wahrheit: Karlovac hatte mehr vom Spiel, mehr Schüsse (12:11), mehr Einsatz - und dennoch weniger Effektivität. Cakovec spielte mit langen Bällen, wartete auf Fehler und verwandelte jeden Konter in Gold. Selbst die taktischen Aufzeichnungen lesen sich wie ein Drehbuch: Karlovac - "balanced" und "sure" beim Abschluss; Cakovec - "offensive", "counter", "anytime". Wer das liest, weiß sofort, wer den Spaß hatte.

Ein kleiner Aufreger am Rande: In der 62. Minute musste Dinamos Innenverteidiger Davorin Olic verletzt raus. "Mir ist einfach die Wade explodiert", erklärte er mit Galgenhumor. Ersatzmann Ivo Papa versuchte, Stabilität reinzubringen - doch da war das Spiel längst in die Richtung gekippt, die niemand in Karlovac wollte.

Als Schiedsrichter Mladenovic nach 93 Minuten abpfiff, war die Stimmung auf den Rängen frostig wie der Januarabend. Nur die Gästefans sangen noch, während Rocky Pet mit seiner Mannschaft abklatschte, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen. "Noch nicht", grinste er, "aber wir nehmen schon mal Maß."

Und Dinamo? Wird nächste Woche wieder den Ball haben. Vielleicht auch wieder mehr Chancen. Aber wenn sie nicht bald lernen, dass Fußball kein Schönheitswettbewerb ist, bleibt ihnen nur der Trostpreis: Lob für gepflegtes Mittelfeldspiel. Dafür gibt’s bekanntlich keine Punkte.

03.05.643987 13:15
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Man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen.
Toni Polster
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