Anpfiff
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Dortmund siegt knapp - Bonew trifft, Deschanel fliegt

Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die selbst Drehbuchautoren zu kitschig wären. Beim 1:0-Sieg des BV Dortmund gegen den SV Linx am 15. Spieltag der Regionalliga A war alles dabei: viel Einsatz, eine rote Karte, ein junger Held - und ein Gegner, der sich tapfer, aber letztlich erfolglos gegen die drohende Niederlage stemmte.

4374 Zuschauer waren an diesem frostigen Januarabend ins Stadion gekommen, um zu sehen, ob die junge Dortmunder Truppe von Trainer Finn Wöhlk nach zuletzt wechselhaften Leistungen wieder in die Spur findet. Und sie wurden Zeugen eines Spiels, das zwar selten schön, aber immer spannend war.

Von Beginn an übernahm Dortmund das Kommando. 56 Prozent Ballbesitz, elf Torschüsse - die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Doch wer in der ersten Halbzeit auf einen Torreigen gehofft hatte, wurde enttäuscht. Pawel Ignaschewitsch prüfte Linx-Keeper Oscar Haase bereits in der vierten Minute, Joel Leslie hämmerte den Ball in Minute 13 nur knapp über das Tor, und Andre Leblanc scheiterte gleich zweimal an Haase. "Ich glaube, der Torwart hatte heute Magneten in den Handschuhen", scherzte Leblanc nach dem Spiel.

Linx dagegen verlegte sich aufs Kontern. Johannes Urban hatte nach 16 Minuten die beste Gelegenheit für die Gäste, sein Schuss aus spitzem Winkel war jedoch eine sichere Beute für Max Staunton im Dortmunder Kasten. Ansonsten war vom Offensivspiel der Linxer wenig zu sehen - zu sehr waren sie mit Verteidigen beschäftigt. Und manchmal auch mit Foulen: Schon in der ersten Minute sah Carsten Vollmer Gelb, später gesellten sich Morgan Shepherd (24.) und Hermann Grimm (55.) hinzu.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte - mit Dortmunder Druck. Max Bloomfield zog in der 48. Minute aus 20 Metern ab, Haase parierte spektakulär. Pawel Ignaschewitsch versuchte es erneut (53.), wieder ohne Erfolg. Dann die 58. Minute: Olivier Deschanel, der linke Außenverteidiger, marschierte die Linie entlang, zog zwei Gegenspieler auf sich und legte klug nach innen - wo Petar Bonew lauerte. Der 19-Jährige nahm Maß und versenkte den Ball eiskalt zum 1:0 ins rechte Eck. Jubel, Erleichterung, ein lautes "Endlich!" von Coach Wöhlk, der an der Seitenlinie die Faust ballte.

"Ich hab einfach draufgehalten. Dass der reinfliegt, war auch ein bisschen Glück", grinste Bonew später in die Mikrofone. Sein Trainer ergänzte mit trockenem Humor: "Wenn wir öfter so ’ein bisschen Glück’ hätten, stünden wir ganz woanders."

Doch die Freude währte kurz. Nur zwei Minuten nach seiner Vorlage sah Deschanel glatt Rot - ein übermotiviertes Einsteigen an der Mittellinie, das Schiedsrichter Klaus Biehler ohne Zögern ahndete. "Er kam zu spät, das war dumm", gab Wöhlk offen zu. "Aber mit 19 darf man auch mal kurz die Sicherung verlieren."

Nun war Zittern angesagt. Linx brachte frische Kräfte: Otto Fritsch und Ralph Konrad kamen zur zweiten Halbzeit, später ersetzte Linus Schmitt den gelbbelasteten Grimm. Doch trotz Überzahl fehlte den Gästen die Durchschlagskraft. Urban versuchte es noch zweimal (83.), und Robert Jahn prüfte Staunton in der 75. Minute - doch der Dortmunder Keeper blieb souverän.

Während die Linxer Angriffe verpufften, verteidigten die Hausherren mit Leidenschaft. "Da flogen die Beine, als ginge es um die letzte Kugel Eis im Sommer", kommentierte ein Zuschauer lachend von der Tribüne. Am Ende rettete Dortmund den knappen Vorsprung über die Zeit.

Die Statistik unterstreicht das Bild: 11:3 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, mehr Ballbesitz. Nur beim Kartenkonto lag Linx vorn - wenig überraschend.

SV-Trainer Michal Dickschat wirkte nach dem Abpfiff gefasst: "Wir haben uns teuer verkauft. Aber wenn du vorne keinen reinmachst, reicht hinten ein Wimpernschlag." Sein Gegenüber Wöhlk hingegen zeigte sich erleichtert: "Ein dreckiger Sieg, aber ein Sieg. Und manchmal ist das genau das, was eine Mannschaft braucht."

Fazit: Ein Spiel, das kein Feinschmecker-Menü war, eher ein herzhafter Eintopf - aber einer, der in Dortmund schmeckte. Bonew wird den Abend wohl nicht vergessen, Deschanel vermutlich schon. Und die Fans? Die gingen zufrieden nach Hause, in der Hoffnung, dass es beim nächsten Mal vielleicht weniger Drama, aber genauso viele Punkte gibt.

30.06.643987 05:08
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