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Drachen zähmen leicht gemacht? Nicht für Hull! Tigers siegen 2:1 in Wrexham

Ein kalter Märzabend in Wrexham, 26.690 Zuschauer, die Tribüne brodelt - und doch verlassen am Ende die Gäste aus Hull jubelnd den Platz. 2:1 gewinnen die Hull Tigers beim 28. Spieltag der englischen 2. Liga gegen die Wrexham Dragons. Es war ein Spiel, das alles bot: frühe Hoffnung, jugendlichen Übermut, gelbe Karten wie gelbe Tulpen im Frühling - und ein Heimpublikum, das bis zur letzten Minute an ein Wunder glaubte.

Dabei fing alles so verheißungsvoll an. Kaum war die Uhr auf 13 Minuten gesprungen, als Ashton Hunt, der rechte Flügelflitzer der Dragons, nach feiner Vorarbeit des 17-jährigen Louis Gallagher den Ball mit dem rechten Spann ins lange Eck zimmerte. Der Jubel war ohrenbetäubend. "Ich dachte, das Stadion fliegt weg", grinste Hunt später. Trainer Viktor Kazyrow umarmte seine Spieler so überschwänglich, dass selbst der vierte Offizielle kurz die Tafel fallen ließ.

Doch wer die Tigers kennt, weiß: die beißen zurück. Und wie! In der 34. Minute zeigte der 18-jährige Duarte Chalana, warum halb England über ihn spricht. Ein Pass von Alexander Bancroft, ein schneller Haken - und dann dieser Schuss, der so präzise war, dass Torhüter Vicente Dominguez nur hinterherschauen konnte. "Ich hab den Ball nicht mal kommen sehen", gab der Keeper später zu. Neun Minuten später drehte Hull die Partie: Ewan Caviness, 19 Jahre jung, verwertete eine butterweiche Flanke von Logan Lansbury zum 2:1.

"In der Pause haben wir uns angeschaut und gesagt: Leute, das ist noch nicht vorbei", erzählte Dragons-Kapitän Sam Mercator, der kurz vor der Pause Gelb sah, nachdem er den gegnerischen Flügelstürmer fast bis zur Mittellinie begleitet hatte - körperlich, versteht sich.

Wrexham kam mit Schwung aus der Kabine, hatte mehr Ballbesitz (53 Prozent insgesamt) und suchte geduldig die Lücken. Doch die Tigers standen wie eine Betonwand mit Stollen. Hull-Coach Mathias Oergel hatte nach der Pause das Pressing angezogen, ließ seine Mannschaft aggressiv anlaufen. "Wir wollten sie da packen, wo’s weh tut", erklärte er mit einem Grinsen, das so breit war wie die Flanken von Lansbury.

Chancen hatten die Gäste reichlich - 18 Torschüsse insgesamt, im Gegensatz zu den sieben der Dragons. Zwischen der 57. und 89. Minute hagelte es Abschlüsse, als hätte Hull ein Abo auf Schüsse. Chalana, Caviness, Wiltshire - sie alle prüften Dominguez, der mit mehreren Paraden sein Team im Spiel hielt. In der 72. Minute brüllte der Torhüter nach einer Parade Richtung Abwehr: "Wenn ihr schon zuseht, bringt wenigstens Chips mit!" - die Tribüne lachte, und selbst Coach Kazyrow konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Aber die Dragons, so kämpferisch sie waren, blieben im Abschluss harmlos. Javi Ramallo vergab in der 48. Minute freistehend, Gallagher verzog wenig später knapp. In der 77. Minute sah Torschütze Hunt Gelb nach einem übermotivierten Zweikampf, und in der 84. Minute folgte Salvador Mendilibar - Wrexham sammelte Verwarnungen wie andere Panini-Bilder.

Hull wechselte klug: Lankford kam für Lujan, später Goncalves und Chamberlain brachten frische Beine. Die Tigers blieben bissig, aber kontrolliert. In der Nachspielzeit versuchte Joan Henriquez mit einem letzten Schuss aus der Distanz das Unmögliche - doch Hull-Keeper Joel Eliot pflückte den Ball lässig aus der Luft, als hätte er gerade eine fallende Taube gerettet.

Nach dem Abpfiff applaudierten die Wrexham-Fans trotzdem. "Wir haben gegen eine sehr reife Mannschaft gespielt", sagte Kazyrow. "Unsere Jungs sind jung, sie lernen. Aber wer hier heute im Stadion war, hat gesehen, dass wir Feuer haben." Oergel entgegnete trocken: "Feuer ist gut, solange man sich nicht selbst verbrennt."

Am Ende steht ein verdienter 2:1-Sieg für Hull, der vor allem dank Kaltschnäuzigkeit und jugendlichem Übermut zustande kam. Chalana und Caviness - 18 und 19 - sind die Namen, die man sich merken sollte. Wrexham dagegen bleibt mit leeren Händen, aber erhobenem Kopf zurück.

Und irgendwo in der Kabine soll Ashton Hunt gemurmelt haben: "Wenn wir das nächste Mal führen, renn ich einfach weiter, bis der Schiri pfeift." Vielleicht gar keine schlechte Idee. Denn gegen diese Tigers muss man rennen - oder man wird gefressen.

30.07.643993 09:50
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