Jornal do Brasil
+++ Sportzeitung für Brasilien +++

Drachenfeuer mit Wacklern - Goianiense siegt 3:2 gegen Campina Grande

Ein lauer Januarabend, 51.347 lautstarke Kehlen im Stadion von Goiânia - und ein Spiel, das mit der gleichen Energie begann, mit der ein Samba-Tänzer in die erste Runde geht: ungestüm, rhythmisch und leicht übermotiviert. Am Ende jubelte Dragon Goianiense nach einem 3:2-Erfolg über Campina Grande, doch zwischenzeitlich war der "Drachenflug" mehr ein Sturzflug mit flatternden Flügeln.

Bereits in der 16. Minute ließ Fabio Simao die Ränge erbeben. Der bullige Mittelstürmer traf nach einer Ecke von Pedro Valente per Drehschuss ins rechte Eck - ein Tor, das so trocken war, dass selbst der Rasen Staub aufwirbelte. "Ich hab den Ball nur gesehen und gedacht: Der schreit nach mir", grinste Simao später und wischte sich den Schweiß von der Stirn.

Nur vier Minuten später legte Nuno Bischoff nach. Nach einem feinen Doppelpass mit Simao drückte er den Ball über die Linie zum 2:0. Campina Grande wirkte in dieser Phase wie ein Tourist, der im falschen Stadtviertel gelandet war - völlig überrascht, wo er eigentlich steht.

Zu allem Überfluss verletzte sich Campinas linker Verteidiger Frederic Reacock kurz darauf (20.) und musste durch Fernando Vazquez ersetzt werden. Trainer Tobias Wassermann fluchte so laut, dass selbst die Ersatzbank einen Schritt zurückwich. "Das war kein guter Start. Aber wenigstens war der Kaffee stark", knurrte er später halb im Scherz.

Doch der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag, diesmal auf der anderen Seite. Gerade 30 Sekunden nach Wiederanpfiff brachte Thijs Coeyman Campina Grande zurück ins Spiel. Nach Vorarbeit von Özer Cora zog er aus spitzem Winkel ab - und der Ball zischte unter der Latte hindurch, während Goianiense-Keeper Antonio Borreguero noch in die Sonne blinzelte. 2:1 - und plötzlich war Feuer drin.

Fabian Dietz an der Seitenlinie reagierte prompt, nahm den jungen Carl Adler vom Feld und brachte Agemar Pauleta. "Wir mussten das Spiel wieder in unsere Richtung ziehen", erklärte der Coach später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Selbstzufriedenheit und Erleichterung pendelte.

Der Plan ging auf - zumindest kurz. In der 56. Minute traf Taru Kolkka zum 3:1. Der Finne (man erkennt ihn an der stoischen Miene selbst nach einem Tor) nahm sich den Ball und schlenzte ihn lässig ins lange Eck. Kein Jubel, kein Spektakel - einfach nordische Effizienz. "Ich dachte, das wäre das 4:1", murmelte Kolkka später trocken.

Doch Campina Grande weigerte sich, sich kampflos ergeben. Nach einer Gelben Karte für Nael Miguel (52.) und einigen wütenden Angriffen kam der Anschlusstreffer: In der 74. Minute verwertete Guy König eine Flanke von Nikola Kujovic zum 3:2. Plötzlich wackelte der Drache.

Die letzten 15 Minuten waren ein einziges Nervenflattern. Goianiense hatte zwar mit 53 Prozent Ballbesitz und elf Torschüssen die besseren Werte, doch Campina Grande war drauf und dran, die Statistik zu ruinieren. Coeyman prüfte Borreguero noch einmal (73.), und selbst der Stadionsprecher schien beim Durchsagen der Nachspielzeit zu zittern.

In der 90. Minute brachte Dietz dann den 17-jährigen Christiano Xavier - angeblich, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Der Teenager grinste später: "Ich sollte nur laufen. Also bin ich gelaufen." Die Zuschauer feierten ihn trotzdem, als hätte er das Siegtor geschossen.

Nach dem Schlusspfiff war die Erleichterung greifbar. Dietz klatschte mit der halben Ersatzbank ab, während Wassermann nur den Kopf schüttelte. "Wir haben zwei Gesichter gezeigt - und leider das schönere zu spät", meinte der Campina-Trainer.

Statistisch betrachtet war es ein Spiel auf Augenhöhe, im Gefühl der Zuschauer jedoch ein kleines Drama mit Happy End. Goianiense bleibt damit im oberen Tabellendrittel der 1. Liga Brasilien, während Campina Grande weiter nach Stabilität sucht - oder nach einem neuen Glücksbringer, je nachdem, wen man fragt.

"Wenn wir so weiterspielen, krieg ich graue Haare", seufzte Dietz zum Abschluss - woraufhin sein Stürmer Simao trocken entgegnete: "Chef, die hab ich schon."

Ein Abend also, der wieder einmal bewiesen hat: Fußball in Brasilien ist kein Spiel, sondern ein Theaterstück - mit Leidenschaft, Chaos und gelegentlichen Lachtränen. Und Dragon Goianiense hat diesmal die Hauptrolle behalten.

06.03.643987 09:10
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Man sollte nicht Sachen aufwirbeln, die Jahrhunderte zurückliegen.
Mario Basler über den jugoslawischen Bürgerkrieg
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager