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Copa Libertadores | Achtelfinale - Hinspiel | 02.09.26 | Dragon Goianiense - CF Flamengo 3:1 Dabei gehörte der Ball zunächst häufiger den Gästen. Flamengo kam auf 52,7 Prozent Ballbesitz, Dragon auf 47,3. Doch Ballbesitz ist bekanntlich keine Währung, mit der man Tore kaufen kann. Und Dragon hatte offenbar das passendere Kleingeld: 16 Torschüsse standen am Ende zwölf der Gäste gegenüber. Flamengo begann mit beträchtlichem Elan. Emilio Helguera prüfte bereits in der ersten Minute die Aufmerksamkeit der Gastgeber, Lovre Jurcevic legte in der fünften nach. Fernando Coelho, Cesar Poncela und Frederic Marchand schickten weitere Warnschüsse hinterher. Die Mannschaft von Trainer Dino Ma kombinierte sich gefällig durch das Mittelfeld, spielte aber im letzten Drittel ungefähr so zielstrebig wie ein Navigationsgerät ohne Satellitenempfang. Dragon blieb seiner offensiven Ausrichtung treu und suchte vor allem über die Flügel den Weg nach vorn. Taru Kolkka sorgte auf links mehrfach für Unruhe, Anatoli Prochorow hielt auf der rechten Seite dagegen. In der 29. Minute zahlte sich der Mut aus: Nach Vorlage von Anatoli Titow traf Rui Djalo zur Führung. Der zentrale Mittelfeldspieler schaltete sich entschlossen ein und ließ Torwart Marcio Vaz keine Gelegenheit, über die Sinnhaftigkeit dieser Entwicklung nachzudenken. 1:0. "Wir wollten nicht warten, bis Flamengo uns höflich um Erlaubnis bittet", sagte Dragon-Trainer Fabian Dietz anschließend sinngemäß. Ein Satz, der vermutlich auch als taktische Grundordnung auf seinem Notizblock gestanden haben könnte. Flamengo kam mit einer Veränderung aus der Kabine. Tamas Fekete ersetzte Jurcevic - und brauchte genau zehn Minuten, um sich vorzustellen. In der 55. Minute erzielte der eingewechselte Angreifer den Ausgleich. Plötzlich war das Spiel wieder offen, und im Stadion dürfte sich mancher Dragon-Anhänger kurz gefragt haben, ob die Eintrittskarte womöglich auch eine kostenlose Herzuntersuchung enthielt. Die Antwort der Gastgeber folgte prompt. In der 62. Minute schlug Prochorow zu, vorbereitet von Caio Manu. Dragon lag wieder vorn, 2:1, und gewann nun sichtbar an Sicherheit. Flamengo hatte weiterhin mehr vom Ball, doch Dragon hatte die besseren Argumente - und offenbar auch die weniger komplizierte Bedienungsanleitung für das Tor. In der 73. Minute wurde Caio Manu selbst zum Torschützen. Agemar Pauleta legte auf, Manu vollendete zum 3:1. Ausgerechnet der Vorlagengeber des zweiten Treffers krönte damit eine starke zweite Hälfte. Flamengo versuchte in der Schlussphase noch einmal, Druck zu entwickeln, wechselte mehrfach und stellte schließlich auf aktives Pressing um. Doch die Gastgeber blieben stabil. In der 88. Minute verschärfte sich die Lage für Flamengo zusätzlich: Innenverteidiger Nebojsa Rakic sah die Rote Karte. Damit war die Aufholjagd endgültig ein Projekt mit sehr überschaubarem Budget. Dragon brachte den Vorsprung über die Zeit, Trainer Dietz durfte sich über einen Abend freuen, an dem seine offensive Flügeltaktik und das Schießen aus allen Lagen erstaunlich gut zusammenpassten. "Im Rückspiel beginnt alles wieder bei null - aber 3:1 ist ein ziemlich angenehmer Nullpunkt", meinte Dietz sinngemäß. Dino Ma hingegen muss seine Mannschaft neu sortieren. Flamengo hat den Ball, Dragon die Tore. Im Fußball ist das meistens die deutlich aussagekräftigere Besitzform. 02.09.2026 21:04 |
Sprücheklopfer
Mir ist ein Felsen vom Körper gefallen.
Rainer Calmund