Diarios de Futbol
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Dragones Iquique stolpern gegen mutige Cerrense - 1:2 im Hinspiel

Challenger League Quali | 1. Runde - Hinspiel | 05.07.26 | Dragones Iquique - CD Cerrense 1:2

Ein heißer Abend in Iquique, 18:30 Uhr Anpfiff, 12.500 Zuschauer, die Sonne über dem Pazifik glüht - und die Dragones Iquique stolpern gleich zu Beginn in ihr eigenes Unheil. Vier Minuten waren gespielt, da klingelte es schon im Netz: Joao Gomes, der flinke Flügelmann von CD Cerrense, nahm einen Pass des unermüdlichen Christian Petrizzi auf, zog von links nach innen, und ehe Torwart Adriano Vazques auch nur an Abtauchen denken konnte, stand es 0:1. Die Heimfans brauchten ein paar Sekunden, um zu begreifen, dass das kein Aufwärmschuss war.

"Wir waren noch beim Einlaufen, glaube ich", grummelte Iquiques Verteidiger Fernando Teixeira nach dem Spiel, während er sich ein Eisbeutel aufs Schienbein legte. Tatsächlich wirkte die Defensive der Dragones in den ersten 20 Minuten eher wie ein Haufen Touristen, die sich im eigenen Strafraum verlaufen hatten. Cerrense, von Trainer Leahcim Gnipeur überraschend offensiv eingestellt, feuerte aus allen Lagen: 21 Torschüsse sollten es am Ende sein, die Hälfte davon in der ersten Halbzeit.

Die Dragones dagegen? Sechs kümmerliche Versuche auf das Tor, und davon zählte kaum einer als ernsthafte Prüfung für Cerrenses Keeper Joseba Mendes, der mehr damit beschäftigt war, den Staub von seinen Handschuhen zu pusten als Bälle abzuwehren.

Zur Halbzeit stand es 0:1, und die Gesichter der Iquique-Spieler sprachen Bände. Trainer Ruiz - der sich übrigens weigerte, ein Interview zu geben, "aus Prinzip", wie er murmelte - dürfte in der Kabine deutliche Worte gefunden haben. Man munkelte, er habe den Ball in die Taktiktafel geworfen.

Doch auch nach Wiederanpfiff gehörte der Platz den Gästen in Blau. In der 66. Minute fiel die logische Konsequenz: Linksverteidiger Hans Jakobsen, der offenbar vergessen hatte, dass er kein Stürmer ist, zog nach einem klugen Querpass des agilen Sean MacPhee einfach mal ab - und traf ins rechte Eck. 0:2, die Dragones konsterniert, der Gästeblock tanzte Samba.

"Hans hat im Training noch gesagt, er schießt nie", lachte MacPhee später. "Jetzt muss ich ihm wohl ein Abendessen spendieren." Trainer Gnipeur sah das nüchterner: "Unsere Offensive war heute das beste Mittel gegen die Müdigkeit des Gegners."

Erst in der Schlussphase wachten die Dragones auf. Vielleicht, weil die Sonne inzwischen untergegangen war. Vielleicht, weil Cerrense sich bereits zurücklehnte. Jedenfalls gelang Matias Zabaleta in der 89. Minute der Anschlusstreffer - ein wuchtiger Schuss nach feinem Zuspiel von Joshua Gallagher. Endlich Jubel, endlich Feuer, endlich das, was die Fans so lange vermisst hatten.

Doch es blieb beim 1:2. In der Nachspielzeit hatte Zabaleta sogar noch einmal die Chance zum Ausgleich, doch sein Schuss landete in den Händen von Mendes. "Ich dachte, er rutscht mir durch", gab der Torwart später zu, "aber dann erinnerte ich mich, dass ich Handschuhe anhabe."

Statistisch war das Ergebnis eindeutig: Cerrense hatte mehr Ballbesitz (53 Prozent), gewann mehr Zweikämpfe und spielte, als hätte man ihnen versprochen, dass jeder Torschuss ein Freigetränk bringt. Iquique mühte sich, aber ohne zündende Idee. Ihr Passspiel blieb brav, das Pressing praktisch unsichtbar.

Nach Abpfiff traf man auf einen sichtlich erleichterten Gnipeur. "Ein Hinspiel ist nur die halbe Miete", sagte er, "aber wenn man 2:1 auswärts gewinnt, ist das schon eine ziemlich gute Anzahlung." Auf der anderen Seite schimpfte Dragones-Kapitän Duverger: "Wir haben uns selbst geschlagen. Wenn man 45 Prozent Ballbesitz hat, aber 0 Prozent Mut, dann passiert sowas."

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Hoffnung. Immerhin: Ein 1:2 lässt im Rückspiel noch alles offen. Aber dafür müssen die Dragones mehr Feuer speien, weniger Funken.

Schlusswort? Vielleicht dieses: Es war kein schlechtes Spiel - nur ein gutes vom falschen Team. Cerrense lacht, Iquique grübelt. Und irgendwo in der Kabine liegt noch eine zerbrochene Taktiktafel, die leise sagt: "So nicht, meine Herren."

05.07.2026 22:17
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