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Regionalliga C | 15. Spieltag | 19.07.26 | Kaiserslautern - Pommern Stralsund 1:0 "Ich wollte eigentlich flanken", gab Van Schoonhoven hinterher mit einem schiefen Grinsen zu, "aber dann hab ich’s mir anders überlegt. Vielleicht war’s Instinkt. Oder Glück. Oder beides." Trainer Kada Schmide lachte laut auf: "Wenn das Glück so aussieht, nehm ich’s jede Woche." Zuvor hatten die Zuschauer einiges an Geduld beweisen müssen. Pommern Stralsund, trainiert vom eher stoisch agierenden Dennis Koch, begann couragiert. Schon in der vierten Minute prüfte Yannik Siebert Lauterns Keeper Teoman Cetin, der sich mit einer Flugeinlage Marke Zirkus Krone auszeichnete. Die Norddeutschen hatten anfangs sogar ein Quäntchen mehr Ballbesitz (am Ende 52 Prozent) und wirkten in den ersten 20 Minuten frischer. Sean Gage, der 35-jährige Altmeister im Stralsunder Sturm, zog in der 19. Minute ab - vorbei. Paolo Romaniello ließ zwei Minuten später einen weiteren Warnschuss folgen. Doch danach kippte das Spiel langsam. Lauterns junge Truppe - im Schnitt kaum älter als ein Mittelstufenjahrgang - fand mutiger ins Spiel. Stephane Brun und Martin Frigard sorgten für Betrieb, William Ross rannte auf der linken Seite so viel, dass Trainer Schmide in der Pause scherzte: "Ich muss ihm das Laufen verbieten, sonst ist er nächste Woche Staub." Das Chancenverhältnis zur Halbzeit: 3:3. Das Torverhältnis: 0:0. "Wir hatten das Gefühl, da geht was", erklärte Mittelfeldmann George Graves später, "aber der Ball wollte einfach nicht rein. Vielleicht war er beleidigt." Auch nach dem Seitenwechsel blieb es zäh, aber nie langweilig. Stralsund blieb gefährlich, wieder tauchte Siebert in der 46. Minute vor Cetin auf - diesmal rettete der Pfosten. Kaiserslautern antwortete mit jugendlicher Ungestümheit: Frigard (55.), Ross (56.) und Brun (58.) verzweifelten reihum an Pommerns Torwart Finlay Hunt, der mit stoischer Ruhe alles abwehrte, was auf ihn zuflog. Ab der 70. Minute wurde es hektisch. Schmide wechselte doppelt: Charles Primes und George Graves kamen, brachten frisches Tempo und Struktur ins Mittelfeld. "Ich hab nur gesagt: Macht einfach weiter, irgendwann fällt er rein", grinste Schmide. Graves nahm’s wörtlich - und bereitete in der Nachspielzeit tatsächlich die entscheidende Szene vor. Vorher kassierte Innenverteidiger Liam Mayer noch eine Gelbe Karte (79.). "Ich wollte eigentlich nur den Ball treffen", verteidigte er sich hinterher mit einem Augenzwinkern. "Dummerweise stand da auch noch ein Gegner." Dann kam Minute 94. Graves fasste sich ein Herz, marschierte durchs Zentrum, spielte einen klugen Pass nach links - und Van Schoonhoven, eigentlich als Defensivmann abkommandiert, stürmte heran wie ein Befreiungskünstler. Ein kurzer Blick, ein Schuss, ein Aufschrei. Der Ball schlug ein, das Stadion explodierte. "Ich hab nur noch Rot gesehen - aber diesmal im positiven Sinne", sagte Schmide später, während er den Torschützen fast erdrückte. Pommern Stralsund, das bis dahin taktisch diszipliniert und mit viel Routine gespielt hatte, wirkte in diesem Moment wie eingefroren. Trainer Koch schüttelte nur den Kopf: "So ein Tor in der 94. Minute, das tut weh. Aber das ist Fußball. Wenn du deine Chancen nicht nutzt, wirst du bestraft." Am Ende sprechen die Zahlen eine klare Sprache: 11:5 Torschüsse für Kaiserslautern, leicht weniger Ballbesitz, aber mehr Biss - Tacklingquote 53 Prozent. Stralsund hatte das Spiel im Griff, aber Kaiserslautern hatte das letzte Wort. Und so steht in den Annalen nun ein knappes 1:0, das nach mehr aussieht, als es eigentlich war. Denn es war nicht nur ein Sieg, sondern ein symbolischer Moment: Die Jugend wagt, die Jugend trifft - und die Jugend jubelt. Vielleicht wird Gerrit Van Schoonhoven in zehn Jahren auf diesen Abend zurückblicken und sagen: "Mein erstes Tor war aus Versehen." Doch für die 4500 im Stadion war es pures Glück mit Ansage. Oder, wie ein Zuschauer beim Bierstand nach Abpfiff seufzte: "Endlich mal wieder einer, der nicht nur grätscht, sondern trifft." Ein Satz, den man in Kaiserslautern hoffentlich bald öfter hört. 19.07.2026 21:11 |
Sprücheklopfer
Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich denen, wat malochen heißt.
Torsten Legat