Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Dramatik in Homberg: Später Ausgleich rettet einen Punkt

Wer am Freitagabend ins Homberger Stadion kam, bekam für seine 15 Euro Eintritt einiges geboten - zumindest, wenn man Nerven aus Stahl und Sinn für Tragikomik hat. Der FC Homberg und der FK Pirmasens trennten sich nach 90 intensiven Minuten mit einem 2:2 (1:1). 3219 Zuschauer sahen, wie sich die Gastgeber trotz Unterzahl in den letzten Minuten zurück in die Partie kämpften und am Ende fast noch den Sieg erzwingen konnten.

Von Beginn an war klar: Homberg wollte den Ball, Pirmasens wollte die Räume. 18 zu 5 Torschüsse und 49 zu 51 Prozent Ballbesitz zeigen, dass die Hausherren zwar fleißig arbeiteten, die Gäste aber gnadenlos effizient waren. "Wir haben heute Fußball gearbeitet, nicht gespielt", sagte Hombergs Trainer Fridolin von Zahn später mit einem halb ironischen Lächeln. "Aber manchmal reicht Arbeiten eben auch für einen Punkt."

Die Partie begann schwungvoll. Bereits nach 20 Minuten belohnte sich Homberg für seine Angriffslust: Rechtsaußen Klaus Graf traf nach feinem Zuspiel des 18-jährigen Logan Satchmore - der Junge mit dem Babyface, den die Fans schon liebevoll "der Milchbubi mit den goldenen Füßen" nennen. Das Stadion tobte, Bierbecher flogen, und Graf grinste beim Jubel in Richtung Trainerbank: "Ich hab’s dir doch gesagt, Frido, heute knallt’s!"

Doch Pirmasens zeigte sich unbeeindruckt. Elf Minuten später konterten sie blitzsauber, Noah Specht traf nach perfektem Pass des jungen Portugiesen Vitorino Ramallo. "Das war ein Bilderbuchkonter", schwärmte Gästecoach Gudrun Schweitzer, die an der Seitenlinie so ruhig blieb, als würde sie eine Oper dirigieren. "Wir wollten Homberg locken - und sie sind gekommen."

Nach der Pause wurde’s ruppiger. Homberg drückte, Pirmasens lauerte. Torhüter Dennis Frei hielt die Gäste mit mehreren starken Paraden im Spiel. In der 64. Minute dann der nächste Stich: Wieder war Ramallo der Vorbereiter, diesmal für Alex Coviello, der das Leder eiskalt zum 2:1 für Pirmasens einschob. Hombergs Keeper Marc Berthier schaute hinterher - und wurde fünf Minuten später ausgewechselt. Offiziell wegen einer leichten Blessur, inoffiziell, so munkelten einige Fans auf der Tribüne, "weil der Trainer ihm eine Denkpause gönnen wollte".

Homberg kämpfte weiter, doch die Emotionen kochten über. Erst sah Stürmer Herbert Lindblom Gelb (76.), dann Innenverteidiger Jordi Izquierdo - zweimal innerhalb von drei Minuten. In der 82. Minute musste der junge Spanier mit Gelb-Rot runter. "Ich hab nur laut geatmet", verteidigte er sich später mit einem unschuldigen Blick. Von Zahn dagegen schüttelte nur den Kopf: "Wenn das Atmen Gelb ist, wird’s für uns schwierig."

Doch statt aufzugeben, drehte Homberg plötzlich auf. In der 87. Minute, das Spiel längst ein offener Schlagabtausch, schickte Doruk Bulut mit einem wuchtigen Pass den flinken Nael Aznar auf die Reise. Der 20-Jährige zog von links in den Strafraum, ließ zwei Verteidiger stehen und schob zum 2:2 ein. Das Stadion explodierte. Aznar rannte jubelnd zur Eckfahne, rief Richtung Tribüne: "Das ist für euch, ihr seid verrückt!"

In den letzten Minuten warf Homberg alles nach vorn - mit zehn Mann und jugendlichem Übermut. Aznar traf in der 89. Minute fast noch ein zweites Mal, doch Freis Fingerspitzen verhinderten den Heimsieg.

Nach dem Schlusspfiff war die Stimmung gemischt. Homberger Fans feierten die Moral ihrer Mannschaft, während Pirmasens-Spieler sich gegenseitig auf die Schultern klopften, als hätten sie gerade ein Pokalfinale überstanden. "Ein gerechtes Ergebnis", meinte Schweitzer diplomatisch. "Aber wir hätten den Sack zumachen müssen."

Statistisch gesehen hätte Homberg gewinnen müssen: 18 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, mehr Druck, mehr Wille. Aber Fußball ist bekanntlich kein Statistikspiel. "Heute war’s eher Schach mit Herzrasen", scherzte Kapitän Graf beim Verlassen des Platzes.

Und so bleibt am Ende ein 2:2, das keiner so richtig einordnen kann - zu wild für ein Unentschieden, zu chaotisch für ein Spitzenspiel, zu ehrlich für ein Zufallsergebnis.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn die so weiterspielen, krieg ich keine grauen Haare - ich krieg gar keine mehr."

Ein Schlusswort, das man in Homberg wohl mit einem müden, aber zufriedenen Lächeln unterschreiben kann.

15.02.643997 11:11
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir sind eine gut intrigierte Truppe.
Lothar Matthäus
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager