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1. Liga Slowakei | 2. Spieltag | 25.10.26 | Dubravka Bratislava - FK Senec 3:2 Dabei schien die Angelegenheit zunächst ziemlich eindeutig. Senec trat offensiv auf, ohne sich dabei in wilde Abenteuer zu stürzen. Dubravka begann ausgewogen, vorsichtig, vielleicht einen Hauch zu höflich. In der 20. Minute nutzte Tunca Mansiz die erste große Gelegenheit der Gäste und brachte Senec mit 1:0 in Führung. Vadim Petuchow hatte den Treffer vorbereitet. Die Gastgeber hatten bis dahin zwar bereits einige Abschlüsse gesammelt, doch vor dem Tor wirkte Dubravka ungefähr so entschlossen wie ein Unentschlossener vor der Speisekarte. Senec blieb gefährlich. Laurens Van Cortlandt prüfte die Defensive mehrfach, während Dubravka nach Wegen suchte, den Ball nicht nur zu besitzen, sondern auch sinnvoll zu verwenden. Der Plan der Gäste war klar: ausgewogen nach vorn, sichere Chancen herausspielen, kein unnötiges Pressing. Eine Taktik, die lange ausgezeichnet funktionierte - und später ungefähr so stabil war wie ein Regenschirm im Sturm. Kurz vor der Pause schlug Senec erneut zu. In der 43. Minute erhöhte Dylan Marley auf 2:0, diesmal nach Vorarbeit von Zakhar Twerdowski. Die Gäste gingen mit diesem Vorsprung in die Kabine, während sich im Rund erste Sorgenfalten bildeten. Ein imaginärer Dialog auf der Tribüne dürfte ungefähr so geklungen haben: "Das wird noch spannend." - "Nein, bitte nicht." Beide Einschätzungen sollten sich als korrekt erweisen. Nach dem Seitenwechsel kam Dubravka wie ausgewechselt aus der Kabine. Die Hausherren hatten ohnehin mehr Ballbesitz - 55,57 Prozent gegenüber 44,43 Prozent - und erhöhten nun auch den Druck. In der 51. Minute leitete Eugenio Plataci die Aufholjagd ein. Ernesto Zubiaurre bereitete den Anschlusstreffer vor. Vier Minuten später revanchierte sich Zubiaurre und traf selbst zum 2:2, diesmal nach Platacis Vorlage. Aus einem komfortablen Senec-Vorsprung war innerhalb kürzester Zeit ein offenes Fußballspiel geworden. Die Gäste konnten vermutlich nicht einmal in Ruhe darüber nachdenken, wo sie die Kontrolle verloren hatten. Dubravka blieb am Drücker. Insgesamt kamen die Gastgeber auf 14 Torschüsse, Senec auf sieben. Das war kein Zufall, sondern ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich das Kräfteverhältnis verschoben hatte. Veselin Mihajlovic hatte bereits mehrfach angeklopft - in der 78. Minute öffnete er schließlich die Tür. Sein Treffer zum 3:2, vorbereitet von Plataci, machte aus der Aufholjagd eine komplette Wende. Senec versuchte noch einmal, zurückzukommen. Trainer Bert Schnell brachte Jason Mohr und später Andrej Mintal, doch der späte Druck blieb ohne Ertrag. Miroslav Mintal kam in der Nachspielzeit noch zu einem Abschluss, aber Dubravka verteidigte den knappen Vorsprung. Die Hausherren hatten nicht nur mehr Ballbesitz, sondern auch die etwas bessere Zweikampfquote: 52,86 Prozent standen 47,14 Prozent der Gäste gegenüber. Am Ende blieb ein 3:2, das lange nach Niederlage aussah und schließlich wie ein Statement wirkte. Senec erzielte zwei Tore in der ersten Halbzeit - Dubravka drei in der zweiten. Das ist entweder eine bemerkenswerte Moral oder ein sehr ungewöhnlicher Ratschlag in der Pause. Die 31.944 Zuschauer werden sich vermutlich für die erste Erklärung entscheiden. Und Bert Schnell? Der dürfte auf der Heimfahrt festgestellt haben, dass ein 2:0 im Fußball leider noch kein Endstand ist. 25.10.2026 21:13 |
Sprücheklopfer
Je länger ich darüber nachdenke, desto definitiver stehe ich nicht zur Verfügung.
Franz Beckenbauer