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Dynamo Berlin siegt in Würzburg dank jugendlicher Unbekümmertheit

Würzburg, 8. Februar 2026 - 3001 Zuschauer hatten sich im ehrwürdigen Stadion am Dallenberg eingefunden, um den zweiten Spieltag der Oberliga C zu erleben. Am Ende sahen sie ein Spiel, das in seiner Einseitigkeit beinahe schon künstlerisch wirkte - allerdings nur aus Sicht der Gäste. Dynamo Berlin gewann mit 1:0 bei den Kickers Würzburg, und das Ergebnis schmeichelte den Franken eher, als dass es sie ärgerte.

"Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", murmelte Kickers-Torwart Friedrich Engelhardt nach Schlusspfiff, als er sich die Torwart-Handschuhe vom Leib zog. Verständlich: 23 Torschüsse der Berliner prasselten auf sein Gehäuse, während seine Vorderleute ganze zwei zustande brachten. Trotzdem blieb es lange beim 0:0 - was weniger an Würzburger Defensivkunst als an Berliner Ungeduld lag.

Dynamo-Trainer Tim Ancelotti, ein Mann mit der stoischen Ruhe eines Schachspielers, stand fast die gesamte erste Halbzeit regungslos in seiner Coaching-Zone. "Wir wollten über die Flügel kommen, das hat man wohl gesehen", sagte er später mit einem Augenzwinkern. Gesehen hatte man in der Tat einiges: Rechtsaußen Andreas Gebhardt prüfte schon in der ersten Minute den Keeper, Raphael Fuchs schoss im Minutentakt - und kassierte prompt in der zweiten Minute eine Gelbe Karte. "Ich war einfach zu motiviert", grinste der 23-Jährige.

Die Würzburger hingegen wirkten, als hätten sie sich vorgenommen, Ballbesitz zu üben. Mit 53 Prozent hatten sie den Ball zwar erstaunlich oft, wussten aber meist wenig damit anzufangen. Trainer Volker Schuster erklärte es nach dem Spiel so: "Wir wollten das Tempo rausnehmen und Dynamo laufen lassen." Dass die Berliner trotzdem 58 Prozent der Zweikämpfe gewannen, passte ins Bild.

Die entscheidende Szene ereignete sich in der 51. Minute. Der gerade erst eingewechselte Peter Ludwig, 21 Jahre jung, bekam die Kugel von Innenverteidiger Joschua Ebert mustergültig in den Lauf gespielt - und versenkte sie trocken ins linke Eck. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", gestand Ludwig später, "ich hab einfach draufgehalten." Und wie er das tat: Ein Schuss, ein Tor, drei Punkte.

Würzburg versuchte es danach mit dem, was man gemeinhin als "kontrollierte Offensive" bezeichnet - was in diesem Fall bedeutete, dass Günter Schreiner in der 90. Minute zum zweiten Mal in Richtung Berliner Tor schoss. Der Ball flog zwar nicht ins Netz, aber immerhin in dessen Nähe. "Das war fast gefährlich", witzelte ein Würzburger Fan auf der Tribüne.

Dynamo Berlin hingegen blieb trotz der knappen Führung offensiv. Tim Ancelotti wechselte fleißig: Schon zur Pause kam Ludwig für den glücklosen Fuchs, später musste der junge Marco Ferrer verletzt runter. "Nichts Schlimmes, nur ein Schlag", gab Ancelotti Entwarnung. Auf dem Platz änderte das wenig - die Berliner blieben am Drücker, nur das zweite Tor wollte nicht fallen.

Kickers-Coach Schuster sah das naturgemäß anders: "Mit ein bisschen Glück machen wir am Ende das 1:1. Aber Glück hatten wir heute ungefähr so viel wie Sonne im Februar."

Die Statistik sprach Bände: 23:2 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und eine Berliner Mannschaft, die trotz 46 Prozent Ballbesitz wie das Heimteam wirkte. Besonders auffällig: der 19-jährige Ben Eder, der vorne rackerte, als hinge sein Leben davon ab. Drei Mal tauchte er gefährlich vor Engelhardt auf, drei Mal scheiterte er knapp. Sein Trainer lobte ihn trotzdem: "Wenn der Junge noch ein bisschen ruhiger wird, trifft er bald auch im Schlaf."

Während die Berliner Fans nach dem Schlusspfiff "Dynamo!" skandierten, schauten die Würzburger Spieler betreten zu Boden. Nur Kapitän Julius Schmid versuchte, das Positive zu sehen: "Wir hatten immerhin mehr Ballbesitz." Sein Trainer verzog kurz das Gesicht, dann lachte er: "Stimmt. Aber leider zählt das nur, wenn man den Ball auch mal Richtung Tor bringt."

So bleibt vom Abend in Würzburg eine Erkenntnis: Zahlen können täuschen, aber nicht immer. Dynamo Berlin war in allen Belangen überlegen und gewann verdient - wenn auch zu knapp.

Oder, wie es Peter Ludwig beim Hinausgehen formulierte: "Ein Tor reicht, wenn man’s macht. Und wenn man’s nicht macht, reicht’s halt nicht." Besser hätte man diesen nüchternen Fußballabend kaum zusammenfassen können.

10.06.643990 11:52
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Ich würde am liebsten zu Hause die Rollläden runterlassen, aus der Konservendose essen und mit einem Sack über dem Kopf Feldwege laufen.
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