Außenseiter
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Dynamo Berlin siegt spät - TSV Ausbach verliert trotz Übergewicht

Es war ein kalter Freitagabend in Ausbach, der Flutlichtnebel hing schwer über dem Rasen, und 3670 Zuschauer wärmten sich mit Glühwein und Hoffnung. Hoffnung darauf, dass der TSV Ausbach gegen Dynamo Berlin seine gute Heimserie fortsetzen würde. Am Ende stand jedoch ein 1:2 (1:1) - eine Niederlage, die weh tat, weil sie trotz aller Feldüberlegenheit zustande kam.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Schon in der 9. Minute zeigte sich Dynamo Berlin eiskalt: Leonidas Papaioannou, der junge Grieche im Berliner Mittelfeld, nahm sich ein Herz, zog aus gut 20 Metern ab und traf - wie aus dem Nichts. "Ich habe einfach draufgehalten", grinste der 20-Jährige später. "Der Ball wollte rein - und ich auch."

Der frühe Rückstand schien Ausbachs Ballbesitzmaschine nur kurz zu stören. Trainer Niko Bachmanns Team übernahm das Kommando, ließ den Ball laufen, als wollten sie ihn hypnotisieren. 59 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache, doch Zählbares entstand erst in der 36. Minute: Carsten Pfeifer schickte mit einem feinen Pass den agilen Andre Schumann steil, und der 31-Jährige blieb cool - 1:1. Das Stadion tobte, Bachmann ballte die Faust, und sogar Platzwart Rudi ließ kurz den Laubbläser stehen.

"Da haben wir gemerkt, dass wir sie kriegen können", sagte Schumann nach dem Spiel, noch mit Grasflecken auf der Hose. "Aber irgendwie haben wir dann zu schön gespielt."

Zu schön, zu verspielt - das passte zum Bild dieses Abends. Ausbach kombinierte gefällig, während Berlin lauerte. Tim Ancelotti, der Berliner Trainer, stand an der Seitenlinie wie ein Schachspieler, der weiß, dass der Gegner bald die Dame verliert. "Wir wussten, dass Ausbach gern den Ball will", erklärte er. "Das war okay für uns. Wir wollten das Tor."

Zehn Torschüsse verzeichnete Dynamo am Ende, doppelt so viele wie der TSV. Die meisten davon kamen aus schnellen Umschaltmomenten, mit viel Wucht über die Flügel. Besonders Richard May und der junge Petar Michailow sorgten immer wieder für Unruhe. Michailow allerdings musste kurz vor Schluss verletzt raus - ein unglückliches Foul, das kein böses war, aber schmerzhaft aussah. "Nur eine Prellung", hieß es später aus der Berliner Kabine, während der 19-Jährige mit einem Eisbeutel auf dem Schenkel saß und trocken meinte: "Ich hab schon schlimmere Dates gehabt."

Die zweite Halbzeit wurde zum Geduldsspiel. Ausbach drängte, Berlin verteidigte clever. Und als alle schon mit einem Unentschieden rechneten, schlug wieder ein Berliner Mittelfeldmann zu: In der 81. Minute zirkelte Marco Talarico den Ball nach Vorarbeit von Innenverteidiger Philip Szczepaniak ins rechte Eck - 1:2. Ein Treffer, der so präzise war, dass selbst einige Ausbacher Fans kurz klatschten, bevor sie sich daran erinnerten, auf welcher Seite sie standen.

Bachmann reagierte wütend, trat gegen eine leere Wasserflasche, die daraufhin einen Linienrichter knapp verfehlte. "Das war keine Absicht", sagte er später mit einem gequälten Lächeln. "Aber vielleicht war sie besser platziert als unsere Abschlüsse."

Fünf Torschüsse hatte seine Mannschaft insgesamt - zu wenig, um den Aufwand zu krönen. Selbst in der Schlussphase, als der eingewechselte Robin Beer noch einmal aus 20 Metern draufhielt (87.), blieb Dynamo-Keeper Samuel Devaney unüberwindbar. "Ich hab den Ball die ganze Zeit gesehen", behauptete Devaney im Interview. "Na gut, fast die ganze Zeit."

Kurz darauf durfte Ancelotti an der Seitenlinie jubeln, während sein Gegenüber nur den Kopf schüttelte. "Wir haben das Spiel gemacht, sie die Tore", fasste Bachmann zusammen - eine ehrliche, bittere Bilanz.

Statistisch betrachtet, hätte der TSV Ausbach mindestens einen Punkt verdient: mehr Ballbesitz, ordentliche Passquote, engagierter Auftritt. Aber Fußball ist eben keine Mathematik. Dynamo Berlin war kaltschnäuzig, defensiv diszipliniert - und am Ende einfach reifer.

"Manchmal muss man leiden, um zu lernen", sagte Bachmann, bevor er in der Kabine verschwand. Vielleicht war das die treffendste Analyse des Abends.

Und während die Berliner Spieler jubelnd in den Mannschaftsbus stiegen, blieb über dem Ausbacher Sportplatz nur das schummrige Flutlicht und das Echo eines Spiels, das gezeigt hat: Schönheit siegt nicht immer - manchmal gewinnt einfach nur Effizienz.

07.08.643990 08:47
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