Elfmeter
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Dynamo Berlin tanzt Kempten schwindelig - 3:0 und ein Teenie stiehlt die Show

Berlin, 6. Januar 2026 - Ein frostiger Dienstagabend, Flutlicht, 2789 Zuschauer, die sich den Atem an den Schals wärmen - und ein Spiel, das sie schnell vergessen lässt, dass es eigentlich zu kalt für Fußball ist. Dynamo Berlin besiegt den FC Kempten mit 3:0 (1:0) und liefert dabei nicht nur Tore, sondern auch eine kleine Coming-of-Age-Geschichte: Der 18-jährige Petar Michailow trifft doppelt und wirkt, als hätte er nie etwas anderes getan.

Von Beginn an war klar, dass Dynamo an diesem 6. Spieltag der Verbandsliga F mehr Lust auf den Ball hatte. 60 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache, und wer 18 Schüsse aufs Tor abfeuert, darf auch mal ein bisschen Selbstbewusstsein zeigen. "Wir haben das Spiel kontrolliert, ohne übermütig zu werden", sagte Trainer Tim Ancelotti später mit einem zufriedenen Grinsen. "Na gut, vielleicht ein bisschen übermütig."

Es dauerte bis zur 31. Minute, ehe das erste Mal die Berliner Bank in die Luft sprang: Julian Meireles, der 30-jährige Linksfuß mit der Eleganz eines erfahrenen Ballettmeisters, traf nach feiner Vorarbeit von Olav Hennig zur Führung. Der Jubel wirkte fast erleichtert - zu oft hatte Dynamo zuvor am gut aufgelegten Kemptener Keeper Moritz Schröter gescheitert.

Kurz vor der Pause wurde’s kurz hitzig: Berlins Kusma Selepukin holte sich in Minute zwei früh Gelb und schob später noch eine Gelb-Rote Karte in der Nachspielzeit hinterher - der Junge lernt offenbar schnell, aber nicht immer das Richtige. "Ich dachte, ich hätte nur den Ball getroffen", meinte er nach dem Spiel kleinlaut. Ein Mitspieler murmelte trocken: "Ja, aber leider den falschen."

Nach dem Seitenwechsel kam dann die große Michailow-Show. Kaum sechs Minuten waren gespielt, als der 18-Jährige eine Flanke von Meireles volley nahm und unhaltbar ins Netz drosch - 2:0, das Stadion tobte. Der Youngster riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Ich wollte einfach nur treffen", sagte Michailow später und grinste so breit, dass man ihm das abnahm.

Kempten, ohnehin mit 39 Prozent Ballbesitz eher Statist in der Berliner Vorstellung, versuchte es mit Wut im Bauch. Doch als Abwehrchef Philip Koch in der 61. Minute Gelb sah und in der 90. mit Gelb-Rot vom Platz musste, war auch der letzte Rest Ordnung in der Defensive dahin. "Das war kein böses Foul, eher ein ungeschicktes", verteidigte ihn Trainer Markus Schuster mit einem Seufzen. "Aber irgendwann verlierst du gegen so viel Tempo einfach den Überblick."

Und so kam, was kommen musste: In der 92. Minute setzten die Berliner den Schlusspunkt. Wieder Michailow, diesmal nach Vorarbeit des erfahrenen Rechtsaußen Andreas Gebhardt. Ein trockener Schuss ins lange Eck, Schröter streckte sich vergeblich. 3:0 - und die Dynamo-Fans sangen sich die Kälte aus den Knochen.

Zwischendurch hätte es auch 5:0 stehen können, so oft wie Michailow, Gebhardt und Co. aus allen Lagen abdrückten. Doch Trainer Ancelotti blieb besonnen: "Wenn du jung bist, denkst du, jeder Schuss ist ein guter Schuss. Ich sehe das ein bisschen anders - aber heute hat’s ja gepasst."

FC Kempten dagegen wirkte zusehends müde. Vier zaghafte Torschüsse in 90 Minuten, kaum Durchschlagskraft. Mittelstürmer Philip Bayer hatte in der 67. Minute die beste Chance, schoss aber genau in die Arme des Berliner Keepers Matej Moder, der ansonsten einen ruhigen Abend erlebte.

Als Schiedsrichterin Laura Demir nach 94 Minuten abpfiff, war das Ergebnis eindeutig, aber der Abend voller kleiner Geschichten: Ein Teenager, der zwei Tore schießt und sich ins Rampenlicht spielt. Ein erfahrener Abwehrspieler, der zu früh duschen geht. Und ein Berliner Publikum, das wieder einmal merkt, dass Fußball manchmal einfach Spaß machen darf.

"Das war heute kein Hexenwerk", bilanzierte Ancelotti. "Nur ehrliche Arbeit, gute Laufwege - und ein bisschen jugendliche Unbekümmertheit, die wir Alten so dringend brauchen."

Und während die Flutlichtmasten langsam verlöschten und die letzten Zuschauer ihre Hände an Glühbechern wärmten, ging ein Abend zu Ende, der für Petar Michailow wohl der Beginn von etwas Größerem war.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn der so weitermacht, steht bald kein Kempten, kein Cottbus und kein Köln mehr zwischen ihm und dem großen Fußball."

Vielleicht übertrieben - aber das ist ja das Schöne an solchen Abenden.

17.03.643987 23:53
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