US Sports
+++ Sportzeitung für USA +++

Edwards trifft früh, Darabont gleicht spät: Gerechtes Remis in Miami

Ein warmer Januarabend, 40.485 Zuschauer im Miami-Dome, und die Strikers empfingen die Western Pioneers zum sechsten Spieltag der 1. Liga USA. Es war ein Duell zweier Teams, die unterschiedlicher kaum auftreten konnten: Miami mit langen Bällen und viel Leidenschaft, die Pioneers mit gepflegtem Aufbau und einem Hauch kalifornischer Lässigkeit. Am Ende hieß es 1:1 - ein Ergebnis, das wohl keiner so richtig wollte, aber beide irgendwie verdienten.

Schon die erste Minute gab den Ton vor: Westerns Rechtsaußen Gustav Wirth prüfte Miamis Keeper Benjamin Grant mit einem Schuss, der den Torwart so früh aus der Abendruhe riss, dass er später lachend meinte: "Ich hatte den Kaffee noch nicht ganz verdaut, da flog mir das Ding schon um die Ohren." Die Strikers konterten fünf Minuten später durch Ioakim Warzycha, dessen Versuch aber ebenso wirkungslos blieb. Doch dann kam die 14. Minute - die Stunde des linken Verteidigers Adam Edwards.

Was danach geschah, war ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie man als Abwehrspieler heimlich vom Offensivspiel träumt. Nach einer butterweichen Flanke von Christo Stoitschkow rauschte Edwards heran, nahm den Ball mit links und nagelte ihn aus spitzem Winkel unter die Latte. 1:0 für Miami - das Stadion tobte, Edwards riss die Arme hoch und grinste später: "Ich wollte eigentlich flanken. Aber wenn’s passt, passt’s." Trainer Liam Capo kommentierte trocken: "Wir üben das so. Nur meistens nicht mit den Außenverteidigern."

Western wirkte überrascht, aber nicht geschockt. Die Gäste spielten weiter nach vorn, hatten durch Logan Cromwell (41.) und Nevio Calderon (30., 89.) gute Chancen, doch Grant im Tor der Strikers hatte einen dieser Tage, an denen selbst der Wind für ihn zu spielen schien. Vor der Pause kassierte Miamis Innenverteidiger Henri Celine noch Gelb - für ein Tackling, das mehr nach Wrestling als nach Fußball aussah -, aber es blieb beim 1:0.

Zur zweiten Halbzeit reagierte Pioneers-Coach Walter White, der an der Seitenlinie so ruhig wirkte, als würde er gerade ein Chemieexperiment beaufsichtigen: Er brachte den 21-jährigen Brandon Darabont für Daniel Bosworth. "Wir wollten mehr Tempo über links", erklärte White später. "Und Brandon hat geliefert."

Zunächst jedoch tat sich wenig. Miami kontrollierte den Ball mit 56 Prozent Ballbesitz, spielte aber weiter die berühmten "langen Dinger", während die Pioneers ihre Geduld in kurze Pässe investierten. In der 69. Minute sah Nico Kraft Gelb, offenbar für eine zu ehrgeizige Interpretation des Begriffs "Ball erobern". Doch nur vier Minuten später machte er seinen Fehler wieder gut: Nach glänzendem Solo flankte Kraft auf Darabont, der aus 15 Metern trocken ins linke Eck vollendete - 1:1.

"Ich hab nur die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", gab der junge Stürmer hinterher zu. Trainer White grinste: "Das ist unser Brandon - manchmal denkt er zu viel, diesmal gar nicht."

Die letzten 15 Minuten glichen einem offenen Schlagabtausch. Beide Teams warfen alles nach vorn, die Strikers mit frischem Wind durch den eingewechselten Lazaros Kaklamanis und den 18-jährigen Ewan Carmody, der für den Torschützen Edwards kam. Bei seinem Debüt wirkte Carmody so nervös, dass er beim ersten Ballkontakt gleich den Schuh verlor - das Publikum feierte ihn trotzdem.

In der 83. Minute mussten die Pioneers den angeschlagenen Cromwell auswechseln, was die Partie endgültig ins Chaos stürzte. Die Strikers drückten, Stoitschkow prüfte Keeper Lewis Roades zweimal (64., 78.), doch der Routinier im Western-Tor hielt mit stoischer Ruhe. "Ich hab’ früher in Texas gespielt, da fliegen dir ganz andere Dinge um die Ohren", witzelte er nach dem Spiel.

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: 12 zu 11 Torschüsse, fast identische Zweikampfquoten (50,6 zu 49,4 Prozent). Nur beim Ballbesitz hatte Miami leicht die Nase vorn - was Trainer Capo süffisant kommentierte: "Schön, aber Punkte gibt’s dafür keine."

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten die Fans beiden Teams. Ein leistungsgerechtes Unentschieden, das zwar keinen Sieger hervorbrachte, aber jede Menge Gesprächsstoff.

"Wenn man’s positiv sieht, haben wir nicht verloren", meinte Capo mit einem Augenzwinkern. "Wenn man’s negativ sieht, haben wir auch nicht gewonnen." Walter White fasste es nüchterner zusammen: "Ein Punkt in Miami ist nie schlecht - auch wenn’s sich nach Arbeit anfühlt."

So endete ein intensives, teilweise wildes Spiel, das keine Schönheitspreise gewann, aber ehrlichen Fußball bot. Vielleicht das größte Lob des Abends kam von einem älteren Fan auf der Pressetribüne: "War besser als die Netflix-Serie, die ich sonst um die Zeit schaue."

Und ehrlich gesagt - er hatte recht.

17.03.643987 21:15
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