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Effzeh Köln tanzt im Allgäu - Solodkin und Bloomfield zünden das Feuerwerk

Weiler im Allgäu - 12.500 Zuschauer, Flutlicht, kalte Allgäuluft und ein Gegner, der kam, sah und dreimal traf: Effzeh Köln entführte am Dienstagabend mit einem verdienten 3:1-Sieg alle Punkte aus Weiler. Die Domstädter spielten ab der ersten Minute so, als hätten sie sich vorgenommen, den Allgäuern zu zeigen, dass "dritte Liga" auch schön klingen kann, wenn man’s mit Stil spielt.

Schon nach zehn Minuten war die Stimmung auf der Tribüne kurzzeitig eingefroren - allerdings nicht wegen der Temperaturen. Der 18-jährige Alexander Bloomfield traf nach Vorarbeit von Jacques Diarra eiskalt zum 0:1. Weilers Torwart Costica Rotariu streckte sich, doch der Ball flog so präzise ins Eck, dass selbst ein Schneepflug ihn dort nicht mehr rausbekommen hätte. "Ich dachte, der Junge ist noch in der A-Jugend", murmelte ein älterer Fan kopfschüttelnd. "Der spielt aber schon wie ein Engländer mit 200 Premier-League-Minuten."

Die Kölner, von Trainer Toni Tapolski gewohnt offensiv eingestellt, setzten weiter nach. In der 27. Minute war es Jitzchak Solodkin, ebenfalls 18, der nach feinem Zuspiel von Ewan Corraface zum 0:2 einschob. Da standen die Allgäuer Verteidiger so weit auseinander, dass man fast ein Bergpanorama hätte fotografieren können. "Da haben wir kurz die Orientierung verloren", erklärte Weilers Coach Mino Raiola später trocken. "Leider nicht die Sonne, sondern den Ball."

Doch die Gastgeber gaben sich nicht kampflos geschlagen. Kurz vor der Pause (42.) ließ der 17-jährige Ben Meister den heimischen Block jubeln. Nach einem feinen Zuspiel von Heinrich Foerster zog er ab - und der Ball zappelte im Netz. 1:2, die Hoffnung war zurück, und plötzlich roch das Stadion nach Bratwurst UND Spannung. "Da hab ich kurz gedacht: Geht da vielleicht was?", grinste Meister nach der Partie.

In der Halbzeit versuchte Raiola offenbar, seine Jungs mit einer Mischung aus Motivationsrede und Ironie aufzurütteln. Ein Zuhörer aus dem Kabinengang will gehört haben: "Ihr habt jetzt bewiesen, dass ihr Tore schießen könnt - jetzt zeigt, dass ihr auch welche verhindern könnt."

Doch Köln blieb Herr der Lage. Mehr Ballbesitz (55 Prozent), mehr Torschüsse (16 zu 9), mehr Kontrolle. Weiler konterte über die Flügel, wie es ihre Taktik verriet, doch wirklich gefährlich wurde es selten. Felipe Gama hatte zwei ordentliche Chancen (20. und 51.), verzog aber jeweils knapp.

In der 79. Minute fiel dann die Entscheidung: Wieder war es Solodkin, der nach einer feinen Kombination mit Corraface zum 1:3 traf. Der junge Israeli zeigte dabei Nervenstärke und Technik, wie man sie eher aus den großen Ligen kennt. "Ewan hat mir den Ball serviert wie im Training - da musste ich nur noch Danke sagen", lächelte Solodkin später.

Weiler versuchte danach alles. Trainer Raiola wechselte dreifach in der 60. Minute - Scherer, Herrmann und Siebert kamen - aber die frische Energie verpuffte wie warmer Atem in der Allgäunacht. Köln hingegen brachte in der 89. Minute sogar noch den 17-jährigen Keeper David Meiser für den erfahrenen Tristan Geldmeyer - ein Zeichen, dass Tapolski seinen Nachwuchs bewusst ins Rampenlicht stellt. "Lass die Jungs lernen", sagte er nach Abpfiff. "Heute haben sie was über Kälte, Kampf und Charakter gelernt - und über Busfahrten durchs Allgäu."

Am Ende stand ein verdienter Sieg für Köln, der in Zahlen fast so deutlich war wie auf dem Platz: 3:1 Tore, 55 Prozent Ballbesitz, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Weiler kämpfte wacker, aber Effzeh spielte schlicht reifer. "Wir sind jung, aber nicht naiv", fasste Doppeltorschütze Solodkin zusammen. "Und wir wissen, dass Tore schöner sind als Schneeflocken."

Ein Reporter fragte Mino Raiola zum Schluss, ob er trotz der Niederlage Positives sehe. Raiola grinste: "Natürlich. Die Stadionheizung hat funktioniert." Dann zog er den Mantelkragen hoch und verschwand in den Nebel der Allgäuer Nacht - während die Kölner Spieler auf dem Rasen tanzten, als hätten sie gerade den Aufstieg klargemacht.

Vielleicht war es nur ein Sieg in der 3. Liga. Aber für die jungen Kölner war es ein weiterer Schritt, erwachsen zu werden - und für Weiler im Allgäu der Beweis, dass man auch im Verlieren Stil haben kann.

Und wer weiß: Wenn die Allgäuer beim nächsten Heimspiel wieder so viel Herz zeigen, könnte sogar der Schnee applaudieren.

14.06.643993 02:12
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Wer am Samstag nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, der kann ja am Sonntag noch laufen.
Werner Lorant
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