Marca
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Ein 2:2, das mehr Nerven kostete als Punkte brachte

CD Santa Cruz und Conquense trennten sich am Sonntagabend im Estadio de la Isla nach einem wilden 2:2-Unentschieden, das an Dramatik kaum zu überbieten war. 36.737 Zuschauer erlebten eine Partie, die alles bot: frühe Tore, aufbrausende Zweikämpfe, einen Platzverweis und ein Comeback, das keinen Sieger, aber viele Geschichten hinterließ.

Schon nach zehn Minuten ging es los - Conquense kam, sah und traf. David Hoj, der rechte Flügelflitzer mit dem Charme eines Torraubtiers, wurde von Guillermo Vazquez perfekt in Szene gesetzt und drosch den Ball aus spitzem Winkel ins lange Eck. Santa-Cruz-Keeper Jaime Alvarez konnte nur noch mit den Augen folgen. "Ich hab den Ball kommen sehen - aber auch gleich wieder gehen", gestand Alvarez später mit einem gequälten Lächeln.

Conquense blieb dran, spielte offensiv, mutig, fast übermütig. Und so war das 0:2 in der 35. Minute fast zwangsläufig: Jiri Trojan legte quer, Carl Capucho schloss eiskalt ab. Trainer Andreas Sch rieb danach trocken: "Wenn Carl trifft, ist das meist kein Zufall. Heute war’s auch keiner."

Doch Santa Cruz, das unter Trainer Tobi Sch leder eine Mischung aus Wut, Wille und Wahnsinn verkörpert, ließ sich nicht hängen. Kurz vor der Pause (42.) zündete Frans Dahl den Turbo, nahm einen langen Ball von Innenverteidiger Iban Couto an, tänzelte an zwei Verteidigern vorbei und schob zum 1:2 ein. Das Stadion bebte, die Hoffnung flackerte - und Couto bekam kurz darauf (45.) prompt Gelb, weil er seine Freude etwas zu körperlich mit einem Conquense-Stürmer teilte.

In der Kabine muss es laut geworden sein. "Ich habe den Jungs gesagt, dass sie aufhören sollen, hübsch zu spielen", verriet Schleder später. "Wir wollten hässlich werden - aber effektiv."

Und tatsächlich: In der zweiten Hälfte drehte sich das Spiel. Nach 59 Minuten belohnte Morgan Primes die Angriffswelle der Gastgeber. Nach Vorarbeit des zentralen Strategen Albert Fontàs hämmerte der Rechtsaußen den Ball unter die Latte - 2:2! Das Stadion explodierte, und selbst die Ersatzspieler auf der Bank wirkten kurz so, als wollten sie das Spielfeld stürmen.

Doch wer glaubte, Santa Cruz würde jetzt durchmarschieren, wurde eines Besseren belehrt. Conquense, das insgesamt 12 Torschüsse abgab (Santa Cruz kam auf 8), kämpfte sich zurück. Louis Gauthier prüfte den Keeper gleich zweimal (67., 76.), und Guillermo Mingo hatte in der 88. Minute den Siegtreffer auf dem Fuß - doch Alvarez parierte glänzend.

Zwischen all dem: Chaos pur. In der 59. Minute verletzte sich Conquenses Abwehrmann Marko Dordevic unglücklich beim Versuch, einen Ball zu klären. Trainer Sch reagierte, brachte Jose Enrique Gomes - und musste Minuten später mitansehen, wie Santa Cruz den Ausgleich erzielte.

Und dann, als der Puls aller Beteiligten längst im roten Bereich war, flog Couto (ja, derselbe, der die Vorlage zum 1:2 gegeben hatte) in der 85. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Ein rustikales Einsteigen, ein zweiter Pfiff, ein kurzer Protest - das übliche Theater. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte sich Couto nach dem Spiel, "aber der Ball wollte wohl nicht mich."

Die letzten Minuten überstand Santa Cruz mit zehn Mann und purem Überlebenswillen. "Das war kein Fußball mehr, das war Überlebenstraining", grinste Schleder nach Abpfiff, während sein Gegenüber Sch eher säuerlich meinte: "Zwei Punkte verschenkt, aber wenigstens niemand den Bus verpasst."

Statistisch gesehen war Conquense leicht überlegen - 52,7 Prozent Ballbesitz, mehr Schüsse, etwas bessere Zweikampfquote. Doch Santa Cruz zeigte Herz, Biss und eine bemerkenswerte Resistenz gegen das Schicksal.

Ein Fan auf der Tribüne fasste es in der 90. Minute treffend zusammen: "Wenn wir so weiterspielen, überlebt mein Herz keine Saison."

Am Ende blieb es beim 2:2, einem Ergebnis, das beiden Trainern nicht schmeckte, aber beiden Teams Mut machen dürfte. Conquense bewies Offensivkraft, Santa Cruz Kampfgeist. Und das Publikum bekam ein Spiel, das man noch seinen Enkelkindern erzählen kann - am besten mit etwas weniger Herzklopfen.

Oder, wie Morgan Primes es formulierte: "Manchmal reicht ein Punkt, um sich wie ein Held zu fühlen. Heute war so ein Tag."

06.03.643987 09:40
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