Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Ein Dusko entscheidet das Derby - Zvezda müht sich zum 1:0 gegen Palilulac

Wenn 66.152 Zuschauer im Marakana-Stadion von Belgrad kollektiv seufzen, dann weiß man: Die Rot-Weißen machen es wieder spannend. Crvena Zvezda Belgrad gewann am 6. Spieltag der serbischen Superliga mit 1:0 gegen Palilulac - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber emotional aufgeladen war wie ein Espresso nach Mitternacht.

Von Beginn an drückte Zvezda aufs Gas, zumindest auf dem Papier. Trainer Don Dirigente hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, doch das Spiel erinnerte zunächst an eine alte Schallplatte - schön anzusehen, aber mit Sprüngen. Bereits in der 2. Minute prüfte Gerhard Bach den Gästetorwart Yuval Mofaz - der reagierte so gelassen, als hätte er gerade ein Sudoku gelöst. Bach versuchte es erneut in der 8. und 37. Minute, doch jedes Mal landete der Ball in Mofaz’ Armen oder auf der Tribüne.

"Wir wollten früh ein Zeichen setzen", sagte Dirigente später, "aber der Ball hatte offensichtlich andere Pläne." Seine Aussage passte zum Spiel: Zvezda spielte, Palilulac verteidigte - und zwar mit einer stoischen Ruhe, die an einen Schachspieler erinnerte, der weiß, dass Remis auch Punkte bringt.

Die Gäste unter Trainer Peter Patrick standen tief, lauerten auf Konter und schickten gelegentlich Evan Neil ins Mittelfeldgefecht, doch der einzige Torschuss der Gäste (78. Minute) geriet zur Fußnote. "Wir haben unser Ziel erreicht", grinste Patrick nach dem Spiel, "wir wollten sie ärgern - und das ist uns 70 Minuten lang gelungen."

Belgrads Taktik blieb über 90 Minuten konsequent offensiv, aggressiv und mit Balanced-Passspiel - was in der Praxis hieß: viel Ballbesitz um die Mittellinie herum. Zwar verzeichnete Palilulac mit knapp 51 Prozent formell etwas mehr Ballbesitz, doch Zvezda hatte die klareren Aktionen: 14 Torschüsse, drei Gelbe Karten und unzählige "Beinahe"-Momente.

Die ersten beiden Verwarnungen kassierten Dusko Anicic (47.) und Zvonimir Dudic (49.) - beide aus purer Übermotivation, wie Trainer Dirigente später erklärte: "Wenn du 45 Minuten auf ein Tor drückst und nichts passiert, musst du irgendwo deine Energie ablassen." Palilulac nahm’s mit Humor: "Wir fühlten uns kurz wie in einem Rugby-Match", witzelte Mittelfeldmann Neil.

Dann kam die 71. Minute - die Szene, die alles änderte. Nach einer Einwechslung in der 65. Minute hatte sich der junge Verteidiger Ermin Jarakovic auf der rechten Seite eingeschaltet, schlug einen mutigen Pass in den Strafraum, und dort rauschte Dusko Drageljevic heran. Ein Schuss, ein Jubel, ein Aufatmen - 1:0 für Zvezda. Der Ball zappelte im Netz, und Drageljevic rannte mit weit ausgebreiteten Armen zur Kurve. "Ich habe einfach draufgehalten", grinste der 24-Jährige später, "manchmal muss man nicht denken - einfach schießen."

Die Fans tobten, die Ersatzbank sprang, und Don Dirigente ließ sich sogar zu einem kurzen Tänzchen hinreißen. "Ich wollte nur meine Schuhe testen", meinte er danach augenzwinkernd.

Palilulac reagierte mit frischen Kräften - Trainer Patrick brachte Dragan Durisic und Gabriel Nelsen, beide mit klarer Marschroute: "Lauft, solange ihr könnt." Doch mehr als ein harmloser Versuch aus der Distanz (78.) sprang nicht heraus.

Spätestens nach der dritten Gelben Karte für Luke Featherstone in der 79. Minute begann Zvezda, das Ergebnis zu verwalten. Der Ball zirkulierte, die Zuschauer pfiffen, und im Presseraum fragte ein Kollege halb im Scherz: "Hat jemand das zweite Tor gesehen, oder war das auch nur ein Gerücht?"

Kurz vor Schluss durfte noch Zoran Dordevic aufs Feld, der für den müden Rene Celine kam - ein Wechsel, der mehr Beifall als sportlichen Effekt brachte. Als Schiedsrichter Radovan Petrovic schließlich abpfiff, war die Erleichterung greifbar.

1:0, drei Punkte, Tabellenführung verteidigt - und doch fragte man sich, warum das Ganze so zäh hatte werden müssen. Statistisch gesehen war Zvezda klar überlegen: 14:1 Torschüsse, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und doch nur ein Treffer.

"Vielleicht wollten wir unseren Fans einfach einen Thriller bieten", lachte Dirigente hinterher. Drageljevic, der Held des Abends, meinte trocken: "Solange ich treffe, dürfen sie ruhig schwitzen."

Peter Patrick hingegen sah das Positive: "Wir haben fast 70 Minuten lang das Publikum zum Schweigen gebracht - das ist in Belgrad schon fast ein Sieg."

Ein etwas müdes, aber zufriedenes Publikum verließ das Stadion in der kalten Januarnacht. Ein älterer Fan fasste es auf dem Weg zur Straßenbahn zusammen: "Hauptsache gewonnen. Und wenn’s wieder Dusko macht, soll’s mir recht sein."

So bleibt das Fazit: Crvena Zvezda siegt knapp, aber verdient - dank eines Dusko Drageljevic, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort stand. Und Palilulac? Die können immerhin behaupten, den Favoriten fast zur Weißglut gebracht zu haben. Fast.

17.03.643987 23:07
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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