Elfmeter
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Ein Innenverteidiger trifft - Northeim siegt dank Hausmanns goldenem Moment

Eintracht Northeim hat am Montagabend in der Verbandsliga D einen Arbeitssieg beim VfR Kirchheim eingefahren - 1:0 hieß es nach 90 umkämpften Minuten vor 2275 Zuschauern im Kirchheimer Stadion. Das einzige Tor des Abends erzielte ausgerechnet ein Innenverteidiger: der 18-jährige Hermann Hausmann, der in der 24. Minute nach einer Flanke von Rafael Santoyo per Kopf traf. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", grinste der blutjunge Matchwinner nach Spielende.

Dabei hatte Northeim von Beginn an das Heft des Handelns in der Hand. Trainer Tim Picke ließ seine Mannschaft offensiv und über die Flügel anlaufen - und tatsächlich rollte Angriff um Angriff auf den Kirchheimer Strafraum zu. Bereits nach sechs Minuten prüfte der 17-jährige Swen Franz den Heimkeeper Jannis Mayer, der mit einer artistischen Flugeinlage rettete. "Wir wollten mutig sein", sagte Picke später, "aber ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass wir 19 Torschüsse brauchen, um einmal zu treffen."

Kirchheim dagegen blieb blass. Drei kümmerliche Schüsse aufs Tor - das war die magere Ausbeute einer Mannschaft, die sich in der eigenen Hälfte verschanzt hatte und auf den Zufall hoffte. In der 13. Minute versuchte sich Rechtsverteidiger Tom Weiss mit einem beherzten Fernschuss, doch Northeims Keeper Justin Schultz musste sich kaum strecken. Der Rest war viel Kampf, wenig Glanz.

Dann die 24. Minute: Ecke Santoyo, Kopfball Hausmann, Tor. Kirchheims Abwehrspieler Johann Stahl kam einen Schritt zu spät, Torhüter Mayer segelte ins Leere, und plötzlich jubelte der kleinste Teil der Tribüne - die Northeimer Auswärtsfans. "Ich hab’s kommen sehen", murmelte Kirchheims Robert Dietrich, der kurz zuvor Gelb gesehen hatte, "aber irgendwie sind wir alle stehen geblieben."

Hausmann selbst holte sich zehn Minuten später ebenfalls den gelben Karton ab - offenbar beflügelt von seinem Tor, stieg er etwas zu rustikal in einen Zweikampf. Der Schiedsrichter beruhigte die Gemüter mit einem mahnenden Blick, und das Spiel plätscherte bis zur Pause dahin.

In der zweiten Hälfte änderte sich wenig am Bild: Northeim drückte, Kirchheim verteidigte. Besonders der junge Lionel Ronaldo (ja, der heißt wirklich so) wirbelte im Sturmzentrum der Gäste, brachte es aber trotz zahlreicher Schüsse - allein zwischen der 29. und 82. Minute fünf an der Zahl - nicht fertig, den Sack zuzumachen. "Ich wollte unbedingt treffen, aber der Ball hat mich heute einfach nicht gemocht", lachte der 20-Jährige nach Abpfiff.

Kirchheim versuchte es gegen Ende wenigstens mit Leidenschaft: In der 78. Minute musste Linksverteidiger Niko Heinze verletzt vom Platz, was zu einer kuriosen Szene führte. Trainer und Mitspieler diskutierten wild, wer jetzt eigentlich hinten links spielen solle - am Ende wurde der offensiv denkende Jonas Fleischer eingewechselt. "Taktisch war das vielleicht nicht ganz durchdacht", gab ein verschmitzter Kirchheimer Betreuer zu, "aber wir wollten halt noch was riskieren."

Kurz darauf humpelte auch auf Northeimer Seite Karl Paul vom Feld, der durch Marcel Noack ersetzt wurde - eine eher unspektakuläre Personalie, die aber den Spielfluss weiter drosselte.

Die Schlussphase brachte noch einige Northeimer Chancen: Jay Burton prüfte Mayer in der 50. Minute, Santoyo traf das Außennetz in der 88. Doch am Ergebnis änderte sich nichts. Kirchheims letzte Offensivaktion, ein halbherziger Weitschuss von Matthias Hartung, blieb ebenso folgenlos wie seine Gelbe Karte in der 81. Minute.

Statistisch gesehen war es ein klarer Fall: 19 Torschüsse für Northeim, nur 3 für Kirchheim; 50,4 Prozent Ballbesitz für die Gäste, die Zweikampfquote 57 zu 43 - und dennoch nur ein einziges Tor. "Wir hätten auch 3:0 gewinnen können", meinte Picke nach dem Spiel, "aber wir nehmen das 1:0 mit Kusshand."

Kirchheims Spieler verließen den Platz mit hängenden Köpfen, doch Trainer - der Name wurde nicht übermittelt, vielleicht wollte er anonym bleiben - versuchte, das Positive zu sehen. "Wir haben fast 50 Prozent Ballbesitz gehabt", sagte er trocken, "das ist mehr als erwartet."

Eintracht Northeim hingegen jubelte über drei hart erkämpfte Punkte und einen jungen Helden, der eigentlich lieber verteidigt als trifft. Hermann Hausmann verabschiedete sich mit den Worten: "Wenn ich jetzt noch öfter vorne auftauche, muss ich wohl bald Stürmer spielen."

So endete ein kühler Maiabend mit einem warmen Gefühl für Northeim - und dem leisen Murmeln der Kirchheimer Fans auf den Rängen: "Ein Tor, das hätten wir doch auch mal schießen können."

Und irgendwo in der Kabine klang Trainer Pickes Stimme nach: "Manchmal reicht eben ein Kopfball, wenn er zur richtigen Zeit kommt."

06.04.644000 08:07
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Vielleicht sollten wir mal einen saufen gehen und uns gegenseitig auf die Fresse hauen.
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