Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Ein Tor, drei Schüsse, 40.000 Herzen - Lazarevac trotzt der Logik

Wenn Zahlen Lügen strafen könnten, würden sie es an diesem Abend in Lazarevac tun. 23 Torschüsse für Pivara Celarevo, nur drei für FK Lazarevac - und dennoch stand am Ende ein 1:0 für die Hausherren auf der Anzeigetafel. 40.000 Zuschauer rieben sich die Augen, während die Gäste eine Lehrstunde in Effizienz - nein, in Ineffizienz - erhielten.

Es war ein Spiel, das sich wohl am besten mit einem alten Sprichwort beschreiben lässt: Wer die Tore nicht macht, bekommt sie eben rein. Fabio Antunes, Dusko Komljenovic und Nemanja Kezman schossen aus allen Lagen, aber Lazarevacs Torwart Morten Svensson hatte offenbar beschlossen, an diesem Abend unüberwindbar zu sein. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft der Ball auf mich zukam", grinste der 33-jährige Schwede nach dem Abpfiff. "Aber irgendwann dachte ich, das ist ja wie beim Handball - nur dass ich keine Torwartmaske trage."

Die Partie begann, wie sie enden sollte: mit Pivara Celarevo am Drücker. Schon in der dritten Minute prüfte Kezman den Keeper, kurz darauf folgten Komljenovic und Antunes. Es war, als hätten die Gäste beschlossen, aus jeder erdenklichen Position ihr Glück zu versuchen - nur der Fußballgott hatte offenbar andere Pläne. Trainer Andreas Go verzog nach dem sechsten ungenutzten Abschluss nur das Gesicht: "Wir hätten auch noch bis Mitternacht spielen können, und der Ball wäre immer noch nicht drin gewesen."

FK Lazarevac dagegen machte das, was man in solchen Spielen macht, wenn man defensiv solide steht und auf das große Missverständnis des Gegners hofft: Sie warteten. Geduldig. Fast stoisch. Der Ballbesitz war mit 56 Prozent zwar leicht auf ihrer Seite, aber das Spiel gehörte Celarevo - zumindest bis zur 58. Minute.

Dann geschah das, was die 40.000 Fans noch lange erzählen werden. Christopher Kinsella, der flinke Mittelfeldstratege, luchste im Zentrum seinem Gegenspieler den Ball ab, blickte kurz nach vorn und schickte Oliver Pelletier auf die Reise. Der 31-jährige Kanadier nahm den Ball mit der Brust, ließ seinen Verteidiger aussteigen und zirkelte ihn trocken ins rechte Eck. 1:0. Das Stadion explodierte.

"Ich hab gar nicht lange nachgedacht", sagte Pelletier später. "Ich wollte einfach nur, dass der Ball mal auf die andere Seite des Feldes kommt - und plötzlich war er im Netz."

Von da an wurde das Spiel zu einem surrealen Schauspiel: Pivara Celarevo schoss, flankte, presste - aber das Tor schien wie vernagelt. Fabio Antunes, der wohl am meisten unter der eigenen Chancenflut litt, haute in der 82. Minute den Ball aus fünf Metern über die Latte. Man sah Trainer Go an, dass er in diesem Moment kurz überlegte, ob er nicht selbst die Schuhe schnüren sollte.

Die Gastgeber hingegen verteidigten, als ginge es um den Weltfrieden. Dusan Durisic kassierte in der 80. Minute noch Gelb, weil er beim Versuch, den Ball zu klären, mehr Bein als Leder traf. Er nahm’s mit Humor: "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch treffsicher bin - wenn auch nicht beim Ball."

Als der Schlusspfiff ertönte, brach auf den Rängen Jubel aus, der fast ungläubig klang. Lazarevac hatte mit drei Torschüssen das Spiel gewonnen, während Celarevo 23 Mal scheiterte. Die Statistik sagte, das sei unmöglich - aber Fußball ist eben kein Rechenspiel.

Trainer Go fasste es trocken zusammen: "Wir waren die bessere Mannschaft, nur leider im falschen Spiel." Sein Gegenüber, der sichtlich entspannte Coach von Lazarevac, konterte mit einem Schmunzeln: "Manchmal muss man den Ball nur einmal richtig treffen - und das haben wir getan."

Und so bleibt der Abend von Lazarevac als jener in Erinnerung, an dem Logik Urlaub machte, Effizienz Geschichte schrieb und ein Tor reichte, um 40.000 Menschen glücklich zu machen.

Oder, wie es ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn wir immer so spielen, halte ich das keine Saison durch - aber bitte genauso weitermachen."

25.04.643990 03:34
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