Außenseiter
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Ein Tor für die Ewigkeit: Rostock ringt Eidelstedt mit 1:0 nieder

Wenn ein kalter Januarabend an der Ostsee die Finger steif und den Atem sichtbar macht, dann braucht es ein warmes Fußballherz, um 90 Minuten lang auszuharren. 3.979 dieser tapferen Seelen fanden sich am 11. Spieltag der Oberliga F im Rostocker Stadion ein - und sie wurden mit einem knappen, aber nicht unverdienten 1:0-Sieg ihres Teams Empor Rostock gegen den SV Eidelstedt belohnt.

Das Spiel begann, wie man es von einem Duell zweier Mittelfeldmannschaften erwartet: mit vorsichtigem Abtasten, vielen Pässen quer und einem Schiedsrichter, der in den ersten Minuten vermutlich mehr Ballkontakte hatte als mancher Mittelfeldspieler. Doch dann nahm Eidelstedt Fahrt auf. Schon in der 9. Minute prüfte Minos Ardizoglou den Rostocker Keeper Uwe Kuehn mit einem satten Linksschuss - der Ball zischte knapp vorbei. Kurz darauf versuchte es Justin Wenzel gleich doppelt (10. und 22. Minute), aber Kuehn stand wie eine Mauer aus norddeutscher Gelassenheit.

"Ich dachte schon, der Ball geht rein, aber Uwe hat da einfach die Hand aus dem Himmel geholt", staunte später Empor-Coach Johan Johansson mit einem Grinsen, das zwischen Stolz und Erleichterung pendelte.

Dann kam die 30. Minute - und mit ihr der Moment, der das Spiel entscheiden sollte. Jakob Hauser zog auf der rechten Seite an, ließ seinen Gegenspieler stehen, flankte scharf in die Mitte, wo der 21-jährige Zsolt Sabau lauerte. Eine Direktabnahme, ein zischender Ball, ein Netz, das bebte: 1:0 für Rostock. Der Jubel hallte bis zur Warnow. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Sabau später, "und gehofft, dass keiner im Weg steht. War keiner."

Bis zur Pause blieb Empor am Drücker. Hauser prüfte den Eidelstedter Keeper Luka Raab noch zweimal (40. und 42.), während Eidelstedt nach dem Rückstand etwas die Ordnung verlor. Ihre größte Chance vor der Halbzeit hatte erneut Wenzel in der 44. Minute, aber wieder war Kuehn zur Stelle - diesmal mit einer Glanzparade, bei der selbst die Gästefans kurz klatschten.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Eidelstedt, das Spiel an sich zu reißen. Der Ballbesitz sprach mit 53 Prozent leicht für die Gäste, doch Empor verteidigte mit eiserner Disziplin. Die Verteidiger Simsek und Binder räumten hinten alles weg, was nicht niet- und nagelfest war, und wenn es doch einmal gefährlich wurde, stand Kuehn goldrichtig. "Wir haben es versucht, aber Rostock hat uns die Lust am Kombinieren genommen", murrte Eidelstedts Mittelfeldmann Burhan Akagündüz nach dem Spiel.

In der 57. Minute tauchte Innenverteidiger Cafer Simsek überraschend vorne auf und zwang Raab mit einem Kopfball zu einer Glanztat. Die Szene war sinnbildlich für das Rostocker Spiel: engagiert, mutig, aber nie übermütig. Kurz darauf (59.) wieder Hauser - diesmal vorbei.

Eidelstedt bemühte sich, doch nach vorne fehlte die Präzision. Julian Kraus (70.) und Akagündüz (82.) hatten Chancen, die aber an Kuehn oder den eigenen Nerven scheiterten. Empor wechselte in der 70. Minute: Maik Haase kam für Olaf Jürgens - und brachte frischen Wind. Zwei Mal noch prüfte er Raab (73. und 81.), ehe Zsolt Sabau in der 87. Minute beinahe seinen zweiten Treffer erzielte, doch der Ball strich hauchdünn am Pfosten vorbei.

Gelbe Karten gab’s auch: Sascha Vetter sah früh Gelb (13.), Bernt Riedel später (38.). Johansson kommentierte das trocken: "Zwei Gelbe Karten? Für uns war das heute fast schon brav."

Statistisch blieb das Spiel ausgeglichen: 12 Torschüsse für Rostock, 8 für Eidelstedt. Ballbesitz leicht für die Gäste, Zweikampfquote knapp für Rostock (52 zu 48 Prozent). Doch Fußball wird eben nicht in Prozenten, sondern in Toren entschieden - und da stand es am Ende 1:0.

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Johansson seinem Torschützen Sabau um den Hals, während Eidelstedts Trainer wortlos in den Nachthimmel starrte. "Wir hätten mehr draus machen müssen", knurrte er später, "aber Rostock war heute einfach eklig effektiv."

In der Kabine von Empor dagegen hörte man lautes Gelächter. "Das war kein Schönheitspreis, aber ein Arbeitssieg", rief Kapitän Hauser in die Runde, "und Arbeitssiege zählen doppelt, wenn’s draußen minus zwei Grad hat."

So blieb ein Abend, der in keiner Highlight-Show große Schlagzeilen machen wird, aber für Rostock ein kleiner Schritt nach oben in der Tabelle bedeutet - und für die frierenden Fans ein warmer Gedanke auf dem Heimweg: Drei Punkte, ein Tor, und das Gefühl, dass Einsatz manchmal schöner ist als Eleganz.

Oder, wie Johansson es zum Schluss sagte: "Manchmal reicht ein Tor. Hauptsache, es ist unseres."

24.05.643987 07:09
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