Elfmeter
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Ein Tor genügte: Ludwigsfelde ringt Rehden nieder

Es gibt Fußballspiele, die in die Annalen eingehen - und dann gibt es jene, die einfach nur hart erkämpft sind. Ludwigsfelder FC gegen BSV Rehden am Donnerstagabend war eindeutig von der zweiten Sorte: ein zähes Ringen, ein einziger Treffer und 2272 Zuschauer, die am Ende erleichtert durchatmeten. 1:0 hieß es nach 90 Minuten, und die Gastgeber feierten, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen.

Der entscheidende Moment kam schon in der 23. Minute. Marvin Ebert, 34 Jahre jung und offenbar noch kein bisschen müde, traf nach feinem Zuspiel von Phillip Ledig. Ein Schuss aus halbrechter Position, trocken, präzise, unhaltbar - und plötzlich tobte das Stadion. "Ich habe einfach draufgehalten", grinste Ebert später, "der Ball wollte wohl auch mal wieder ins Netz." Trainer und Mitspieler klatschten ab, während Rehdens Keeper Leon Großmann nur hinterherschauen konnte.

Dabei hatte Rehden eigentlich das Spiel im Griff. 52,9 Prozent Ballbesitz, 13 Torschüsse - und doch kein Tor. Ludwigsfelde dagegen mit 47 Prozent Ballbesitz und gerade mal fünf Abschlüssen, aber eben dem einen, der zählte. Fußball kann grausam sein. "Wir hätten hier noch bis Mitternacht spielen können und hätten das Tor nicht getroffen", murmelte Rehdens Angreifer Robin Fuhrmann, der gleich dreimal gefährlich auftauchte (43., 49., 71. Minute), aber immer an Keeper Sven Freund scheiterte.

Freund, der seinem Namen an diesem Abend alle Ehre machte, war der eigentliche Held. Mit stoischer Ruhe pflückte er Flanken, lenkte Flachschüsse um den Pfosten und dirigierte seine Viererkette, als wäre er ein erfahrener Dirigent. Nach dem Spiel sagte er mit einem Augenzwinkern: "Die Jungs haben mich ganz schön beschäftigt, aber ich hatte ja sonst nichts vor heute Abend."

Rehden begann druckvoll, schon in der ersten Minute prüfte Robert Rudolph den Ludwigsfelder Keeper mit einem strammen Schuss. Kurz darauf zog Jacob Christ aus der Distanz ab - wieder Freund. Die Gäste kombinierten gefällig, doch Ludwigsfelde verteidigte mit Leidenschaft und einer ordentlichen Portion Pragmatismus. "Schön spielen sollen die anderen", brummte Innenverteidiger Pavel Zubek, "wir wollten nur gewinnen."

Nach dem Führungstreffer zog sich Ludwigsfelde zurück, überließ den Ball dem Gegner, aber nicht die Kontrolle. Trainer und Taktikfuchs - wie immer mit verschränkten Armen an der Seitenlinie - hatte offenbar auf "Sicherheit zuerst" gestellt. Die Statistik bestätigte es: kein wildes Pressing, kein übertriebenes Risiko, dafür disziplinierte Ordnung. Und wenn’s mal brannte, half der rechte Verteidiger Tom Walther, der zwar in der 54. Minute Gelb sah, aber ansonsten mit rustikaler Hingabe klärte.

In der zweiten Hälfte wurde Rehden zunehmend verzweifelt. Helmut Neumann versuchte es aus 25 Metern (62.), Luca Graf verzog knapp (51.), und in der Nachspielzeit donnerte Rudolph den Ball ein letztes Mal Richtung Tor - vorbei. Ludwigsfelde hielt dagegen, rackerte, blockte, kämpfte. Das Publikum, das anfangs noch skeptisch gewesen war, klatschte sich die Hände wund. Als Schiedsrichterin Petra Niemann schließlich abpfiff, wirkte es, als sei der Klassenerhalt schon sicher.

"Das war kein Schönheitspreis, aber drei Punkte", fasste Trainer des Ludwigsfelder FC trocken zusammen. "Wir wussten, dass Rehden stark ist, und haben ihnen den Spaß genommen." Auf der anderen Seite rang Rehden-Coach sichtlich um Fassung: "Wir haben alles versucht. Aber wenn du vorne nichts reinmachst, hilft dir auch Ballbesitz nicht."

Ein paar Fans stimmten zum Schluss noch einen Gesang an, der irgendwo zwischen Euphorie und Erleichterung schwankte. Die Spieler klatschten Richtung Tribüne, Ebert umarmte Ledig, der ihm die Vorlage geliefert hatte. "Das war Teamarbeit", sagte der Torschütze, "ich schulde ihm jetzt wohl ein Abendessen."

Man kann sagen: Es war kein Fußballfest, aber ein Sieg der Effizienz. Ludwigsfelde machte aus wenig das Maximum, Rehden aus viel - nichts. Und so blieb der Abend kühl, der Rasen schwer, die Punkte aber daheim.

Oder, um es mit den Worten eines Fans hinter der Trainerbank zu sagen: "Schön war’s nicht - aber schön, dass es vorbei ist."

20.02.644000 00:05
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