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3. Bundesliga (1. Div) | 2. Spieltag | 12.08.26 | Einheit Frankfurt - SpVgg Ansbach 2:1 Ansbach begann offensiv - und zwar nicht nur auf dem Papier. Die Mannschaft von Trainer Rainer Heckel rückte früh auf, suchte den Weg nach vorne und beschäftigte die Frankfurter Abwehr spürbar. In der 9. Minute prüfte Oscar Perez erstmals die Defensive, fünf Minuten später war der Angreifer erneut zur Stelle. Nach einer weiteren Ansbacher Gelegenheit fiel schließlich das 1:0: In der 14. Minute traf Perez nach Vorarbeit von Kai Schulte. "Wir wollten mutig auftreten und nicht erst höflich anklopfen", sagte Heckel später sinngemäß. "Das hat in der ersten Halbzeit ganz gut funktioniert." Tatsächlich hatte Ansbach zunächst die besseren Szenen. Pattrick Wiese schaltete sich mehrfach ein, Justin Stock suchte den Abschluss, auch Werner Miller und Marco Kluge sorgten dafür, dass Frankfurts Torhüter Günther Dietrich keinen besonders entspannten Arbeitstag erwischte. Einheit brauchte eine Weile, um ins Spiel zu finden. Adam Reid versuchte es bereits in der siebten Minute, Kamuran Öztürk und Knud Born legten nach. Frankfurt hatte zwar mehr Ballbesitz - am Ende waren es 56,5 Prozent -, doch Ansbach wirkte zunächst zielstrebiger. Fußball kann manchmal ausgesprochen ungerecht sein: Die eine Mannschaft hat den Ball, die andere die besseren Ideen. Und die dritte Mannschaft sitzt auf der Tribüne und ruft, beide sollten schneller spielen. Nach der Pause änderte sich das Bild. Trainer Leo Gert reagierte, brachte Mathias Schüler und Kamuran Öztürk für Olaf Mann und Fabian Schade, später kam Walter Köhler für Knud Born. Die Frankfurter wurden druckvoller, ohne dabei in blinden Aktionismus zu verfallen. "Wir haben in der Kabine nicht geschrien", erklärte Gert sinngemäß. "Wir haben nur etwas lauter daran erinnert, dass ein Fußballspiel 90 Minuten dauert." Der Hinweis kam an. In der 51. Minute erzielte Adam Reid den Ausgleich, vorbereitet von Olaf Mann. Reid hatte schon früh Gefahr angedeutet und belohnte sich nun für seinen forschen Auftritt. Ansbach war kurz irritiert, Frankfurt dagegen plötzlich hellwach - eine Kombination, die im Fußball meistens für schlechte Nachrichten beim Gegner sorgt. Zwölf Minuten später drehte Einheit die Partie endgültig. Walter Köhler, gerade erst eingewechselt, traf in der 63. Minute nach Vorlage von Jacob Schuster zum 2:1. Der 18-Jährige war zuvor schon mit einem Abschluss aufgefallen und spielte, als hätte er beschlossen, die verbleibende Spielzeit persönlich zu verkürzen. Ansbach gab sich nicht geschlagen. Friedrich Heise kam mehrfach zum Abschluss, Ellis Reid versuchte ebenfalls, die Frankfurter Führung zu erschüttern. Insgesamt brachten die Gäste sogar zwölf Torschüsse zustande, Frankfurt zehn. Doch die entscheidenden Treffer erzielte die Mannschaft von Leo Gert. In der Schlussphase wurde es noch einmal unruhig: Kurt Ernst sah in der 85. Minute Gelb, Ansbachs Werner Miller in der Nachspielzeit. Mircea Csik musste in der 91. Minute verletzt behandelt werden. "Wir hatten Chancen genug, um hier etwas mitzunehmen", sagte Heckel sinngemäß. "Aber Chancen sind leider keine Punkte. Das ist eine ziemlich unfreundliche Regel." Einheit Frankfurt feiert damit einen 2:1-Erfolg und nimmt drei Punkte mit. Ansbach bleibt die Erkenntnis, dass eine starke erste Halbzeit allein nicht genügt. Oder, wie ein Frankfurter Zuschauer beim Verlassen des Stadions bemerkte: "Zum Glück dauert ein Spiel länger als unsere Geduld." 12.08.2026 21:17 |
Sprücheklopfer
Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer