Anpfiff
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Einheit Frankfurt verspielt frühe Führung - Velbert dreht das Spiel in drei Minuten

Ein lauer Aprilabend, 10.054 Zuschauer im Frankfurter Stadtparkstadion, Flutlicht, Bratwurstduft - und die Hoffnung auf Punkte für Einheit Frankfurt. Doch am Ende jubelten die Gäste aus Velbert über ein 2:1, das so schnell gedreht war, dass mancher Fan auf der Tribüne noch am Torjubel für die Führung war, als schon wieder der Ball im eigenen Netz zappelte.

Dabei fing alles so verheißungsvoll an. Einheit-Trainer Leo Gert hatte seine Mannschaft gewohnt ausgewogen eingestellt, "wir wollten kontrolliert beginnen, aber nicht ängstlich", erklärte er später. Und tatsächlich: Schon nach zwölf Minuten traf Olaf Mann, der Frankfurter Taktgeber im Mittelfeld, mit einem satten Schuss aus 18 Metern. Der Ball knallte an den Innenpfosten und trudelte ins Tor - ein Treffer wie aus dem Lehrbuch, der das Stadion zum Beben brachte.

"Ich hab einfach draufgehalten", grinste Mann nach dem Spiel, "der Ball war so schön sauber, der musste einfach rein." Leider blieb das der schönste Moment des Abends für die Hausherren.

Denn dann kam Velbert. Zunächst machte sich der junge Rechtsverteidiger Corey Mills bemerkbar - nicht nur mit einer Gelben Karte nach rustikalem Einsteigen gegen Knud Born (29.), sondern auch mit einem klugen Pass neun Minuten später. Den nahm Günter Stock in zentraler Position auf, drehte sich einmal um die eigene Achse und vollstreckte trocken zum 1:1 (38.). "Ich hab Corey danach nur angegrinst", sagte Stock mit breitem Lächeln, "der Junge hat’s drauf."

Und während die Frankfurter Abwehr noch die Köpfe sortierte, klingelte es schon wieder. Nur eine Minute später, 39. Spielminute: David Greenwald, Velberts linker Flügelflitzer, zog nach feinem Zuspiel von Xabier Santoyo in den Strafraum und schob den Ball an Keeper Sander Knickerbacker vorbei - 1:2. Drei Minuten, zwei Tore, ein Schock.

Velbert-Coach Klaus Bock wirkte an der Seitenlinie erstaunlich gelassen. "Wir wissen, dass wir Tore schießen können", sagte er später mit trockenem Humor. "Manchmal halt zwei in einer Minute, manchmal gar keins - heute war’s die gute Variante."

Frankfurt versuchte, sich zurückzukämpfen. Mann sah kurz vor der Pause Gelb nach einem harten Einsteigen - Frust war da längst spürbar. In der Kabine gab’s laut Trainer Gert "ein paar klare Worte". Und tatsächlich, nach Wiederanpfiff legten die Frankfurter zu. Gert brachte den 17-jährigen Nico Jakob für den erfahreneren Jacob Schuster, später kamen auch die jungen Außenverteidiger Carles de Almeida und Jorge Lupus.

Die Statistik zeigt: Frankfurt suchte sein Glück im Angriff - zwölf Torschüsse, fast gleichauf mit Velberts 13. Ballbesitz? 48,8 zu 51,2 Prozent - die Zahlen sagen, es war ein Duell auf Augenhöhe. Nur eben mit anderer Effizienz.

In der 59. Minute hatte der eingewechselte Jakob die große Chance, scheiterte aber an Velberts Keeper Dimas Bischoff. "Ich hab gedacht, ich bin schon durch", sagte der Youngster kleinlaut. "Dann war plötzlich der Torwart da - wie aus dem Nichts." Da half auch der aufmunternde Zuruf von Kapitän Mann ("Nico, beim nächsten sitzt er!") nichts - der Ball wollte einfach nicht mehr ins Netz.

Velbert blieb gefährlich: Logan Davonport prüfte Knickerbacker zwischen der 48. und 58. Minute gleich dreimal, und der 34-jährige Routinier Batu Kazim sorgte in der Schlussphase mit mehreren Schüssen für Herzrasen bei den Heimfans. Frankfurt stemmte sich dagegen, die jungen Wilden rannten, kombinierten, kämpften - aber das Tor blieb vernagelt.

Trainer Gert nahm’s mit Galgenhumor: "Wir haben zwar verloren, aber wenigstens hat keiner den Rasenmäher überfahren - das war beim letzten Mal schlimmer." Velberts Coach Bock grinste nur und meinte: "Wenn man auswärts gewinnt, ist man immer der Schlaue - heute waren wir’s halt."

Nach dem Schlusspfiff applaudierten die Frankfurter Fans trotzdem. Vielleicht, weil sie sahen, dass ihre Mannschaft trotz Rückstand nicht aufgab. Vielleicht auch, weil sie wissen: Jugend braucht Zeit.

Am Ende ein Spiel, das zeigte, wie nah Euphorie und Ernüchterung im Fußball beieinanderliegen. Einheit Frankfurt spielte mutig, Velbert clever - und das Ergebnis, 1:2, war so nüchtern wie verdient.

Oder, wie Olaf Mann beim Rausgehen murmelte: "Wenn wir das nächste Mal drei Minuten lang aufpassen, nehmen wir auch was mit."

Und das dürfte, bei aller Ironie, gar kein schlechter Vorsatz sein.

14.08.643996 09:47
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Fredi Bobic
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