Außenseiter
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Eintracht Lollar verliert den Saisonauftakt gegen FK Pirmasens klar mit 0:3

Der Start in die neue Oberliga-Caison hätte für Eintracht Lollar kaum ernüchternder ausfallen können: Vor 3483 Zuschauern im heimischen Stadion setzte es zum Auftakt ein deutliches 0:3 gegen einen hellwachen FK Pirmasens. Die Gäste wirkten von der ersten Minute an eingespielter, wacher - und schlicht zielstrebiger. "Wir waren in der Kabine wohl noch beim Aufwärmen, als Pirmasens schon das Spiel machte", grantelte ein hörbar frustrierter Lollar-Trainer nach dem Abpfiff.

Dabei war die erste Viertelstunde durchaus ausgeglichen. Lollar hielt mit, Ignacio Baiao prüfte in Minute 21 Gäste-Keeper Günther Fritsch mit einem satten Flachschuss - einer der wenigen Momente, in denen im Stadion kurz Hoffnung aufkeimte. "Wenn der reingeht, läuft’s vielleicht anders", murmelte ein älterer Fan auf der Tribüne, bevor er sich resigniert eine Bratwurst bestellte.

Doch im Gegenzug zeigte Pirmasens, wie Effizienz aussieht. In der 23. Minute war es Alexander Satchmore, der nach feinem Zuspiel von Hugo Alves den Ball ins lange Eck schlenzte - 0:1. Da hatte Lollars Torwart Stephan Fritsch keine Chance, und schon jetzt war klar, dass Pirmasens an diesem Abend einen Plan hatte. "Wir wollten früh Druck machen, Lollar gar nicht erst ins Spiel kommen lassen", erklärte Gäste-Coach Gudrun Schweitzer nach der Partie, lächelnd, aber mit der Selbstzufriedenheit einer Trainerin, deren Taktikbuch keine Eselsohren kennt.

Das 0:2 fiel in der 35. Minute, wieder nach einem blitzsauberen Angriff: Marcel Fuhl flankte maßgerecht von rechts, und Müjdat Öztürk köpfte aus kurzer Distanz ein. Zweites Tor, zweite Vorlage von Fuhl - und Lollar schaute sich gegenseitig ratlos an. "Wir haben’s versucht, aber irgendwie war jeder Ball ein halber Fehlpass", stöhnte Mittelfeldmann Lubomir Durica später in der Mixed Zone. "Manchmal ist Fußball einfach ungerecht - aber meistens ist er halt ehrlich."

Die Halbzeitpause brachte keine Wende. Trainer Schweitzer ließ ihre Mannschaft weiter offensiv spielen, während Lollar zwar lautstark aus der Kabine kam, aber kaum Zug zum Tor entwickelte. Nur sechs Torschüsse standen am Ende auf dem Konto der Gastgeber - bei 19 Abschlüssen der Pirmasenser eine deutliche Sprache. Der Ballbesitz von 47 Prozent für Lollar klingt dabei fast schmeichelhaft, denn meistens war es der Ball, der Lollar hatte - nicht umgekehrt.

In der 67. Minute machte erneut Müjdat Öztürk den Deckel drauf. Wieder war Fuhl der Vorlagengeber, diesmal mit einem flachen Pass durch die Schnittstelle. Öztürk blieb cool, lupfte den Ball frech über den herausstürzenden Fritsch - 0:3. Danach nahm Pirmasens etwas Tempo raus, wechselte noch zweimal: David Bernier kam für Dani Tabenkin, später durfte der junge Noah Specht für den starken Satchmore ran.

Einziger Wermutstropfen für die Gäste war die frühe Verletzung von Alex Coviello, der schon in der 26. Minute humpelnd vom Feld musste. Schweitzer nahm’s gelassen: "Alex hat eine leichte Zerrung, nichts Dramatisches. Müjdat kam rein, machte zwei Tore - da kann man als Trainerin schon mal Danke sagen."

Lollar dagegen wirkte zum Schluss hin ratlos. Kutlu Derelioglu holte sich in der 84. Minute noch eine Gelbe Karte ab - ein Ausdruck von Frust, weniger von Bosheit. "Ich wollte ein Zeichen setzen", meinte er hinterher, "aber das Zeichen war wohl eher Gelb."

So endete ein Spiel, das vor allem eines zeigte: FK Pirmasens ist bereit für die Saison, Lollar hat noch Hausaufgaben. Defensiv zu luftig, offensiv zu harmlos - und in den entscheidenden Momenten schlicht zu naiv.

"Wir müssen lernen, dass Ballbesitz allein kein Preis ist", sagte Lollars Coach trocken in der Pressekonferenz. "Ich hab meiner Mannschaft gesagt: Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens schön. Heute war’s leider nur das eine."

Pirmasens dagegen reist mit breiter Brust nach Hause. Zwei Scorerpunkte für Marcel Fuhl, ein Doppelpack für Müjdat Öztürk, ein Auftakt nach Maß. "Wir haben Spaß gehabt", grinste Öztürk. Und man glaubte es ihm aufs Wort.

Eintracht Lollar aber wird sich an diesem Abend nicht über fehlendes Glück beschweren dürfen - eher über fehlende Präzision. Und über einen Gegner, der schlicht besser war. Oder, wie ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions seufzte: "Wenn man 0:3 verliert, kann man wenigstens sagen: Es war eindeutig."

Ein Auftakt also mit klaren Fronten. Für Lollar bleibt die Hoffnung auf den zweiten Spieltag - und vielleicht darauf, dass dann der Wecker etwas früher klingelt.

29.05.643990 22:08
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