Elfmeter
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Eintracht Northeim fegt Bajuwaren Neuaubing mit 3:0 vom Platz

Eintracht Northeim hat am 18. Spieltag der Verbandsliga D ein Statement gesetzt - und zwar eines mit Ausrufezeichen. Mit 3:0 bezwang die Mannschaft von Trainer Tim Picke die Bajuwaren Neuaubing, die an diesem warmen Juniabend in Northeim kaum mehr als Statisten in einem Spiel waren, das von der ersten Minute an nur eine Richtung kannte.

Schon vor dem Anpfiff hatte man das Gefühl, dass die Eintracht etwas vorhatte. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur schön, sondern auch effizient Fußball spielen können", sagte Picke später mit einem Grinsen, das verriet: Heute klappte beides. Und tatsächlich - kaum elf Minuten waren gespielt, da zappelte der Ball schon im Netz. Der 21-jährige Janis Hofmann, der sich derzeit in bestechender Form befindet, traf nach einem schnellen Flügelangriff zur Führung. "Ich hab’ einfach draufgehauen", erklärte Hofmann nach dem Spiel, "und gehofft, dass keiner fragt, ob das Absicht war."

Die Bajuwaren wirkten konsterniert, und bevor sie überhaupt wieder Ordnung in ihre Reihen brachten, stand es schon 2:0. In der 18. Minute fasste sich Linksverteidiger Ronald Ott ein Herz - und zwar mit rechts. Nach Vorlage von Hofmann drosch er den Ball unhaltbar unter die Latte. Ein Treffer, der das Stadion kurzzeitig in Euphorie versetzte. 2546 Zuschauer klatschten begeistert Beifall, während Gästetorwart Curt Feldmann sich den Staub aus dem Trikot klopfte und ungläubig den Kopf schüttelte.

"Wir haben einfach keinen Zugriff bekommen", gestand Neuaubings Kapitän Jacob Schröter. "Und wenn du dann gegen so eine Offensivwelle spielst, sieht’s halt aus, als würdest du rückwärts laufen." Ganz unrecht hatte er nicht: 20 Torschüsse der Northeimer standen am Ende gerade einmal zwei Versuchen der Gäste gegenüber - eine Statistik, die so deutlich ist, dass man fast Mitleid bekommen könnte.

Auch im zweiten Durchgang änderte sich an der Rollenverteilung wenig. Northeim blieb offensiv, aggressiv, spielfreudig - kurz: ein Team mit Lust auf Fußball. Neuaubing dagegen wirkte, als wolle es vor allem das Debakel in Grenzen halten. Nach einem Foul an der Mittellinie brüllte Trainer Tim Picke kurz über den Platz: "Leute, das ist kein Tanzkurs hier!" - was sein Team wörtlich nahm und weiter beherzt in die Zweikämpfe ging.

In der 59. Minute dann der endgültige K.o.: Wieder war es Hofmann, wieder stand er goldrichtig. Nach schöner Vorarbeit von Max Bartsch schob er den Ball flach ins lange Eck - 3:0. Der Rest war Schaulaufen, und die Bajuwaren schienen froh, dass es keine Verlängerung gab.

Neuaubing hatte sich zwar laut Taktikzettel "offensiv" ausgerichtet, doch davon war auf dem Platz wenig zu sehen. Kein Pressing, kaum Risiko, viel Ballverlust - die Gäste wirkten, als hätten sie den Begriff "Offensive" aus dem Wörterbuch, aber nicht vom Trainingsplatz. Trainer Louis Lindner, der in der 46. Minute auch noch Gelb sah, versuchte sich nach dem Spiel in Galgenhumor: "Wir hatten den Ball ja auch 40 Prozent der Zeit. Leider meistens da, wo’s nicht wehtut."

Tim Picke lobte hingegen die Konsequenz seiner Mannschaft: "Das war reif, das war mutig - und das war ein Schritt nach vorne." Besonders freute er sich über Youngster Swen Franz, der mit 18 Jahren ein beeindruckendes Spiel zeigte. "Der Junge läuft, als hätte er drei Lungenflügel", scherzte der Coach.

In Northeim darf man also weiter träumen. Mit dieser Spielfreude und einem Hofmann in Torlaune scheint für die Eintracht vieles möglich. Die Fans jedenfalls stimmten nach Abpfiff ein lautstarkes "So spielt ein Tabellenführer!" an - und das nicht zu Unrecht.

Und Neuaubing? Die Bajuwaren müssen sich wohl erst einmal sammeln. Vielleicht hilft ein gemeinsames Weißwurstfrühstück, um die Wunden zu lecken. Denn an diesem Abend war klar: In Northeim gab’s nichts zu holen - außer Erfahrung.

Oder, wie Hofmann es augenzwinkernd zusammenfasste: "Manchmal läuft’s einfach. Und heute sind wir eben gelaufen - und die anderen hinterher."

15.05.644003 19:30
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Uli Hoeneß
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