Bananenflanke
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Eintracht Northeim fegt Normannia Gmünd mit 3:0 vom Platz

Ein kalter Februarabend, Flutlicht, 1.978 Zuschauer - und eine Eintracht Northeim, die Lust auf Fußball hatte. Am 21. Spieltag der Landesliga 8 schickte das Team von Trainer Tim Picke den Gast aus Gmünd mit einem klaren 3:0 nach Hause. Es war kein spektakuläres, aber ein ausgesprochen ehrliches Fußballspiel: viel Einsatz, viele Chancen - und ein Gegner, der irgendwann nur noch betete, dass das Licht bald ausgeht.

Von Beginn an zeichnete sich ab, dass Northeim etwas vorhatte. 23 Torschüsse, allein in den ersten 20 Minuten ein halbes Dutzend davon - die Offensive um Kolb, Bartsch und Hofmann war in Dauerrotation. Schon nach drei Minuten prüfte der 18-jährige Jens Kolb den Keeper Sergi Montanes, der sich in der Folge als einziger Gmünder auszeichnen durfte. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft der Ball auf mich zuflog", sagte Montanes später mit einem gequälten Lächeln.

Normannia Gmünd hatte theoretisch mehr Ballbesitz (51 Prozent), faktisch aber so viel Durchschlagskraft wie ein nasser Lappen. Der einzige ernstzunehmende Schuss kam in der 13. Minute von Routinier Pascal Michel - Northeims Torwart Justin Schultz parierte lässig und grinste anschließend in Richtung der Haupttribüne: "Das war’s dann wohl für heute."

Kurz vor der Pause fiel dann das logische 1:0. Max Bartsch, der unermüdliche Rechtsaußen, zog nach Vorlage von Bernd Bader aus 16 Metern ab - und traf. Eiskalt, präzise, schön anzusehen. "Bernd hat mir den Ball perfekt reingelegt. Ich musste eigentlich nur noch Danke sagen", grinste Bartsch hinterher. Trainer Picke sah das etwas nüchterner: "Wir hätten da schon 3:0 führen müssen. Aber wenigstens hat einer mal den Fuß richtig gehalten."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Northeim stürmte weiter, Gmünd stand tief - und betete um den Abpfiff. In der 55. Minute war es wieder Bader, der als Passgeber glänzte. Diesmal fand er Jens Kolb, und der junge Stürmer vollendete trocken zum 2:0. Ein Tor aus dem Lehrbuch: schnörkellos, effektiv und mit der jugendlichen Frechheit eines 18-Jährigen, der noch nicht weiß, dass man so eigentlich nicht trifft. "Ich hab einfach draufgehalten", kommentierte Kolb sein Tor - und bekam dafür von seinem Trainer ein Augenrollen und ein Schulterklopfen zugleich.

Zehn Minuten später war die Messe endgültig gelesen. Wieder Bader, wieder ein präziser Pass - diesmal auf den eingewechselten Janis Hofmann, der den Ball zum 3:0 ins Netz schob. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Hofmann später zu. "Aber wenn’s drin ist, nimmt man das mit."

Normannia Gmünd versuchte danach, wenigstens die Niederlage zu verschönern, doch die Gäste kamen über zwei harmlose Distanzversuche nicht hinaus. Stattdessen kassierten sie noch zwei Gelbe Karten: Yanik Wilke (52.) und Andre Hofer (65.) sahen den Karton, nachdem sie zu allem Überfluss auch noch am Ball vorbeigetreten waren. Northeims Rechtsverteidiger Marcel Noack holte sich in der 43. Minute ebenfalls Gelb - ganz klassisch: Einwurf verhindert, Zeitspiel, kleine theatralische Einlage.

In der Schlussphase durfte Tim Picke durchwechseln: Markus Müller ersetzte Noack, Jannick Will kam für den ausgepowerten Bartsch. Die Zuschauer feierten schon jeden gelungenen Doppelpass. Spätestens als der Stadionsprecher in der 90. Minute vermeldete, dass Northeim den 23. Torschuss abgegeben hatte, wurde gelacht und applaudiert, als sei man schon Meister.

"Fußball ist manchmal einfach", meinte Picke nach dem Schlusspfiff. "Wenn du den Ball öfter aufs Tor bringst als der Gegner, gewinnst du. Und wenn du dreimal triffst, ist das sogar amtlich." Kollege Schreiner von Normannia Gmünd (der sich nach dem Spiel selbst interviewte, weil niemand mehr Fragen hatte) sah das ähnlich resigniert: "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore. Irgendwas haben wir wohl verwechselt."

Eintracht Northeim zeigte an diesem Abend, dass jugendlicher Elan gepaart mit klarem Plan auch in der Landesliga eine Wucht sein kann. Drei Torschützen unter 21 Jahren, dazu ein zentraler Mittelfeldmann, der an allen Treffern beteiligt war - besser kann man die Zukunft kaum malen.

Und so gingen die 1.978 Zuschauer zufrieden nach Hause, während Trainer Picke mit einem Augenzwinkern versprach: "Nächste Woche üben wir, wie man aus 23 Schüssen sechs Tore macht." Wenn das klappt, wird’s in der Landesliga bald eng - für alle anderen.

27.01.643991 22:20
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Im Fußball ist es wie im Eiskunstlauf - wer die meisten Tore schießt, der gewinnt.
Rainer Calmund
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager