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Eintracht Northeim siegt clever bei Ludwigsfelde - und der Teenie trifft

Ein kalter Februarabend, Flutlicht, 2159 Zuschauer und ein Spiel, das mehr bot, als es das nackte Ergebnis von 1:2 (0:1) zunächst vermuten lässt. Der Ludwigsfelder FC empfing am 18. Spieltag der Landesliga 8 Eintracht Northeim - und wurde Zeuge eines abgeklärten Auftritts einer jungen, frech aufspielenden Northeimer Mannschaft.

Schon nach neun Minuten zappelte der Ball im Netz der Gastgeber. Louis Wilhelm, 35 Jahre jung und offenbar noch immer mit der Lunge eines Marathonläufers ausgestattet, nahm einen Pass von Bernd Bader auf, drehte sich einmal um die eigene Achse und schlenzte den Ball aus halblinker Position ins lange Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Wilhelm später, "aber wenn’s so reingeht, sag’ ich natürlich nix dagegen."

Ludwigsfelde reagierte wütend, suchte den schnellen Ausgleich. Marc Herbst prüfte in der 11. Minute Northeims Keeper Justin Schultz, und Hans Meyer - 19 Jahre alt, aber mit dem Selbstbewusstsein eines Bundesliga-Stars - feuerte gleich mehrfach aufs Tor. Doch der Ball wollte einfach nicht rein. "Das war wie gegen eine Wand schießen", murmelte Meyer nach dem Spiel, "Schultz hat alles gehalten, was man halten kann - und ein bisschen mehr."

Das Publikum, eingemummt in Schals und Hoffnungen, sah eine engagierte Heimelf mit leichtem Ballbesitzvorteil (53,7 Prozent), aber zu wenig Effektivität. Northeim dagegen lauerte - typisch für ein Team, das offensiv beginnt, aber defensiv clever bleibt. Trainer Tim Picke gestand später: "Wir wussten, dass Ludwigsfelde gerne das Spiel macht. Wir wollten, dass sie genau das tun - und dann zuschlagen."

Genau das passierte in Minute 57. Nach einer Ecke von Max Bartsch stieg der 18-jährige Innenverteidiger Maximilian Krueger am höchsten und köpfte den Ball wuchtig in die Maschen - 0:2. Der Jubel im Gästeblock war ohrenbetäubend, und Krueger, selbst überrascht, riss die Arme hoch. "Mein erstes Ligator! Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass ich den treffe", lachte der Youngster später.

Ludwigsfelde stand kurzzeitig neben sich. Eine Gelbe Karte für Liam Huber (45.) und zuvor für Tom Walther (25.) hatten das Nervenkostüm ohnehin schon strapaziert. Doch dann, in der 72. Minute, kam doch noch der Moment der Hoffnung: Huber spielte einen perfekten Pass in die Tiefe, Hans Meyer startete durch, ließ den Torhüter aussteigen und schob cool ein - 1:2. Das Stadion erwachte, die Fangesänge schwappten über den Rasen, und für einen Augenblick glaubten alle an die Wende.

"Ich hab die Lücke gesehen, und dann war’s einfach Instinkt", beschrieb Meyer den Treffer, "aber am Ende bringt’s halt nix, wenn du verlierst." Bitter, aber wahr. Denn trotz 12 Torschüssen (Northeim kam auf neun) und größerem Engagement fehlte Ludwigsfelde die Kaltschnäuzigkeit. Trainer Jens Walther - nein, kein Verwandter von Tom, wie er lachend betonte - brachte es auf den Punkt: "Wir spielen schön, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Heute hätten wir Punkte für Ballbesitz bekommen müssen - dann wär’s anders ausgegangen."

Die letzten Minuten gehörten wieder Northeim. Der 18-jährige Lionel Ronaldo - ja, wirklich, so heißt der Junge - scheiterte in der 80. und 91. Minute knapp am glänzend reagierenden Ludwigsfelder Keeper Moritz Wegener. Dazwischen sah Northeims Luca Kühne noch Gelb (78.), aber das störte niemanden mehr. Die Gäste verteidigten routiniert, als hätten sie das schon hundertmal gemacht.

Nach dem Schlusspfiff fielen sich die Northeimer Spieler lachend in die Arme. Trainer Picke, sichtlich stolz, fasste es trocken zusammen: "Wenn du mit einer Mannschaft voller Teenager auswärts gewinnst, darfst du ruhig mal lächeln." Der älteste Torschütze (Wilhelm, 35) und der jüngste (Krueger, 18) - das war sinnbildlich für diesen Abend: Erfahrung trifft Unbekümmertheit, und daraus entsteht manchmal Fußballpoesie.

Ludwigsfelde hingegen wird sich fragen, wie man ein Spiel mit mehr Ballbesitz, mehr Schüssen und mehr Herzblut trotzdem verliert. Vielleicht, weil Northeim eben das machte, was man gemeinhin als "effizient" bezeichnet. Zwei Chancen, zwei Tore - das ist kein Zufall, das ist Pragmatismus.

Oder, wie es ein älterer Zuschauer auf der Tribüne seufzend formulierte: "Die Jungs aus Ludwigsfelde spielen schönen Ball - aber die aus Northeim spielen zum Gewinnen."

Ein Satz, der sich wohl auch in der Kabine des Ludwigsfelder FC noch länger halten wird.

24.12.643990 09:12
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