Elfmeter
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Eintracht Northeim zerlegt Jahn Regensburg mit jugendlicher Spielfreude

Es war einer dieser lauen Maiabende, an denen der Ball einfach das tut, was die Northeimer ihm sagen. 2683 Zuschauer im Gustav-Wegner-Stadion sahen am Sonntagabend eine Eintracht, die so offensivlustig auftrat, als wolle sie beweisen, dass man auch in der Verbandsliga D modernen Angriffsfußball spielen kann. Das Ergebnis sprach Bände: 4:1 (1:0) gegen den Jahn aus Regensburg - und das völlig verdient.

Schon die ersten Minuten deuteten an, wohin die Reise geht. Rechtsverteidiger Karl Paul prüfte in der ersten Minute den Gästetorwart, und Jay Burton feuerte gleich dreimal hintereinander aus allen Lagen. Regensburgs Keeper Carl Falk hatte mehr zu tun als ihm lieb war. "Ich dachte kurz, wir stehen in der Schusslinie einer Kanonenkugelbatterie", knurrte er später, halb lachend, halb genervt.

Der Lohn für Northeims Sturmlauf ließ nicht lange auf sich warten: In der 20. Minute spielte Bernd Bader einen butterweichen Pass auf den flinken Rafael Santoyo, der den Ball aus halblinker Position trocken ins lange Eck setzte - 1:0. Trainer Tim Picke riss die Arme hoch, grinste und brüllte Richtung Bank: "So spielt man Flügelspiel, Jungs!"

Regensburg mühte sich, blieb aber in der ersten Halbzeit seltsam zahm. Ihre "balancierte" Taktik wirkte eher wie ein Sicherheitsgurt, der den eigenen Angriff hemmt. Zwar kamen Arne Eckert und Manfred Bertram zu Abschlüssen, aber richtig gefährlich wurde es kaum. Northeim hatte 51 Prozent Ballbesitz, doch das wirkte in Wahrheit nach viel mehr.

Nach der Pause zeigte sich Eintracht noch spielfreudiger. In der 56. Minute war es Lionel Ronaldo - ja, der Junge heißt wirklich so -, der nach einem präzisen Zuspiel von Max Bartsch zum 2:0 einschob. "Ich hab einfach instinktiv geschossen", sagte Ronaldo später mit einem Grinsen. "So macht’s der andere Ronaldo ja auch manchmal."

Regensburgs Abwehr begann nun zu wackeln wie ein alter Gartenzaun. Acht Minuten später legte der erst 17-jährige Swen Franz nach: eine Kombination über links, Santoyo legt quer, Franz vollendet eiskalt - 3:0. Das Publikum tobte, selbst die Ordner klatschten. Trainer Picke meinte danach trocken: "Wenn man so jung ist, darf man auch mal frech sein. Der Swen war heute frech."

Ein kleines Lebenszeichen der Gäste kam in der 73. Minute. Rechtsverteidiger Juanito Galisteo, bisher eher mit Defensivarbeit beschäftigt, fasste sich ein Herz und schlenzte nach Vorarbeit von Andreas Falk den Ball ins Netz - 3:1. Falk, der später Gelb sah, rief seinem Mitspieler beim Jubel zu: "Na siehst du, geht doch!" Für einen kurzen Moment flackerte Hoffnung auf, doch Northeim antwortete mit der Abgeklärtheit einer Spitzenmannschaft.

Als die Partie sich schon dem Ende neigte, schlug wieder der Teenager zu: Swen Franz, inzwischen Publikumsliebling des Abends, vollendete in der 89. Minute eine Vorlage von Linksverteidiger Günter Witte zum 4:1-Endstand. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", gab Franz zu. "Ich wollte einfach Spaß haben - und Tore machen machen halt Spaß."

Die Statistik untermauerte den Eindruck: 18 Torschüsse für Northeim gegenüber 10 für Regensburg, dazu eine Zweikampfquote von 53 Prozent. Dass die Eintracht offensiv spielte, war bei einer taktischen Ausrichtung auf "offensiv, Flügelspiel und voller Einsatz" kaum zu übersehen. Regensburg dagegen blieb brav "balanciert" - und damit chancenlos.

Nach Abpfiff zog Trainer Tim Picke ein Fazit, das in die Kategorie "ehrlich und leicht süffisant" fällt: "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur geradeaus rennen können. Und dann kam Regensburg - und hat uns viel Platz gelassen. Da sagt man natürlich nicht nein."

Sein Kollege von Jahn Regensburg, der sichtlich bediente Coach, murmelte in die Mikrofone: "Wir hatten eigentlich einen Plan. Aber irgendwann hat der Plan dann Northeim gehört."

So blieb den Gästen nur die lange Rückfahrt, während die Northeimer Fans auf den Rängen sangen und ihre jungen Helden feierten. Vier Tore, drei verschiedene Torschützen, null Langeweile - ein Fußballabend, der in Northeim wohl noch lange erzählt werden dürfte.

Oder, wie es ein älterer Fan beim Hinausgehen zusammenfasste: "Früher hatten wir Bratwurst und Bier, heute haben wir Ronaldo und Franz. Beides schmeckt fantastisch."

26.03.644000 01:12
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Vielleicht sollten wir mal einen saufen gehen und uns gegenseitig auf die Fresse hauen.
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