// Startseite
| Anpfiff |
| +++ Sportzeitung für Deutschland +++ |
|
|
|
Regionalliga B | 8. Spieltag | 31.10.26 | Eintracht Schwerin - FK Pirmasens 3:3 Pirmasens begann, als hätte Trainerin Gudrun Schweitzer den Spielern vor dem Anpfiff versehentlich doppelte Espressi ausgeschenkt. Die Gäste spielten offensiv, aggressiv und mit kurzen Pässen. Nach gerade einmal einer Minute prüfte Alex Coviello Schwerins Torwart Marvin Holz. Wenig später versuchten es Fabrizio Isca, Archie MacAlister und Silvestre Mocana. Die Eintracht hatte Mühe, in die Partie zu finden - und musste nach einer Viertelstunde dennoch nicht lange suchen, um den Ball aus dem eigenen Netz zu holen. In der 15. Minute traf Lucas Dennehy zur Führung für Pirmasens. Marcel Baer hatte den Angriff von rechts eingeleitet, Dennehy vollendete. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir nicht zum Tourismus hier sind", sagte Dennehy später. Ein Satz, der angesichts der folgenden 90 Minuten erstaunlich treffend war. Pirmasens blieb gefährlich, Noah Specht erhöhte in der 26. Minute auf 2:0. Schwerin wirkte zu diesem Zeitpunkt wie eine Mannschaft, die gerade erst die Gebrauchsanweisung für den eigenen Abend gefunden hatte. Doch dann meldete sich Matthias Hammer zu Wort - und zwar nicht verbal. Der zentrale Mittelfeldspieler verkürzte in der 38. Minute auf 1:2. Kurz vor der Pause schlug die Eintracht erneut zu. Marcel Brinkmann traf in der 43. Minute zum 2:2, vorbereitet von Raphael Greiner. Aus dem zunächst müden Gesicht von Trainer Thomas Krause wurde eine Mischung aus Erleichterung und vorsichtigem Misstrauen. "Ich habe den Jungs gesagt: Wenn ihr schon nicht ruhig spielen wollt, dann wenigstens erfolgreich", erklärte Krause nach dem Abpfiff. "Sie haben den ersten Teil sehr ernst genommen." Wer geglaubt hatte, die Pause würde Ordnung bringen, wurde früh eines Besseren belehrt. In der 48. Minute brachte Yannik Christ die Gastgeber erstmals in Führung. Brinkmann hatte vorbereitet, Schwerin drehte das Spiel binnen zehn Minuten - und die 2935 Zuschauer begannen, sich mit dem Gedanken an einen Heimsieg anzufreunden. Ein riskanter Gedanke, wie sich herausstellen sollte. Nur zwei Minuten später glich Jacob Schumann für Pirmasens aus. Der 18-Jährige traf zum 3:3, Miljenko Kresic lieferte die Vorlage. Danach wurde es nicht ruhiger, sondern lediglich unübersichtlicher. Die Gäste kamen insgesamt auf 18 Torschüsse, Schwerin auf zehn. Beim Ballbesitz lagen beide Teams praktisch gleichauf: 50,15 Prozent für die Eintracht, 49,85 für Pirmasens. Ein statistischer Gleichstand, der auf dem Platz allerdings eher wie ein freundschaftlicher Waffenstillstand wirkte. In der 53. Minute sah Pirmasens’ George Duncan Gelb. Marcel Baer folgte in der 60. Minute - und flog sieben Minuten später nach einer weiteren Verwarnung vom Platz. Pirmasens musste die Schlussphase in Unterzahl bestreiten, stellte nun auf aktives Pressing um und verteidigte den Punkt mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit. Schwerin drängte, doch Richard Ritter, Brinkmann und Julian Konrad vergaben weitere Möglichkeiten. "Mit zehn Mann wird der Rasen plötzlich länger", sagte Schweitzer. "Und die letzten Minuten fühlen sich dann ungefähr so an wie eine Steuererklärung." Krause konnte dem nur bedingt widersprechen: "Wir hatten die Chancen, aber Pirmasens hat sich in jeden Ball geworfen." So blieb es beim 3:3. Schwerin durfte sich über Moral freuen, Pirmasens über einen Punkt trotz Unterzahl. Und die Zuschauer über einen Abend, an dem wenigstens niemand behaupten konnte, Fußball sei langweilig. 31.10.2026 21:06 |
Sprücheklopfer
Es ist mir völlig egal, was es wird. Hauptsache, er ist gesund.
Mehmet Scholl als werdender Vater