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Elche startet furios in die Saison - Ibiza geht baden

Mit einem 4:1-Heimsieg gegen Ibiza Eivissa hat UD Elche am Samstagabend einen Einstand nach Maß in die neue Saison der 2. Liga Spanien hingelegt. 26.569 Zuschauer im Estadio Martínez Valero sahen eine Mannschaft, die von der ersten Minute an brannte - und einen Gegner, der nach kurzem Aufbäumen in der Mittelmeerbrise verwehte.

Schon nach sechs Minuten bebte das Stadion: Veselin Mihajlovic, gerade einmal 20 Jahre jung und offenbar mit einem Espresso zu viel im Blut, donnerte den Ball nach Zuspiel von Caio Chalana aus spitzem Winkel ins Netz. "Ich hab gar nicht nachgedacht, einfach draufgehalten", grinste Mihajlovic später, während sein Trainer Mike Johnson im Hintergrund trocken anmerkte: "Vielleicht sollte er öfter nicht nachdenken."

Elche blieb danach am Drücker - 19 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Ibiza kam kaum hinterher, obwohl die Gäste laut Statistik immerhin 46 Prozent Ballbesitz verbuchten. Viel davon dürfte allerdings in der eigenen Hälfte stattgefunden haben, denn Elches Pressingmaschine schnurrte phasenweise so laut, dass man sie bis Alicante hören konnte.

In der 36. Minute legte Federico Castello nach: Wieder war Chalana der Vorlagengeber, diesmal steckte er mustergültig durch die Mitte, und Castello vollendete mit der Präzision eines Uhrmachers. 2:0 - die Fans tanzten, Trainer Johnson ballte die Faust, und Ibiza-Trainer Dario Koller sah aus, als wünsche er sich an den Strand zurück.

Doch kurz vor der Pause, als die meisten Zuschauer schon überlegten, ob sie sich noch ein Bier holen sollten, meldete sich Ibiza plötzlich zurück. Kevin Van Geem, der linke Flügelstürmer der Gäste, netzte nach feinem Zuspiel von Jens Frissyn zum 2:1 ein (43.). Ein Hauch von Spannung kehrte zurück, und im Presseraum tuschelte man: "Na also, sie leben doch noch."

Koller schien zur Halbzeit an eine Wende zu glauben - doch nur vier Minuten nach Wiederanpfiff platzte dieser Traum. Wieder Mihajlovic, diesmal nach Vorlage von Javi Hernando, traf zum 3:1 (49.). "Ich hatte das Gefühl, der Ball wollte einfach rein", meinte der Doppeltorschütze später mit einem Schulterzucken. Die Fans auf der Tribüne hatten da weniger philosophische Ansätze: "Veselin Superstar!" hallte es durchs Stadion.

Ibiza versuchte es danach mit etwas mehr Offensive, doch die Angriffsbemühungen wirkten wie ein laues Lüftchen. Nur fünf Torschüsse insgesamt, davon wenige wirklich gefährlich - Elches Keeper Duarte Derlei hätte vermutlich während des Spiels seine Steuererklärung machen können.

In der 63. Minute machte Emilio Molina endgültig den Deckel drauf. Sein Schuss aus halbrechter Position zischte ins lange Eck, und die Partie war entschieden. "Ein Arbeitssieg? Nein", sagte Molina später lachend, "das war feine Handwerkskunst."

Neben all den Toren bot das Spiel auch kleine Dramen am Rande: Gyula Baratky von Ibiza sah nach einem rustikalen Zweikampf in der 58. Minute Gelb, und Elches Alberto Nene tat es ihm in der 72. gleich, offenbar aus Solidarität. "Ich wollte nur zeigen, dass wir auch Zweikämpfe können", grinste Nene in der Mixed Zone.

Trainer Johnson nutzte die komfortable Führung für einige Wechsel: Dalia Levinger und Jorge Veloso kamen zur zweiten Halbzeit, in der 89. Minute durfte sogar der 18-jährige Jack Grealish (nein, nicht der aus Manchester - dieser ist die günstigere, spanische Variante) noch ein paar Minuten Profiluft schnuppern.

Nach Abpfiff zeigte sich Johnson zufrieden: "Wir haben heute gezeigt, dass wir bereit sind. Aber ich will noch mehr sehen - vor allem beim Abschluss." Angesichts von 19 Schüssen auf das Tor und vier Treffern darf man sich fragen, was der Mann unter "mehr" versteht.

Auf der anderen Seite wirkte Dario Koller gefasst, aber ernüchtert: "Wir hatten unsere Momente, aber Elche war einfach wacher. Vielleicht lag’s an der Sonne - oder am fehlenden Frühstück."

Fakt ist: Elche präsentierte sich bissig, laufstark und taktisch stabil (53 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe). Ibiza dagegen wird nach diesem 1:4 noch ein bisschen Sand aus den Schuhen schütteln müssen, bevor es weitergeht.

Und so verließen die Fans das Stadion mit einem Lächeln - die einen, weil sie einen überzeugenden Auftakt gesehen hatten, die anderen, weil sie immerhin den Sonnenuntergang über der Costa Blanca genießen durften.

Vielleicht fasste es ein älterer Herr auf der Tribüne am besten zusammen, als er beim Hinausgehen sagte: "Wenn die so weiterspielen, wird das eine heiße Saison - und Ibiza kann ja immer noch Urlaub machen."

29.05.643990 23:43
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