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Mit einem späten Aufbäumen und einer gehörigen Portion Trotz hat der SC Eltersdorf am Dienstagabend den 27. Spieltag der Verbandsliga I mit einem 2:1-Sieg gegen TG 48 Schweinfurt beschlossen. Vor 2489 Zuschauern im heimischen Stadion lieferten sich beide Teams ein Duell, das phasenweise mehr an ein Schachspiel erinnerte - nur mit Schweiß, Staub und Gelben Karten. Die Gäste aus Schweinfurt starteten forsch, beinahe übermütig. Trainer Konstantin Weinberg ließ offensiv aufstellen, seine Flügelspieler pressten früh, und Eltersdorf wirkte zunächst überrascht. In der 32. Minute fiel dann die logische Konsequenz: Johann Schmitz traf nach einem präzisen Zuspiel von Dennis Bertram zum 0:1. Eltersdorfs Keeper Louis Schiller war zwar noch dran, aber eben nur so, wie man an einem Montagmorgen "fast" wach ist - zu spät. "Da war kurz der Wurm drin. Wir standen zu weit weg, und Schweinfurt hat das clever gemacht", grummelte SC-Abwehrmann Karsten Fröhlich später in die Mikrofone. Fröhlich sollte noch eine wichtigere Rolle spielen, aber dazu später. Bis zur Pause blieb Schweinfurt das aktivere Team, doch Eltersdorf sammelte sich. Trainerbank, Ersatzbank, selbst der Mann am Bratwurststand spürte: Da geht noch was. 58,7 Prozent Ballbesitz und 16 Torschüsse am Ende des Abends zeigen, wohin der Wind drehte. Nach dem Seitenwechsel kam Eltersdorf mit neuer Energie - und vermutlich einem kräftigen Weckruf aus der Kabine. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon 20 Minuten lang den Ball streichelt, dann küsst ihn wenigstens mal Richtung Tor", soll ein sichtlich erfrischter Coach des SC nach dem Spiel gescherzt haben. In der 57. Minute zahlte sich das aus: Fröhlich, der rechte Verteidiger mit der Präzision eines Uhrmachers, flankte butterweich auf Torsten Bode. Der nahm den Ball mit der Brust an, drehte sich elegant - und netzte zum 1:1 ein. Das Stadion bebte, die Fans sangen, und Bode grinste: "Ich hab gar nicht geschossen, der Ball wollte einfach rein." Von da an war Schweinfurt im Rückwärtsgang. Die Gäste verloren die Ordnung, die Pässe wurden ungenauer, und Johannes Steffen sammelte binnen weniger Minuten Gelb und dann Gelb-Rot. 77. Minute, und Schweinfurt stand nur noch zu zehnt auf dem Platz. Trainer Weinberg verschränkte die Arme, als wolle er sagen: "Das war nicht Teil des Plans." Eltersdorf nutzte die Überzahl mit fast akademischer Geduld. In der 71. Minute fiel die Entscheidung: Bode, der inzwischen überall gleichzeitig zu sein schien, leitete den Ball auf den jungen Jannis Strauss weiter. Der linke Verteidiger zog einfach mal ab - und traf. 2:1. Kein Traumtor, aber eines dieser Typen von Toren, die man noch beim Zähneputzen hört. Strauss rannte jubelnd zur Eckfahne, während Bode ihn umarmte und murmelte: "Ich hab’s dir gesagt, einfach draufhalten." Schweinfurt versuchte danach noch, irgendwie den Ball nach vorn zu bringen. Doch mit nur sieben Torschüssen und einem Mann weniger blieb das Spiel eine Einbahnstraße. Eltersdorf spielte die Partie clever herunter, ohne großes Risiko, aber mit dem Selbstbewusstsein eines Teams, das weiß, dass es gerade einen Rückstand gedreht hat. In der Nachspielzeit passierte nicht mehr viel - abgesehen vom kollektiven Aufatmen auf der Tribüne. Ein Fan rief laut: "Endlich mal wieder ein Dienstag mit Sinn!" und sprach damit wohl vielen aus der Seele. "Wir haben Moral gezeigt", sagte Doppeltorschütze (und eigentlich Einfachtorschütze) Bode später mit einem Augenzwinkern. "Und Jannis? Der hat heute das Tor seines Lebens gemacht. Wenn er das nächste Mal vom eigenen Strafraum schießt, sag ich nichts." Trainer Weinberg dagegen suchte nach Worten: "Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben. Nach dem Platzverweis war die Luft raus. Aber gut, wer keine Tore mehr schießt, verliert halt." Ein Satz, so trocken wie seine Miene. So bleibt festzuhalten: Eltersdorf hatte mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Geduld - und am Ende auch mehr Grund zum Feiern. Schweinfurt dagegen reist mit leeren Händen, zwei Gelben Karten und einer Roten zurück in die Kugellagerstadt. Und vielleicht denkt Johann Schmitz auf der Heimfahrt an sein Tor in der 32. Minute - und daran, dass ein Spiel manchmal nicht in der ersten, sondern in der letzten halben Stunde entschieden wird. Schlusswort? Vielleicht dieses: Fußball ist manchmal wie das Leben - erst läuft’s schief, dann läuft man sich warm, und irgendwann trifft sogar der linke Verteidiger. 18.04.644000 05:25 |
Sprücheklopfer
Wenn das Handy klingelt, kann man aus dem Bus aussteigen - und wir fahren weiter. Der hat ja ein Handy und kann sich ein Taxi rufen.
Werner Lorant über das Handyverbot bei München 1860