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Regionalliga C | 2. Spieltag | 25.10.26 | Frickenhausen - Empor Rostock 0:2 49,2 Prozent für Frickenhausen, 50,8 Prozent für Empor - auf dem Papier beinahe Gleichstand. Auf dem Spielfeld wirkte die Angelegenheit jedoch weniger demokratisch. Rostock gab 17 Torschüsse ab, Frickenhausen lediglich vier. Das ist ungefähr die statistische Version eines Gesprächs, bei dem einer redet und der andere gelegentlich "mhm" sagt. Schon in der zehnten Minute prüfte Frank Brückner Frickenhausens Abwehr, drei Minuten später legte Bernt Erdmann nach. Die Gastgeber fanden zunächst kaum Zugriff auf das Spiel. Ihre taktische Grundidee war ausgewogen, das Pressing blieb aus. Empor nahm das dankbar an und konnte den Ball in Ruhe laufen lassen - wobei "in Ruhe" bei Rostock bedeutete, dass der nächste Abschluss meist nicht lange auf sich warten ließ. In der 17. Minute sendete Philip Janssen mit einem Versuch das erste Lebenszeichen der Hausherren. Kurz darauf tauchte Empors Sebastien Marcel wieder gefährlich vor dem Tor auf. Der Mittelfeldspieler scheiterte zunächst, blieb aber hartnäckig. In der 32. Minute zahlte sich das aus: Nach Vorarbeit von Bernt Erdmann traf Marcel zur Rostocker Führung. 0:1 - und Frickenhausen hatte nun immerhin einen konkreten Grund, nervös zu werden. "Wir wollten geduldig bleiben und nicht jeden Ball mit Gewalt nach vorne schlagen", sagte Empor-Trainer Justus Thulke sinngemäß nach der Partie. "Aber wenn der Gegner uns so viel Raum lässt, wäre es auch unhöflich gewesen, ihn nicht zu nutzen." Eine Einschätzung, die vermutlich selbst der örtliche Rasen nachvollziehen konnte. Frickenhausen kam mit etwas mehr Schwung aus der Pause. Karl Neubauer prüfte in der 47. Minute Rostocks Torwart Hanns Haag, doch die Hoffnung auf eine Wende währte nur kurz. Empor stellte nach dem Seitenwechsel auf aktiveres Pressing um, spielte zunächst mit langen Bällen und suchte Abschlüsse auch aus weniger komfortablen Lagen. Das war nicht immer elegant, aber ausgesprochen zweckmäßig - und im Fußball gewinnt bekanntlich nicht der Schönheitspreis. In der 52. Minute fiel das 0:2. Wieder war Erdmann beteiligt, diesmal vollendete Christopher Völker. Der rechte Angreifer hatte bereits zuvor mehrfach den Abschluss gesucht und bekam nun seine Belohnung. Die Frickenhausener Defensive durfte anschließend weiterarbeiten, während Rostock sich zunehmend wie eine Mannschaft bewegte, die ihren Abendplan bereits erledigt hatte. Ganz freiwillig überließ Empor das Kommando allerdings nicht. Brückner, Völker und Jannis Jansen sorgten immer wieder für Gefahr. Völker allein suchte in der Schlussphase mehrfach den Abschluss. Frickenhausen versuchte es durch Arne Erdmann, der in der 75. und 89. Minute noch einmal anklopfte. Doch aus dem Klopfen wurde kein Einlass. "Wir waren nicht ohne Ballbesitz, aber Ballbesitz ist leider noch kein Tor", lautete die sinngemäße Einschätzung aus dem Frickenhausener Lager. Ein Satz, der so schlicht ist, dass er vermutlich in jeder Fußballkabine bereits auf einem Motivationsposter steht. Rostock gewann zudem 56,3 Prozent der Zweikämpfe und brachte die Partie kontrolliert über die Zeit. Jacob Wiltshire sah in der Nachspielzeit noch die Gelbe Karte, mehr Dramatik kam nicht hinzu. Empor Rostock feierte damit einen verdienten 2:0-Auswärtssieg. Frickenhausen bleibt die Erkenntnis, dass eine ausgeglichene Ballbesitzstatistik manchmal nur beweist, dass beide Mannschaften denselben Ball gesehen haben - aber eben nicht gleich oft aufs Tor geschossen wurde. 25.10.2026 20:55 |
Sprücheklopfer
Im Fußball ist es wie im Eiskunstlauf - wer die meisten Tore schießt, der gewinnt.
Rainer Calmund