Außenseiter
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Empor Rostock schießt Rheine aus dem eigenen Stadion

Ein kalter Januarabend, Flutlichtglanz über dem Stadion an der Ems, 3213 tapfere Zuschauer in dicken Jacken - und am Ende ein Spiel, das man in Rheine vermutlich schnell vergessen möchte. Der FC Eintracht Rheine unterlag am 8. Spieltag der Oberliga F mit 0:4 gegen einen entfesselten Empor Rostock, der zeigte, dass man auch mit "nur" 47 Prozent Ballbesitz ein Spektakel veranstalten kann.

Dabei fing alles so harmlos an. Rheine hatte mehr vom Ball, ließ ihn laufen, als wolle man den Winter vertreiben. Doch was nützt 52 Prozent Ballbesitz, wenn der Gegner mit jedem Angriff wie ein Eishauch durchs Mittelfeld schneidet? Empor lauerte - und schlug kurz vor der Pause eiskalt zu. In der 44. Minute fand der agile Enzo Repetto auf der rechten Seite Zsolt Sabau, der den Ball trocken ins lange Eck drosch. "Ich hab’ einfach draufgehalten. Der Ball wollte rein - da hab ich ihn gelassen", grinste der 21-Jährige später im Kabinengang.

Rheine-Trainer (dessen Name die Statistik unerklärlicherweise verschluckt hat) stand zu diesem Zeitpunkt noch mit verschränkten Armen an der Linie. Nach dem Seitenwechsel öffnete sich seine Körpersprache zusehends - ähnlich wie seine Defensive. Empor erhöhte den Druck, und in der 62. Minute legte Maik Haase nach, bedient von Linksverteidiger Sascha Vetter. Ein Tor aus dem Lehrbuch: Flanke, Direktabnahme, Jubel. "Wir wollten zeigen, dass wir auch schön können", erklärte Empor-Coach Johan Johansson trocken. "Und dann haben wir halt noch ein paar Argumente nachgelegt."

Diese "Argumente" kamen in Form von Jakob Hauser (74.) und Routiniertem Jason Janssen (89.). Hauser traf nach mustergültiger Vorarbeit von Linus Weber, Janssen vollendete später eine Kombination, die so flüssig war, dass man Rheines Abwehr fast eine warme Decke reichen wollte. Wieder war Repetto beteiligt, der als zentraler Antreiber glänzte.

Rheine mühte sich, kam immerhin auf drei Torschüsse - einer davon von Lukas Foerster in der 3. Minute, der knapp vorbeiging. Danach aber wirkte der Heimangriff wie eingefroren. "Wir hatten eigentlich das Spiel im Griff", meinte Foerster später mit halb ironischem Lächeln. "Nur die Tore - die wollten heute nicht."

Der Frust entlud sich zwischendurch in zwei Gelben Karten: Matthew Boyle (24.) und Patrik Rose (85.) hielten wenigstens farblich dagegen, als die Anzeigetafel weiter in Rostocker Blau leuchtete. Torwart Max Kirsch verhinderte mit mehreren Paraden Schlimmeres, doch 21 Torschüsse der Gäste sprechen eine deutliche Sprache.

Bemerkenswert: Trotz des Rückstands blieb Rheine taktisch "balanced", also ausgeglichen - so jedenfalls die Analyse der Daten. Kein Pressing, keine Hektik, keine Veränderung. Vielleicht war das die eigentliche Geschichte dieses Abends: Empor spielte, Rheine schaute zu. Johansson dagegen ließ seine Mannschaft geschickt kontern, stellte auf kurze Pässe, setzte auf Tempo. Und als die Kräfte gegen Ende schwanden, schaltete Empor sogar auf lange Bälle um - was prompt zum vierten Treffer führte.

Als Schiedsrichterin Anne Keller schließlich abpfiff, blickte Johansson zufrieden in die Nacht: "Das war erwachsen von uns. Wir haben uns den Wind um die Ohren pfeifen lassen und trotzdem ruhig kombiniert." Auf der anderen Seite verschwand Rheines Trainer wortlos im Kabinentrakt, nur das dumpfe Klatschen von Handschuhen gegen die Wand erinnerte daran, dass hier jemand noch Emotionen hatte.

Auf der Tribüne kommentierte ein Zuschauer trocken: "Wir hätten auch 80 Prozent Ballbesitz haben können - wenn man nicht schießt, kann man auch nicht treffen." Treffender hätte es selbst ein Statistikexperte nicht sagen können.

Empor Rostock nimmt mit diesem Sieg Kurs auf die Spitzengruppe der Oberliga F, während Rheine nach dieser 0:4-Heimklatsche dringend ein paar warme Gedanken und frische Ideen braucht. Vielleicht auch ein bisschen Mut zum Risiko - oder wenigstens zum Pressing.

Fazit: Ein Abend, der den Gästen schmeckte wie heißer Punsch - und den Gastgebern wie kalter Kamillentee.

10.04.643987 07:11
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