Außenseiter
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Empor Rostock siegt spät - Coburg verzweifelt am eigenen Mut

Wenn 3500 Zuschauer an einem frostigen Samstagabend im Januar den Weg ins Coburger Stadion finden, dann riecht es nicht nur nach Bratwurst und kaltem Atem, sondern auch nach Drama. Der 10. Spieltag der Oberliga F hielt dieses Versprechen: DVV Coburg unterlag Empor Rostock mit 1:2 (0:1), in einem Spiel, das für Romantiker und Zyniker gleichermaßen seine Momente hatte.

Schon in der 7. Minute begann das Unheil für die Hausherren. Der erfahrene Enzo Repetto, 33 Jahre und mit der Ruhe eines Mannes, der schon viel gesehen hat, traf nach feinem Zuspiel von Bernt Riedel zum frühen 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt. Der Ball flog, und ich dachte: schön, dass er mal das Richtige tut", grinste Repetto später in der Mixed Zone.

Coburg, angetreten mit der taktischen Linie "ausgeglichen, aber bitte nicht zu wild", hatte statistisch mehr vom Spiel - 55 Prozent Ballbesitz, zwölf Torschüsse, und doch immer dieses eine Problem: Das Runde wollte nicht ins Eckige. Louis Simpson und Okan Kiskanc prüften früh den Rostocker Keeper Joschua Linke, der aber mehr Hände als Nerven hatte.

Trainer Johan Johansson aus Rostock beobachtete das Ganze mit nordischer Gelassenheit. "Wir wussten, Coburg wird den Ball haben. Wir wollten lieber die Tore", sagte er trocken. Eine Philosophie, die auf den Punkt passte.

Nach der Pause wurde Coburg druckvoller, und endlich, in der 57. Minute, erlöste Edoardo Mantovani die Heimfans. Nach feiner Vorarbeit von Youngster Klaus Zander zimmerte der Italiener den Ball humorlos ins Netz - 1:1. Der Jubel war laut, die Hoffnung greifbar. Mantovani rief beim Torjubel irgendetwas auf Italienisch, das vermutlich "endlich!" hieß, aber in den Aufzeichnungen des Pressesprechers zu "Viva la pizza!" mutierte.

Coburg witterte nun die Wende. Trainerstimme aus Coburg? Fehlanzeige - der Mann schwieg, aber sein Gesicht sprach Bände: zwischen Hoffnung und Magenschmerz. "Wir wollten unbedingt", murmelte Kapitän Manfred Yilmaz später. "Vielleicht wollten wir ein bisschen zu sehr."

Empor Rostock hingegen spielte mit der stoischen Geduld eines Teams, das weiß, dass Fußballspiele oft in den letzten Minuten entschieden werden. Und so kam es, wie es kommen musste: 89. Minute, Zsolt Sabau, gerade 21, nimmt eine Flanke von Luca Schmid volley und trifft zum 2:1 für Rostock. Ein Schuss, so trocken wie ein norddeutscher Humor. "Ich hab nur gehofft, dass ich ihn gut treffe", sagte Sabau nach dem Spiel - und grinste, als sein Trainer ihm auf die Schulter klopfte: "Gut getroffen? Der Ball ist fast explodiert!"

Coburg versuchte in den letzten Minuten noch einmal alles - inklusive eines verzweifelten Weitschusses von Kiskanc und einer gelben Karte für den wackeren Carl Kraft, der in der 91. Minute mehr Frust als Gegner traf. Doch es half nichts.

Die Statistik erzählte am Ende eine bittere Wahrheit: Mehr Ballbesitz, leicht bessere Zweikampfquote, mehr Torschüsse - aber null Punkte. Empor Rostock nahm den Sieg mit, Coburg die Erkenntnis, dass Fußball manchmal eher ein Geduldsspiel als ein Schönheitswettbewerb ist.

"Ich bin stolz auf die Jungs", sagte Johansson zum Abschluss. "Wir sind nicht schön, aber effektiv. Und manchmal reicht das." Mantovani konterte mit einem Lächeln: "Effektiv ist langweilig. Wir spielen lieber Fußball."

Das Publikum applaudierte den Verlierern, pfiff die Uhr und verabschiedete sich in die Nacht. Ein kleines Kind fragte seinen Vater: "Papa, warum haben wir verloren?" Der schüttelte den Kopf und sagte: "Weil die anderen zwei Tore geschossen haben, mein Junge."

So einfach kann Fußball sein. So grausam auch.

Und irgendwo in der Kabine von Coburg klackte eine Wasserflasche gegen die Wand - nicht aus Wut, sondern aus Enttäuschung. Die Oberliga F bleibt spannend, und DVV Coburg wird weiter versuchen, das Runde öfter dorthin zu bringen, wo es hingehört. Empor Rostock dagegen packt drei Punkte in den Bus und fährt lächelnd gen Norden.

Vielleicht summt dabei jemand leise: "Auswärtssieg, Auswärtssieg …" - aber das bleibt natürlich unbestätigt.

03.05.643987 09:55
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