Außenseiter
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Empor Rostock stiehlt Neubrandenburg den Abend

Ein frostiger Montagabend, Flutlicht, 3.798 hartgesottene Zuschauer - und ein Spiel, das mehr Wendungen bot als so mancher Krimi. Der FC Neubrandenburg unterlag am 12. Spieltag der Oberliga F zuhause Empor Rostock mit 1:2 (1:1). Und das, obwohl die Hausherren über weite Strecken dominierten - zumindest statistisch. 57 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse, aber am Ende stand der Gast jubelnd im Mittelkreis, während Neubrandenburgs Spieler mit leeren Blicken in die Nacht starrten.

Dabei fing alles so verheißungsvoll an. Keine fünf Minuten waren gespielt, als Marvin Arndt, der flinke Linksaußen, eine butterweiche Hereingabe von Jörg Schröder direkt nahm und den Ball ins Rostocker Netz zimmerte. "Ich hab einfach draufgehalten - und gehofft, dass der Ball die richtige Entscheidung trifft", grinste Arndt später. Die Zuschauer jubelten, der Glühwein dampfte, und Trainerbank wie Fanblock witterten einen gemütlichen Heimdreier.

Doch Empor Rostock erwies sich als zäherer Gegner, als es der frühe Rückstand vermuten ließ. Trainer Johan Johansson, ein Mann mit nordischer Gelassenheit, blieb auch nach dem 0:1 stoisch. "Wir hatten unseren Plan: tief stehen, schnell umschalten. Und vielleicht mal einen reinwürgen", erklärte er nach dem Spiel mit einem schmalen Lächeln. Genau das taten seine Spieler - kurz vor der Pause.

In der 44. Minute war es Olaf Jürgens, der von einem Abpraller profitierte und den Ball aus spitzem Winkel über die Linie drückte. Sein dritter Versuch, nachdem Torwart Stephan Hanke zuvor zweimal glänzend pariert hatte. "Ich dachte schon, der Ball will heute einfach nicht rein", japste Jürgens. "Aber dann hat er wohl Mitleid gehabt."

1:1 zur Pause - ein Ergebnis, das den Spielverlauf halbwegs gerecht widerspiegelte, auch wenn Neubrandenburg die feinere Klinge führte. Trainer Müller (ein Name, der in Neubrandenburg fast so häufig ist wie Eckbälle) fuchtelte an der Seitenlinie, gestikulierte, mahnte Ruhe an. Seine Mannschaft kombinierte gefällig, doch im letzten Drittel fehlte die Präzision.

In Halbzeit zwei entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Rostocks Jakob Hauser prüfte mehrfach Hanke, während auf der Gegenseite Veselin Ilic und Luis Schmitt ihre Chancen vergaben. "Wir hätten das 2:1 machen müssen", knurrte Schmitt, "aber irgendwie stand immer ein Rostocker Fuß dazwischen."

Dann kam die 73. Minute - und mit ihr der Moment, der die Partie entschied. Ein Rostocker Angriff über links, Lars Schumacher zieht an, legt zurück auf Sascha Vetter - ja, den Linksverteidiger. Vetter, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, nahm Maß und schlenzte den Ball sehenswert ins lange Eck. 2:1 für Empor. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Vetter später zu. "Aber dann dachte ich: Ach, warum nicht mal versuchen, wie’s die Stürmer machen."

Die Gastgeber warfen in der Schlussphase alles nach vorn. Selbst Innenverteidiger Logan Burton tauchte mehrfach im gegnerischen Strafraum auf, hatte in der 86. Minute sogar den Ausgleich auf dem Kopf. Doch Empor-Keeper Uwe Kühn fischte den Ball mit einer Hand aus dem Winkel. Johansson sprang an der Seitenlinie kurz auf - für nordische Verhältnisse ein wilder Gefühlsausbruch.

Gelbe Karten gab’s übrigens auch: Pattrick Brunner sah früh Gelb, nachdem er einen Rostocker Konter rustikal beendete. "Ich wollte nur freundlich Hallo sagen", meinte er später mit einem Augenzwinkern. Auf der anderen Seite wurde Marko Binder verwarnt, der sich offenbar zu sehr in die Rolle des Abräumers hineinsteigerte.

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelte Empor Rostock ausgelassen. Johansson wurde von seinen Spielern fast erdrückt, während Neubrandenburgs Coach still in den Nachthimmel blickte. "Wir haben gut gespielt, aber nicht clever genug", bilanzierte er. "Manchmal ist Fußball eben ungerecht - oder einfach skandinavisch effizient."

Empor klettert mit dem Sieg weiter nach oben, Neubrandenburg bleibt im Mittelfeld stecken - mit der bitteren Erkenntnis, dass Ballbesitz allein keine Punkte bringt.

Und während die Flutlichtmasten erloschen und die letzten Fans sich über gefrorene Bratwürste beschwerten, murmelte ein älterer Herr auf der Tribüne: "Früher hätten die so ein Spiel noch gedreht." Vielleicht. Aber früher war auch der Glühwein günstiger.

26.05.643987 09:12
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